IM Maastricht-Limburg

Hymne an den belgisch-limburgischen Strassenbau

 

Wo liegt Maastricht?

In den Niederlanden. Mittendrin. Meine Assoziazion: flach und windig und die Menschen essen Gauda und Waffeln.

Die Website sagt 1474 Höhenmeter auf der Radstrecke und 280 beim Laufen. Frau Lüthi brütet über Höhenkurven, 3D-Ansichten, Karten-Apps. Kennt virtuell jede Erhöhung auf der Rennstrecke vom 30. Juli 2016 und steigt locker zum Start ihres 7. Ironmans in die Maas. Eine braune Brühe ist das, unter einem grauen Himmel, dazwischen tanzen gelb-orange Boyen im 15-Meter-Rhythmus. Ein Privileg sei es, in der europäischen Schifffahrtsstrasse schwimmen zu dürfen, sagt die Bürgermeisterin. Am Tag zuvor hätte das Rennkommitee zwei Triathleten aus dem Fluss gepfiffen und sogleich auf dem Polizeiposten deponiert. Nix Spass mit Frachtern und Containern. Spass hatte ich dennoch, nachdem wir unter dem Regierungsgebäude durchgekrault waren, über das Inselchen rannten, zurück in die Schifffahrtsstrasse sprangen und flussabwärts schwammen, juhuii. 

 

Nach dem braun-grauen Nass gings weiter in grau-grünem Nass. Im dichten Wald und am Geulhemmerberg erkannte ich erste Gemeinsamkeiten mit der Flandernrundfahrt. Schnuckelige Häuschen säumen den Pflastersteinweg, der uns um Ecken und Kreisel aufs Feld führt. Ha, zu früh auf die Abfahrt gefreut, das Strässchen ist ein Flickwerk. Holper ins nächste Dorf, kreisch, stopp, rechtwinklig links, Schwelle, durchs Quartier, über Randsteine wieder auf den Feldweg.

 

Uff, durchatmen, dann Schwelle, Pflasterstein, Dorf, Verpflegung, rechts ab und wieder Feldweg. Hier nichts mit Verschnaufen: Betonplatten, badum, badum. Schön wäre es hier, Kornfelder, Wäldchen, Hügel, Kühe, Dörflein. Nieselregen, Wolken sausen am Himmel. Kein Auto. 

 

Irgendwann einmal passieren wir die belgische Grenze. Die Schilder sehen fremd aus und der Bodenbelag auch immer noch. Nun Betonplatten mit Fugen. Die Wassergräben hat der Bauer mit Stahlplatten abgedeckt und zum etwa 46. Mal biegen wir scharf rechts über genannte Stahlabdeckung und ich staune ab den immer neuen Darbietungen auf dem belgischen Boden:

Kreisel aus Klinker schön im Muster belegt, die Schwellen ein geschwungener Bogen aus Naturstein. Und noch ein Städtchen mit Porphyrsteinen am Boden, gemeisselte Randsteine. In jeder zweiten Ecke ein Athlet mit Schlauch-Pneu-Radpanne, dreimal Radfahrer im Lattich- und Kornfeld. Die tollsten sieben Kilometer führen entlang dem Fluss zurück nach Maastricht, wo auch die Holländer schöne Kunst auf dem Boden ausbreiten.

Die zweite Runde wollte ich nun richtig in Angriff nehmen, doch das gute liegt nicht nur auf der Strasse, nein, es kommt auch von oben. Und wie. Der Himmel öffnete seine Schleusen und spühlte uns über die belgisch-holländische Strassenbaukunst. Zum Laufen waren die Bedingungen dann perfekt, der Himmel zu, der Boden wie immer. Nach 22 Kilometern hatte ich genug. Verdammt. So viele Zuschauer lassen einfach nicht zu, dass man geht oder in Schwäche aufgeht oder aufgibt. Kein Ort, sich zu verstecken, Platz gibts nur vorne, also geradeaus und weiter. Die Kilometer rückwärts zählen, die Verpflegungsposten zählen, die Minuten zählen ... und so tragen einen die Füsse weiter über den Pflasterstein bis ins Ziel.

 

 

Name: Sue Lüthi

Alter: 50 Jahre

Beruf: Journalistin

 

IM Maastricht 2016

4. Rang

Gesamtzeit: 12.19

 

Schwimmen: 1.15

Radfahren: 6.24 (116 Abzweigungen)

Laufen: 4.29

 

    

    

      

 

 

 

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Zwei Rennen unter Odin

Ironman Kopenhagen 2013 und Kalmar 2015

13 war Odin, der Göttervater der nordischen Mythologie, mir wohlgesinnt, liess das dänische Meer einigermassen in Frieden, den Wind „nur“ mit 30 Kilometer pro Stunde pfeifen, wenige Regentropfen fallen und das Pflaster in Kopenhagen mässig temperiert. Mein Weg aus der Komfortzone verlieh mir Flügel, nach 5.29 Stunden auf dem Rad trug mich die nordische Meute 4.05 Stunden lang durch den Marathon und liess mich gerade aufs Treppchen der über 45-Jährigen steigen. Und wenn ich Ja gesagt hätte auch nach Hawaii. Doch ich wollte lieber tauchen, war zufrieden mit dem Rennen und dem 3. Rang.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ironman Kopenhagen 2013:

 

Gesamtzeit: 11:04
Schwimmen:      1:17
Rad: 5:29
Lauf: 4:05

 

 

Name:        
Sue Lüthi
Alter: 47 Jahre
Beruf: Journalistin

 

Nach einem Jahr Pause plagen mich die nordischen Götter erneut: „Komm nochmal, wie toll war doch das Laufgefühl.“ Erneut füllt sich die Agenda 2015 mit Katjas mathematischen Formeln. Diesmal aufgelockert mit der neuen Variabel M wie Mittagsschläfchen. Das M wurde rege eingesetzt, sogar mitten im Sommer, in dem das H wie Hitze die Formeln dahinschmelzen liess. Doch der Ironman Kalmar in Schweden blieb im Kalender und der Tag kam. August 2015, strahlend blauer Himmel und brutaler Wind aus Osten. 40 Kilometer pro Stunde oder 5 Beaufort, Wellen mit Schaumkronen, Ideal zum Segeln. 

Von Schwimmen kann ich ehrlich gesagt nicht sprechen. Es war ein Schlagen, das Wasser schlagen, die Wellen plattdrücken, damit man was sieht, wo sind denn diese Boyen? Ich sehe nichts, es bereitet mir aber dennoch Vergnügen, das Schlagen des Meeres, das Spritzen der Wellen, das Auf und Ab im blauen Himmel.

Auf dem Rad fühlt man die ganze Wut des nordischen Windes. Regelmässig fegt er von Osten übers Meer und presst sich gegen Rahmen und Räder. 10 Kilometer lang Gegenwind über die Brücke, es ist zum heulen, dann etwa 100 Kilometer Seitenwind, es ist zum heulen, und dann 10 Kilometer Rückenwind. Schreien und Jauchzen für die ganze Strecke... Noch nie hat sich Fahrradfahren so wie Arbeit angefühlt. 

Im Kopf war noch alles in Ordnung, 5.53 Stunden für 180 Km im Sturm noch voll im Plan. Doch die Beine sahen das anders. Auf der Laufstrecke, herjeminee, Odin rufe deine Untertanen zusammen und verschwinde aus meinem Oberschenkel. Dort kann ich weder den Donneraufschlag des Pflastersteins noch das Blitzgewitter der Sehnen und Muskeln gebrauchen. Es zuckt und dröhnt im linken Bein, der raumgreifende Schritt verkommt zum zarten Träbeln. Und die Marathonstrecke liegt vor mir und erinnert mich jeden Meter an die Grösse eines Kilometers. So folgt der Fluch der Götter und ich kann sie nicht vertreiben. Immerhin kann ich 42 Kilometer lang fluchen, nicht schön laufen, auch nicht geniessen, aber beenden. Der Wermutstropfen in Walhalla, dem Ziel der tapferen Krieger: Der Rang 5 freute mich doch, obwohl ich schon längst aufgegeben hatte, an irgendeine Einordnung zu denken, als die Ziellinie zu überqueren. 

 

Name:          Sue Lüthi
Alter: 49 Jahre
Beruf: Journalistin


Ironman Kalmar 2015:

 

Gesamtzeit: 12:49
Schwimmen:      1:33
Rad: 5:53
Lauf: 5:11

 

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„Was für ein verrückter Tag“

oder „Der etwas andere Wettkampf“

Mit meinem Freund auf der Suche nach einem Reiseziel für den Jahresurlaub, habe ich im Juli spontan entschieden, dieses Jahr doch einen Wettkampf zu machen: den Ironman Florida am 1. November – wie kann man seinen Geburtstag sonst schöner verbringen, oder!?

 

Katja rüstet mich sogleich mit einem Trainingsplan aus: ab August sieht mein Alltag neben der Arbeit wieder anders aus. 

Ohwei, was war da nur los? Irgendwie fühlt sich das Training nicht gut an ... manchmal geht es besser, dann wieder schlechter. Das Schwimmen geht (meinem Gefühl nach) überraschend gut, verglichen mit meiner Lieblingsdisziplin Radfahren. Wenigstens spielt das Wetter mit, die “nassen Tage” halten sich in Grenzen. Die Laufeinheiten starte ich direkt vom Arbeitsparkplatz aus, um den kürzer werdenden Tagen und dem fehlenden Tageslicht entgegenzukommen.

 

Schnell ist der 26. Oktober – unser Abflugtag nach Panama City Beach (PCB) – da. Ab in die Wärme ... denke ich. Bei unserer Ankunft in PCB ist das auch so, untertags angenehme 28 Grad und Wind, nachts immer noch 15 Grad. Perfekt!

Das Meer ist ein Traum: morgens um 7 treffen sich die Athleten am  Meer und wir schwimmen alle fleißig in unseren Neoprenanzügen, trotz des warmen Wassers – 26 Grad – eigentlich ist da der Neopren nicht erlaubt ... aber bei allen bisherigen Ironmans hier in PCB wurde MIT Neo geschwommen. Im Moment schützt er uns zumindest vor den Quallenschwärmen, die uns jeden Morgen begegnen – brrrr – aber mit jedem weiteren Tag im Wasser gruselt es mir weniger.

Auch die erste Radausfahrt zur Besichtigung der Strecke verläuft, trotz kräftigem Wind, gut. 

 

Die ersten 2 Tage vor Ort macht sich keiner Gedanken über das Wetter am Wettkampftag – wie soll es schon werden – schön, warm, wie man sich das eben in Florida vorstellt!! Irgendwie hab ich mir trotzdem eine ordentliche Erkältung eingefangen – aber 3 Tage sind ja noch  ...

 

Am Mittwoch werfe ich (hauptsächlich an die Windstärke denkend) trotzdem mal einen Blick auf die Wetterprognose für Samstag – da steht da etwas total Verrücktes: Wir sollen Sturm bekommen, 20mph (~32kmh), nachts 8 Grad und untertags 20 Grad. Da ich sehr verfroren bin, begeistern mich diese prognostizierten Bedingungen überhaupt nicht. Mittwochabends wird uns dann noch gesagt dass wir eventuell donnerstagmorgens nicht zum Schwimmen ins Wasser können: es waren Unterwasserströmungen und hohe Wellen angekündigt. Donnerstag Früh ist dann zwar die gelbe Flagge gehisst und das Wasser ist auch unruhig, aber wir dürfen rein. Kälter ist es auch schon geworden.

 

Nochmal ein Blick in den Wetterbericht ... statt der erhofften Besserung steht da jetzt: morgens 4 Grad, untertags maximal 15 Grad und Wind, 25mph (~40kmh). Hmmm...

Freitagmittags beim Einchecken des Rades und der Wechselbeutel ist es noch angenehm warm – wie soll das gehen!? 

Bei der Wettkampfbesprechung wird auch noch verkündet, dass unter Umständen ohne Neoprenanzug geschwommen werden muss, weil das Wasser zu warm sei. Und dann nass bei 4 Grad aufs Rad!? Jetzt flattert einigen der Magen. Radüberschuhe und ähnliches Equipment sind bereits auf den Messeständen ausverkauft.

Die Entscheidung, ob der Neoprenanzug erlaubt wird oder nicht, soll in der Früh vor dem Start verkündet. Ich packe meine Beutel, für alle möglichen Fälle, egal wie entschieden werden sollte. Außerdem geht es in den Walmart: eine dicke Fleece-Flauschjacke und dicke Flausch-Hausschuhe sind die Ausbeute (sehe aus wie ein Plüschtier) – um am Schwimmstart möglichst nicht auszukühlen ... und dann probiere ich ca. 30 verschiedene Putz-, Arbeits-, Radhandschuhe, etc. … für die Golfhandschuhe entscheide ich mich schließlich, mit denen ich hoffentlich die Riegel auf dem Rad packen und aufmachen kann ... und hoffentlich flutschen damit die Trinkflaschen nicht aus der Hand.

 

Am nächsten Morgen, dem 1. November klingelt der Wecker um 4:15 – ich bin ausgeschlafen (oder ist es die Aufregung??).

Als erstes gehe ich auf den Balkon und vergewissere mich dass die 4 Grad stimmen – und kann es bestätigen?. Ich fülle die Flaschen, die später ans Rad kommen und frühstücke etwas. Mein Freund steht vor mir und gratuliert mir zum Geburtstag – den hatte ich ja ganz vergessen (und nur wegen diesem Stress mit dem Wetter!!). Dann packe ich spontan noch Pappkarton und Plastiktüten ein – mein “Kälteschutz” für die Füße – das muss reichen ...

Constantin begleitet mich bis zum Radpark und zu den Wechselzonen – Bodymarking – die Startnummer 852 wird auf beide Oberarme gepinselt, das Alter kommt auf die Wade – “31” mit einem netten “Happy Birthday” der 3 Bodymarker! Alle lachen über die Flausch-Fleece-Hausschuhe ... egal.

 

Nachdem ich das Rad mit Flaschen und Riegeln bestückt habe, kontrolliere ich noch die beiden Wechselbeutel und “präpariere” die Radschuhe mit Karton und Plastiktüten.

Anschließend suche ich ein “warmes” Plätzchen zum Neopren anziehen, denn wir dürfen “MIT” starten.

Gesprächsthema überall ist das Wetter – der Wind bläst kräftig und die 4 Grad haben sich bewahrheitet.

 

 

Um 6:30, eine halbe Stunde vor dem Start müssen alle Starter an den Schwimmstart. Ich sehe wie einige Helfer mit Bodyboards ins Wasser wollen und mitsamt dem Brett von den Wellen zurückgeworfen werden.

Einige Starter wollen sich im Wasser einschwimmen – sie kommen kaum ins Wasser rein, aber nicht mehr alleine raus. 

 

Die Schwimmstrecke von 3,8 km besteht hier aus 2 Runden mit einem kurzen Landgang – d.h. 2mal rein und 2 mal raus – hmm ...

 

Um 6:45 – 5 Minuten vor dem Start der Profis wird durchgesagt dass wegen hohen Wellen und starker Unterströmung nicht geschwommen wird. 

 

Was ist jetzt besser!? Die Enttäuschung dass das diesmal kein “richtiger” Ironman ist? Die Erleichterung, weil ich vor den Schlägen beim Schwimmen eh immer Panik habe? Oder doch die Enttäuschung, weil das Wasser doch so schön warm gewesen wäre und das Schwimmen im Meer so viel Spaß macht? Oder doch wieder die Erleichterung, weil der Wechsel aufs Rad, mit nassen Klamotten und Haaren bei 4 Grad sicher kein Spaß wird?

Ich weiß es nicht, ich nehme es einfach wie es ist. Wie alle anderen Athleten mache ich mich auch auf den Weg zurück in den Wechselpark zu meinem Beutel mit dem Radequipment – hier herrscht Chaos, 2700 Leute wollen gleichzeitig zu ihrem Beutel und dann in die Wechselzelte – hier wird es noch schlimmer, da die Zuschauer sich im warmen Wechselbereich aufhalten, bis die Athleten starten sollten. Ich wühle mich durch die Menschenmassen, keine Ahnung, wann ich auf mein Rad muss. Muss ich mich beeilen? Oder wird das jetzt eine lange Warteprobe?

Endlich im Wechselzelt der Frauen angekommen, kann mir hierzu eine Helferin Auskunft geben: es wir der Startnummer nach in 5sec-Abständen gestartet. Meine Startnummer ist 982, dh. ich komme zu Anfang des zweiten Drittels dran. Start für die Raddisziplin für die Profis ist um 8 Uhr – Gut, dann habe ich jetzt doch Zeit mich warm anzuziehen – alles was im Beutel ist: Ärmlinge, ein langes Unterhemd, die ärmellose Windjacke – die langärmlige Jacke scheint mir doch zu warm (vielleicht war es die Aufregung). Jetzt warten...

Als ich dann raus zu meinem Rad gehe, überrascht mich die tatsächliche Kälte dann doch, Gänsehaut an den blanken Oberschenkeln und 10 Minuten später am ganzen Körper. Ok, ich hole mir die andere Jacke auch noch, wenn sie mich nochmal reinlassen ... und das darf ich sogar.

Bis zu meinem Radstart ist aber immer noch eine halbe Stunde im 4 Grad kalten Wind zu stehen.

 

Ein paar Minuten vor 9 darf ich endlich starten. Kräftiger Wind bläst mir entgegen. Mit 30kmh plage ich mich gegen den Wind – vielleicht wird es in Richtung dem Landesinneren besser ... ich kann es nicht mehr sagen, der Wind kommt mal von vorne links, mal von der Seite, mal von vorne rechts.

 

 

Der Rundkurs von 180 km ist eintönig, Straße, Bäume, wenig Zuschauer, da diese nur schlecht mit dem Auto auf die Strecke kommen, weil alles gesperrt ist. Auf dem Rückweg zu Küste, es sind noch ca 30km zu fahren, komme ich in den Genuss von etwas Rückenwind und ich versuche nochmal etwas Zeit gutzumachen. Angekommen an der Küste bläst der Wind auf den letzten 10km aber schon wieder heftig von der Seite. So kalt wars jetzt gar nicht, denke ich – aber geschwitzt hab ich auch nicht!! Und getrunken – vielleicht 1 Liter .

Runter vom Rad, ich renne in den Bereich der Wechselbeutel fürs Laufen und rufe den Helfern meine Startnummer zu – sofort bekomme ich meinen Beutel zugeworfen. Ich renne weiter in das Wechselzelt – überlegend, was ich jetzt anziehe – Langarm-Shirt! Handschuhe? Windweste?

Beim Langarmshirt bleibt es dann, rein in die Laufschuhe – Sonnenkappe (eine Mütze hatte ich nicht) auf und raus auf die Strecke! (Wenn ich mal 84 bin und mehr Erfahrung habe, lasse ich wie Sister Madonna Buder meine Badekappe auf!)

Wow – das fühlt sich gut an … aber kenn ich ja, nach 6km ist dieses Gefühl dann ganz schnell wieder verschwunden.

 

 

Nein, diesmal nicht, 8km, 10km, gleich kommt der erste Wendepunkt auf dem 2-Runden-Kurs! Ab jetzt Gegenwind – sogar beim Laufen lässt er einen nicht in Ruhe …Trotzdem kommt auch auf dem Rückweg der ersten Runde kein Einbruch, 21,5 km in 1:44 – wenn das so weiterläuft!? Auf dem zweiten Teil wird’s nun doch ein bisschen zäher, die Hüfte zwickt ein bisschen und die eine und andere Cola schmeckt jetzt „gehend“ schon besser ;-)  Leider sind auch ein paar Dixi-Besuche nötig, aber wem geht das nicht mal so…

Somit wird die Laufzeit doch einiges länger wie erwartet, aber nach einer Gesamtzeit von 9:17, als Dritte meiner Altersklasse, komme ich ins Ziel, trotzdem dem späten Start gerade noch in der Dämmerung bevor es dunkel wird.

 

Später, im Hotel, werde ich überrascht: mit den typisch amerikanischen „Cheese-Maccaroni“ (die ich mir schon seit Tagen eingebildet hatte) und einer dicken Schokoladentorte“ – der eindeutig gemütlichste Moment dieses Tages … 

 

 

Was für ein verrückter Tag!!!

 

Liebe Katja,

ein herzliches Dankeschön an Dich für die tolle Vorbereitung!!! Zu Beginn des Trainings habe ich wirklich Zweifel gehabt, den Wettkampf überhaupt durchzuziehen, aber ich hab auf Deine Vorbereitung vertraut und es hat – wie alle Male davor – wieder funktioniert!

 

 

Name:          Judith Mittelmaier
Alter: 31 Jahre
Beruf: Maschinenbauingenieurin


Ironman Florida 2015:

 

Gesamtzeit: 09:17:50
Schwimmen:      ---
Rad: 5:26:29
Lauf: 3:48:39

 

 

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Klaus Liedtke - Ironman Hawaii 2014

Retrospection of Ironman World Championship Kona 2014

 

It is now two weeks since I have finished 2014 Kona Ironman in a time of 10:00 flat (o.k. +55 seconds). A solid race result and I should be satisfied.

 

However, considering the amount of training hours I have put into it for the last 8 months, the level of fitness I had reached (I was never ever that fit in my life before) and the confidence when visualizing this race, the race outcome is a bittersweet one. Running the complete marathon with the feeling to throw up any second isn’t fun and simply doesn’t allow to pull the best out of you. But first things first.Pre-race week was fantastic; we had rented a super nice ocean-front house on Alii Drive about 2k from the swim start. Every morning, we took our rental city bikes to the pier for the standard morning swim to the Kona Coffee Boat and on the way back had breakfast @ Starbucks. Almost from day one on my heart rate was matching my pace or power, which was a good sign that getting acclimatized to the temperatures was not a problem. I was eager to get to the start line.


The cannon went off with a big BANG; being a fast swimmer I put myself into the front - almost at the ideal racing line. It started with the usual arms, legs, bodies all-over contacts with the difference it did not stop after a couple of hundred meters, no, it lasted until the swim exit. After all it is the world champion ship and there are many fast guys out there. The 57 minutes for the swim don’t sound fast on paper, considering the quite high waves and that it took the fastest pros also 3-4 minutes longer than usual, I pulled off a good swim and was ranked in the top 6 of my age group. The transition to the bike was fast, but I got my shoe-hold-rubber-band stuck into my chain ring and had to step off to get it unraveled. Stupid me #1!
Initially on the bike, there were just the three of us (heart rate monitor, power meter and me). I didn’t look at any of the other contenders; I was simply focused on my own race. Stupid me #2! At kilometer 30 I got a wake-up call that there were other contenders around me in form of a red card for … not overtaking fast enough, not re-establishing distance fast enough after being passed, the combination of both, …I don’t know and couldn’t change it. Honestly, I would not have known where on the road to ride the bike, the road was simply too packed with athletes of the same speed. I had about 40-50 other athletes around me and naturally the space was limited…but no excuses - I was stupid and the red card was justified.


The consequence for my race was quite severe. Not the four-minute penalty at the totally overcrowded tent (at least the race marshals were consequent, which was a good thing) at kilometer 40, this didn’t really bug me. No, it was the fact that for the next 150 kilometers I had to be very focused and either push too low and let people pass or push too hard in order to pass. Especially in the first half of the race I chose the too low variant, because I didn’t want to blow up on the uphill towards Hawi.

"Did someone see the trimag.de video summary of this years Kona event? There were words of having the strongest wind for the last 14 years. Yes, it is always the worst conditions and I cannot judge this statement, but the wind was really strong. I was so happy that I brought my fraidy-cat (Angsthasen) front wheel in form of a ZIPP303."
After the Hawi turn-around the amount of athletes around me had thinned out and I was finally able to push my own pace again. At about ¾ into the bike I realized that the race nutrition I had planned to take for the complete bike was finished, not that I ran out of fuel (I had a back-up bottle in case of losing one with me) no, instead of 70g carbohydrates per hour I did 94g. Over-fueling by 20%. I never had done this before and wasn't my plan. But at this time in the race I still thought going into the run with a well-filled accumulator couldn’t be so bad. I decided to continue to take-in energy for the rest of the bike portion as I did for the initial part. Stupid me #3!
Considering the circumstances of the wind, 180k interval race and 4 minutes break, the bike split of 5:13 wasn’t too shabby, but far off from what I had wished to do.


The run started (and ended) as a disaster. After the hot corner Palani/Kuakini Highway, less 300 meters into the marathon, I wanted to throw-up, I had to pay the toll for “stupid me #3”.

No way I was able to run the pace I wanted to. The disappointing part on this is that you feel that your muscles are able to go faster but you are limited by other parts of the body you never experienced before. Except for water I was barely able to take any energy-loaded drink. As one can expect, at some point I was going from being over-fueled into being under-fueled. I was hitting the wall at kilometer 25. From this point on I had only once chance to finish this race, stop-and-go. Running from aid station to aid station and walk the stations to slowly take in energy (mainly coke). End time, position or competitors weren’t really in my focus anymore; I just wanted to finish this race.

After 3:44h in the marathon I was released from this suffering, still happy to see the finish line, or happy to finally get over it (I can’t remember).

 



So what is now my conclusion?
Except from being stupid at least 3 times during the race;
I am deeply grateful that I had the chance to race Kona for the second time, just getting to the starting line is a great achievement.
I am deeply grateful to my coach km Sport-Agentur who brought me to a fitness level I never believed I could achieve. Pulling out a training that was challenging, hard, always motivating and fun, but never put me in risk of overtraining or injury. Thank you Katja Mayer for your professional coaching!
I am more than deeply grateful to Stephanie Liedtke for training together, for racing together, for suffering together and for simply being together!
Now off for some training break, 2015 is a new season to come (but not with an Ironman for me)

 

Name:          Klaus Liedtke
Alter: 45 Jahre
Beruf: Ingenieur


Ironman Hawaii 2014:

 

Gesamtzeit: 10:00
Schwimmen:      00:57
Rad: 05:13
Lauf: 03:44

 

 

 

 

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Dann eben Vollgas – Klaus Liedtke - Ironman Cozumel

Irgendwie fühlte sich mein letzter (bis anhin auch einziger) Hawaii-Start aus 2010 schon so weit zurück an, dass nichts weniger als eine Qualifikation als Vorgabe für Cozumel an Katja weiter gegeben wurde. Katja’s Antwort folgte prompt: „Heilig’s Blechle!“…
Damit war alles zwischen uns geklärt.

So wurde dann die radfahrunfreundliche Zeit (Okt/Nov) mit viel Rollen und Rollen-Laufband Koppeltraining verbracht. Unser Keller glich Zeitweise einer Dampfsauna, nur ohne Tannengeruch.
1 Woche vor der Abreise und nach der letzten 6 Stunden Rolleneinheit war ich fit wie ein Turnschuh und heiss wie Frittenfett. Katja’s letzte Worte waren: Nun nur nicht krank werden und hoffen, dass alles heil in Mexiko ankommt.


Während ich mich in den letzten 10 Monaten immer schön an die Vorgaben des Trainingsplans gehalten hatte, ignorierte AirBerlin direkt die Erste und Einzige: Alles nach Mexiko transportieren. Glück im Unglück war, dass Velo mit Lauf- und Veloschuhen unversehrt ankamen. Doch meine Tasche mit allen anderen Klamotten wie Badehose, Kontaktlinsen, Rad/Lauf Sachen sowie der wichtigen Wettkampfverpflegung und Vorwettkampfverpflegung mit Saltix (Salzpuffer für Hitzerennen) war nicht angekommen. Am ersten Tag war das ja noch einigermassen lustig, doch wenn man nach 3 Tagen von Airberlin nur „wir bedauern es sehr, haben aber keine Ahnung, wo es ist und wann es kommt“ als Antwort erhält, war man schon ein klein wenig irritiert. Unter Ruhe und Entspannung verstand ich etwas anderes. Zum Glück tauchte der Koffer dann 3 Tage vor dem Rennen auf und ich hatte zumindest meine Wettkampfbekleidung und Ernährung vor Ort. Das war auch bitter notwendig, denn die Badehose welche ich von Ken Glah (The-Beast-from-the-East) während der taschenlosen Zeit geliehen bekommen hatte, zeigte aufgrund meiner à la Faris-Stil-Trainingseinheiten langsam Auflösungserscheinung. Ich erntete auch so einige „armer-Spinner-Blicke“ auf den Trainingsausfahrten und -läufen. Nebenbei wurde ich am Abend als „The Corona-Man“ verspottet, da die 3 Corona-Shirts aus dem Souvenirladen meine einzige Oberbekleidung darstellten.

Zum Glück hatte das Hotel WLAN und ich nutzte die lange Wartezeit auf meinen Koffer sinvollerweise damit, ein paar meiner 400 Konkurrenten zu googeln. Zumindestens die Deutschen, Österreicher und Schweizer. Von diesen ca. 13 Athleten in meiner AK fand ich 3 mit Ergebnissen, davon 2 ex Profis  mit sub 8:30er Zeiten und einen, der sich mit 9.0x rühmte. Bei prognostizierten 4-5 Slots und 398 nicht ergoogelten Teilnehmern wurde es eine Mission Fragezeichen.

Als dann noch 4 Tage vor dem Start ein Unwetter hineinzog, welches die Cozumel’sche Badewanne in ein ordentliches Meer mit Wellen umwandelte und ein eventuelles Streichen der Schwimmstrecke die Gerüchterunde machte, war ich nicht wirklich erbaut. Für mich als guten Schwimmer mehr als ungünstig.

Ende des Liedes war, dass die WTC am Samstag entschied, die 3.8km Strecke (½ mit, ½ gegen die Strömung Schwimmen) in ein 3.1km Point-to-Point und alles-mit-der Strömung-Schwimmen umzuwandeln. Das alles wurde als Sicherheitsmaßnahme verkauft. In Wahrheit waren es aber rein kommerzielle Gründe. Bei 2800 Startern (eh viel zu viele) wäre so die Wahrscheinlichkeit, dass noch ein paar mehr Athleten als im letzten Jahr (da waren es ca. 160) den Schwimm-Cut-Off von 2:20 nicht geschafft hätten, hoch gewesen. Rein sportlich gesehen schade, aber ändern liess es sich eh nicht und schliesslich bin ja auch ich dem Ironman Kommerz verfallen.  ?

Dann eben Vollgas!

Durch die Umlegung des Schwimmstarts war es super chaotisch. Die Startbucht war viel zu eng und schon vor dem Start wurden wir durch die Strömung in Richtung Ziel getrieben. Ich hatte noch nie solch eine heftige Schlägerei beim Schwimmen. Als ich dann nach 200/300m freigeschwommen war, waren die 3 Topschwimmer leider weg und ich hing als 4ter alleine im Niemandsland. 3 vor mir und 2796 hinter mir. Leider konnte ich den Abstand auf die vorderen nicht verkürzen, aber nach hinten weiter vergrössern. Wunderlich war nur, dass kurz vor dem Schwimmausstieg plötzlich 2 Schwimmer neben mir aus dem nichts auftauchten, wo die nur hergekommen waren?

Nach 36 Minuten als Vierter mit 1:40 Rückstand ging es mit einem Blitzwechsel aufs Rad. Meine beiden Phantommitschwimmer hatte ich irgendwo im Wechselzelt zurückgelassen und auch im Laufe der nächsten 8:30 nicht mehr bewusst wahrgenommen. 

Das Radfahren stellte sich als unerwartet kraft- und nervenraubend dar. Nach 40 Kilometern des allein-gegen-den-Wind-Fahrens wurde ich von einem ca. 40 Mann starken Pulk überrollt. Immer, wenn ich mich in den Rückenwindpassagen ein wenig von dieser Meute absetzen konnte, wurde ich in der Gegenwindpassage wieder eingesammelt. So ging das Ganze vor und zurück, bis die 180 leidigen Kilometer überstanden waren.

 

Als 14. in der Alterklasse und mit viel Frust im Bauch ging ich auf die Laufstrecke. Ich wusste, dass ich ca. 4 Minuten Rückstand auf den 5. Platzierten hatte, was die sichere Hawaii-Qualifikation bedeutet hätte. Meine vor dem Rennen geplante Angangszeit war 4:40 min/km, Katja traute mir jedoch eine 4:30 zu.

Bei der Lage der Dinge gab es wohl keine andere Option als eben genau diese 4:30. No Risk, no fun! Direkt nach 1km fiel mir meine Spezialverpflegung aus der Hand und ich musste mich mental damit anfreunden, deutlich früher als gedacht auf Cola umzustellen. Ab 14km war es dann soweit: Cola, Cola und noch mehr Cola. Im Endeffekt hat es mir aber nicht geschadet, denn obwohl ich während des Laufens überhaupt keinen Schimmer hatte, ob ich mich weiter vorgearbeitet hatte, merkte ich, dass es gut lief. Am Ende war ich von Rang 14 auf 5 vorgelaufen und hatte den Marathon mit der 6. besten Zeit in meiner AK absolviert. Das war nebenbei nur 3 Minuten über meiner „NUR-Marathon“ Zeit. Wow! Und dass, wo Laufen bisher immer meine Wackeldisziplin gewesen war.


Die Belohnung: Mein zweiter Hawaii-Start ist im Sack.
Gut gecoacht, Frau Mayer!

 

 

 

Name:          Klaus Liedtke
Alter: 44 Jahre
Beruf: Ingenieur


Ironman Cozumel 2013:

 

Gesamtzeit: 09:04
Schwimmen:      00:36
Rad: 05:02
Lauf: 03:22

 

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Nach 2 Jahren Heimkehr nach Hawaii - IM 2013

12.10.2013, Juhuuuu, geschafft!!! Katjas Trainingspläne und Betreuung haben mich dieses Jahr von Mexiko / Los Cabos ein zweites Mal nach Hawaii gebracht. Im Gegensatz zur Vorbereitung auf den IM Los Cabos (17. März 2013) die ich ausschließlich im Fitnessstudio oder bei Dunkelheit früh morgens oder abends im Schnee genießen durfte, fand das Training für den IM auf Hawaii endlich wieder bei Tageslicht statt und manchmal schien sogar die Sonne!

 

Die Vorfreude auf die Reise nach Hawaii war riesig, da mir immer wieder die bereits im Jahr 2011 erlebten Eindrücke im Kopf herumgeisterten – und nicht nur mir – genauso meinen Eltern, die seit dem Urlaub in 2011 immer wieder fragten “fahren wir da nochmal hin?”.

 

Wir freuten uns auf das Training in der Akklimatisationswoche vor dem Wettkampf im Meer mit Salz und Wellen, Radeln und Laufen in der Hitze der Lavafelder, mit und gegen den Wind und die Luftfeuchtigkeit. So waren unsere Erinnerungen an 2011 undes sind die Besonderheiten des Ironman auf Hawaii. Diesmal kamen wir sogar noch in den Genuss von einigen überraschenden Platzregen.

 

Leider ist die schöne Vorbereitungszeit mit all den verrückten Triathlonkollegen, dem Merchandising, den Veranstaltungen rund um das ganze Event wieder mal viel zu kurz.

 

Judith Mittelmaier Schwimmstart Hawaii

Der Wettkampftag beginnt für mich um 4 Uhr mit 50fach Sonnencreme, “Frühstücken”, Trinkflaschen und Wettkampfverpflegung vorbereiten. Um 4:45 fährt der Shuttlebus zum Wettkampfstart.  “Bodypainting” – traditionelles aufstempeln der Start-nummer mit schwarzer Schmiere, die den Rennanzug  für alle Zeit einfärbt – aber was ist DAS?? Diesmal gibt es Klebetattoos!!! Schade ... 

Dann geht es noch in den Radpark und die Wechselzone. Ich will gerade mein Rad durchchecken als ein älterer (wenn ich ehrlich bin: richtig alter) Mann–einer der Helfer, mich anspricht “hey young girl, let me take a photo of you”–wie ich nachher herausfinde war das Bill Bell, ein unglaublicher  Triathlet – googlet  einfach mal!

 

Dann gehts schnell, die Sonne geht auf, die Profis gehen um 6:30 (MPRO) und 6:35 (FPRO) an den Start. Nach dem Start der Profi-Frauen eilt die Zeit – in den noch verbleibenden 25 Minuten müssen alle Amateure über die 3 Meter schmale Steintreppe ins Meer und 150 Meter an die Startlinie schwimmen.

Davor hatte es mir schon viele Wochen vor dem Rennen gegraust – das Warten im Wasser bis zum Start um 7 stellt die Geduld auf die Probe und frisch wirds beim Wasserpaddeln dann auch. Endlich erklingt dann die Hawaiianische Nationalhymne – dann der Kanonenstartschuss.

 

Judith Mittelmaier Schwimmen Hawaii

Aus dem Schwimmstart von 2011 hatte

ich dazugelernt. Damals positionierte ich mich ganvorne an der Startlinie, nahe an der Linie der Bojen die die Schwimmstrecke vorgeben und sammelte im dicht gedrängten Schwimmerfeld viele Schläge und Salzwasserspülungen ein, die mir auf dem Rückweg der Schwimmstrecke mit der Gegenströmung ordentlich Kraft geraubt hatten. Diesmal entscheide ich mich für eine Platzierung ganz am Rand des gesamten Schwimmerfeldes,

auch wenn ich dann einige Meter mehr schwimmen muss. Juhuuu, es zahlt sich aus – 4:28 min schneller wie 2011! Auf der Treppe aus dem Wasser könnte ich juchtzen! Also schnell in die Wechselzone, Badeanzug runter, rein in die Klamotten, wenn die nur nicht so auf der nassen salzigen Haut kleben würden – aber lieber rein ins Langarmshirt wie Sonnenbrand riskieren (das war mir in Mexiko eine Lehre). Dann ab aufs Rad.

 

Judith Mittelmaier Rad Hawaii

Die erste Hälfte der 180km langen Radstrecke läuft besser wie erwartet. Ich frag mich immer wieder ob diese Geschwindigkeit normal ist, aber die anderen sind auch so schnell unterwegs, also MUSS das passen!  Hmm, bei meinem ersten IM in Arizona hatte ich meine persönliche Bestzeit 

auf dem Rad von 5:07 – schaff ich die vielleicht zu toppen? Das könnte hinhauen ... Auf dem Rückweg wird der Wind dann aber immer intensiver. Nach 5:11 h komme ich dann in die Wechselzone – nagut, zumindest versucht und immerhin 9:36min schneller wie 2011. Also bin ich wieder zufrieden.


Los geht es auf die dritte Disziplin in den Laufschuhen –

Judith Mittelmaier Laufen Hawaii

an den verschiedensten Stellen feuern mich meine Eltern, mein Freund, seine Schwester und sogar Arbeitskollegen (die zufällig genau jetzt hier Urlaub machen) an, das macht richtig Spaß Ausschau zu halten und immer wieder ein bekanntes Gesicht zu entdecken. Zunächst läuft es sich recht gut. Nach ein paar Kilometern macht sich die Wadenmuskulatur bemerkbar. Ich will keinen Krampf riskieren und mache immer kleinere Schritte – es fühlt sich mehr nach Ententappern an wie nach laufen – aber  es geht ja nicht darum schön auszusehen, sondern möglichst schnell anzukommen! Also weiter! Für meinen Kopf ist das aber gar nicht mehr so einfach. Also muss ich mir einen Motivationsgrund suchen und ich hab einen: auf den letzten Kilometern geht mir DER Gedanke durch den Kopf – wie lange habe ich 2011 insgesamt gebraucht? 10:22 h – ich fange an zu rechnen “... ich habe jetzt noch ca 6km – und noch etwa 40min um unter dieser Zeit zu bleiben ... wie schnell muss ich jetzt  noch laufen um das zu schaffen?” Hmmm, das Rechnen geht irgendwie nicht mehr so gut, aber die Motivation reicht um das Tempo nochmal anzuziehen.

 

Im Ziel stehe ich dann bei 10:15:40 – glücklich, mit dem erfüllten Wunsch.

 

Judith Mittelmaier Hawaii

Liebe Katja, danke für die super Vorbereitung und die abwechslungsreichen Trainingspläne!!! Ich freu mich auf die nächsten – ob im Hellen oder im Dunklen, Sonne oder Schneesturm!

 

Name: Judith Mittelmaier

Alter: 30

Beruf: Dipl.Ing. Maschinenbau

 

Ironman Hawaii 2013:

Schwimmen 3,8km

Radfahren 180km

Laufen 42,195km

1:09:24

5:11:16

3:47:38

 

Gesamt

 

    10:15:40

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10 Jahre km-Formeltraining - 70.3 Mallorca 2013

11.5.2013, 8.10 Uhr, Port d’Alcudia, Mallorca, leicht bewölkt 15°, Wasser 18°: Tausende von Athleten in schwarzem Gummi stehen am Strand, unter ihnen ich, 47. Fühl mich irgendwie fehl am Platz. Neun Boyen markieren eine Linie ins blaue Meer hinaus. Wie schön, denke ich, dort hat es Platz und dort möcht ich auch hin, aber eben: Der Schwimmpart des Ironman 70.3 ist ein Kampf, ein Gemetzel. Ständig klatschen Hände auf Waden und Hüfte, eine Faust von links, zwei Finger von rechts, an meine Brille, sie verrutscht, dann Fersenstrampeln im Gesicht und ein «Gingg» in die Seite. Dabei ist das doch ein Meer, ein Atlantik, ein Ozean – etwas Grosses! Hilfe, ich will Platz! Ich meld mich wieder ab zum nächsten Ironman, das mein Gedanke im Mittelmeer morgens um 8.30 Uhr, keine Lust, mich nochmals vermöbeln zu lassen. Das schöne Gleitgefühl kommt erst gegen Ende, mittlerweile hab ich meinen Platz im Wasser gefunden, am Rand, weit ab der Schlacht und der Ideallinie.

Das Surfen im Internet führte mich zum Triathlon mit Katja. Zehn Jahre ist es her.
37 war ich damals und neugierig, ob ich es trotz wildem Lebensstil wohl schaffen würde, eine Saison lang diszipliniert zu trainieren und einen Ironman zu finishen. Die Bilanz: Katjas Trainingspläne wurden zum Roten Faden in meinem Leben. Ironman-, Marathon-, Berglauf- und Infernomedaillen türmen sich seither in meinem Schrank, Finisher-Shirts kleiden meinen Haushalt vom Nachthemd bis zum Putzlappen.

Am Strand in Mallorca wühlen sich die Füsse durch den Sand unter einem Wasserstrahlbogen durch und ich sehe ein bekanntes Gesicht. Ha, dann ist ja gut, dann kann ich nicht so schlecht dran sein. Wir pflotschen in die Wechselzone, wo ist mein Sack? Ab ins Zelt, wieder ein Getümmel, so schmeiss ich mich auf den Boden und schäle mich aus dem Gummianzug. Alles ist voller Sand. Füsse putzen, Shirt, Brille, Startnummer und losspurten; mit den Plättlischuhen klappern wir durch den 400 Meter langen Velokorridor und raus auf die Strasse. Welch eine Befreiung!

Immer noch übertrage ich Woche für Woche Katjas Formeln in die Agenda und verteile die Arbeit rund ums Training. Denn Katjas Mathematik ist wie ein geheimnisvoller Code, der immer Priorität hat. Je nach Kunde kann L 1h G1-l durchaus eine wahnsinnig wichtige Sitzung am Ort L zum Projekt G1 sein und l (=länger) dauern.

 

Es rollt gut, ich überhole, speziell am Berg, eine nach der andern «hola Mexico» und «hoi Simone», eine Freundin aus Zürich. Erst recht bergab geht’s rassig, ich bin gut dran. Jetzt kommen die Jungs von hinten, rechts und links von mir dröhnen und scheppern Karbonfelgen. Wir rasen durch die Stadt über den rissigen Asphalt und peng, ein Loch in der Strasse, ich klammere mich an den Lenker, um die Kurve und … hinten schwabelts und platt ist der Reifen. Sofort schwenk ich rechts raus, absteigen, schnaufen, denken. Dann handeln: Rad raus, Pneu weg, Werkzeug, Schlauch, Patrone, «no gracias, no help, sonst harakiri», mache ich das Halsabschneiderzeichen, worauf der nette Senor Position bezieht und nickend zuschaut: jaja, Frau weiss wie das geht. Auch der Streckenposten beobachtet mein Flicken interessiert und entlässt mich erst aus seinem Visier, als der spanische Senor mit meinem kaputten Schlauch quer über der Brust von dannen geht.
Sofort weiter. Wo steh ich wohl? Sicher haben mich alle überholt. Auf der Ebene gegen den Wind erkenne ich dann wieder Simone. Sie staunt «dachte, du bist schon am Laufen», und die Schöne aus Mexico «hey, gogo» tja, das ist Triathlon, eine Reise mit sich selbst und unheimlichen Begegnungen. In der Wechselzone seh ich meine Fahrzeit 2.58 h, plus xy weissnichtwieviele Minuten fürs Reparieren. Ist egal, mit der Leistung bin ich zufrieden.

Dieses Jahr geht es um die Zeit. Mit der hab ich mich noch nie angelegt. Denn quälen ist nicht meine Sache. Und dann quälte mich letzten August nach dem Ironman Kanada mein Gewissen, nicht alles gegeben zu haben. Das wird dieses Jahr anders!

Nach der Wechselzone scheu die ersten Schritte plus ein Gel. Wow, die vielen Leute! Das ist ja Wahnsinn. Ich kontrolliere den Puls, der muss jetzt hopp-schlagen, nicht jöggerlen, 21 Kilometer konstant, taptap, Fusssohlen brennen, nein, nicht Schuhe ausziehen, taptap, ist egal, weiter. Es gelingt mir fast, erst die letzten 3 Kilometer lass ich nach, die letzte Schlaufe war einfach sooo lang – in meiner Wahrnehmung. Und dann der Zielkanal, genial am Strand mit Sonne, Lärm und Zuschauer. Im Ziel dann die Zeit 5.41 h, 13. Rang von 80, ok, nein, gut mit der Panne. Wie viel ich verloren habe? 5 Minuten. Meine neue Formel heisst nun: G2-l + Kopfeinschalten - Füssedenken x (ev.Pl.flick.) = Rennen beenden. Wir werden sehen, ob in Kopenhagen die Rechnung aufgeht.

 

Name:          Sue Lüthi
Alter: 47 Jahre
Beruf: Journalistin


Ironman 70.3 Mallorca:

 

Gesamtzeit: 05:41
Schwimmen:      00:37
Rad: 03:03
Lauf: 01:49
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Hasta Luego Mexico 2013 – Aloha Kona - Judith Mittelmaier

Nachdem der letzte IM Mont Tremblant, Quebec im August 2012 schon eine Weile zurück lag kribbelte es mir wieder unter den Fußsohlen und ich bat Katja um einen Trainingsplan für den neuen, erstmals am 17. März 2013 stattfindenden Ironman in Los Cabos, Mexico.

Katja schüttelte hierzu nur den Kopf „Wie kann man um DIESE Jahreszeit einen Ironman planen?!?“ – doch der Plan kam unverzüglich mit eindeutigen Anweisungen – „28km Laufband“, „6h Spinningbike“.

Der neue Ironman Los Cabos war für mich ein Weg ins Unbekannte – es gibt noch noch keine Erfahrungswerte bezüglich Streckenprofil, Wind, Temperaturen oder Zeiten.

 

In der Akklimatisierungswoche vor dem Wettkampf hatten wir Triathleten einige Hindernisse zu überwinden die wir von anderen Wettkampforten normalerweise nicht gewohnt sind:

Die Streckenerkundung mit dem Rad zwischen all den großen amerikanischen Autos auf mehrspurigen Straßen gestaltete sich schwierig und an den Ampeln versuchte ich möglichst lange die Luft anzuhalten – die Abgase der alten großen Autos stinken hier unvorstellbar. Außerdem befinden sich einige Hindernisse auf den Straßen, wie zum Beispiel zehn Zentimeter breite und auch hohe Stahldeckel zur Geschwindigkeitsreduzierung, Unmengen an Reflektoren und viel zu breite Dehnfugen auf Brücken bei denen man Angst haben muss dass der Reifen platzt und so manche Riegel und Trinkflaschen verloren gehen. 

Am Wettkampftag wird die Radstrecke ja dann zumindest für den Autoverkehr gesperrt, denke ich mir, dennoch bleibt die Raddisziplin abenteuerlich.

 

Der Schwimmstart der 1800 Teilnehmer befindet sich in einer kleinen Bucht einige Meter unterhalb der Radstrecke. 

Um 7 Uhr morgens startet das Rennen mit einem Massenstart in das kühle Meer. Diesmal habe ich mir vorgenommen nicht ganz vorn zu starten und die viele Schläge mitzubekommen sondern halte mich im Mittelfeld am äußeren Startbereich. Wie sich im Nachhinein herausstellt war diese Entscheidung auf jeden Fall die „angenehmere“ beim Schwimmstart! Nach 1:05:38 komme ich als 6. meiner Altersklasse 30-34 aus dem Wasser. 

 

Es geht ca. 200m bergan in das Wechselzelt und den Radpark. Mit dem Rad – wiederum bergauf  - geht es weiter bis zur Radstrecke - zwei Runden, durchgehend wellig, heiß und windig. Jeweils am Ende der beiden Runden wartet dann noch der 32 km lange „Mautstraßenberg“. 

Die erste Radrunde läuft hervorragend – der Abstand zum Profi-Feld der Frauen (die 15min vor mir gestartet sind) bleibt konstant – ich bin motiviert! In der Altersklasse kann ich somit in meiner Lieblings-disziplin die Führung übernehmen.

Auf der zweiten Runde plagen mich die Hitze und der stärker werdende Wind – solche Probleme kannte ich bisher nicht.

Mein Geschwindigkeits-durchschnitt fällt enorm und auch die Motivation sinkt spürbar – mit meinem Ziel, die „Mont Tremblant Zeit“ vom Vorjahr zu toppen wird es wohl nichts mehr … trotzdem: Weitermachen!

 

Auf dem zweiten 32 km langen Mautabschnitt muss ich die Geschwindigkeit erneut reduzieren, den Marathon nachher will ich schließlich nicht gehen müssen. 

Nach 5:41:06 – einer für mich sehr sehr langen Radzeit komme ich endlich in den Wechselpark.

 

Jetzt stehen noch drei wellige Laufrunden mit 15 Wendepunkten (auch das hab ich noch nie gesehen …) an. Der Flüssigkeits- und Salzverlust auf dem Rad, der wellige Kurs und die Mittagshitze ohne jeglichen Schatten machen nicht nur mir zu schaffen. Die Laufgeschwindigkeiten in diesem Rennen sind allgemein deutlich langsamer wie in anderen. Ein permanenter Wechsel zwischen gehen und laufen … auf und ab … 

 

Die Motivation der mexikanischen Helfer an den Verpflegungsstationen hingegen ist riesig. Es gibt keine Cola ohne eine Aufmunterung. 

Der letzte Motivationsschub ist die Uhr – zumindest den Marathon noch unter 4 Stunden schaffen – ich weiß nur dass es noch 3 Kurven sind: rennrennrenn!

 

Mit einer Laufzeit von 3:56:06 und einer Gesamtzeit von 10:49:03 komme ich endlich ins Ziel.

Ich habe keine Ahnung auf welchem Platz ich gelandet bin. Die deutlich langsameren Rad- und Laufzeiten haben meine Erwartung gedämpft.

Erst zuhause, im Internet steht es dann:

Platz 2 und es geht wirklich nochmal auf die andere Seite der Welt!!!

 

Ein riesengroßes Danke an meine 5 Motivatoren, die mir die komplette Zeit an den unterschiedlichsten Stellen an der Strecke „auflauerten“: Constantin, Sylvie, Klaus (der leider wegen Krankheit nicht starten hat können – das ist auch ein Kampf … mit sich selbst) sowie die beiden Freunde Cathy und Bill (extra aus Mazatlan, Mexico angereist!) ... denen ich im Rennen nicht geglaubt habe dass alle anderen Teilnehmer sich auch quälen ϑ.

 

Und – liebe Katja – herzlichen Dank für deine Pläne und die super Vorbereitung! Was man nicht auch alles im Fitnessstudio hinkriegt …!!!

Wenn du wüsstest wie ich mich jetzt schon auf die anstehende Vorbereitung im Sommer bei Tageslicht und v.a. OUTDOOR freue!!! 

 

…  Hasta Luego Mexico             –               Aloha Kona  …

 

 

Name:          Judith Mittelmaier
Alter: 29 Jahre
Beruf: Dipl. Ing. Maschinenbau


Ironman Los Cabos 2013:

 

Gesamtzeit: 10:49:03
Schwimmen:      01:05:38
Rad: 05:41:06
Lauf: 03:56:02

 

 

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Sibylle Grimm | IM 70.3 Rapperswil 2012

Nachdem ich mich definitiv dazu entschlossen hatte, meine erste Halbdistanz in Angriff zu nehmen war auch sogleich klar, dass ich dazu gerne Katjas Hilfe in Form von Trainingsplänen in Anspruch nehmen möchte. Zu gross war der Respekt vor dieser Distanz, hatte ich bis dahin doch ‚nur‘ olympische Wettkämpfe bestritten. Zudem eilt Katja bei uns hier im Club ja ein sehr guter Ruf voraus, so dass für mich von Anfang an klar war: entweder Rappi mit Katja oder gar kein Rappi. Zum Glück hatte sie noch Platz für mich, so dass es dann im November 2011 mit den ersten Plänen losgehen konnte.


Ganz gespannt wartete ich auf meine ersten Pläne, da ich bis jetzt noch nie strukturiert bzw. nach Plan trainiert hatte. Ich fand den Einstieg in die Programme und den Trainingsrhythmus relativ schnell und mein Körper gewöhnte sich auch bald an die Trainings und Umfänge.


Eine weihnachtliche Trainingswoche auf Lanzarote mit schönem Wetter, sehr abwechslungsreichen Radtrainings und netten Begleitern gab mir dann Kraft und Motivation, die teilweise vereisten, verregneten und leider auch kalten samstäglichen Longjogs trotz aller Widrigkeiten nach Plan zu absolvieren. Natürlich fiel mir das nicht immer leicht, so erinnere ich mich immer noch sehr gut an ein Training, bei dem es so kalt war, dass mir einerseits meine Haare einfroren und ich andererseits am Schluss trotz Handschuhen so kalte Hände hatte, dass ich die Haustür fast nicht mehr aufschliessen konnte!
Im Frühling durfte ich dann gleich nochmals eine Woche nach Lanzarote zum Rennradfahren. Ich war erstaunt, wie gut mein Körper die Trainings wegsteckte, auch wenn doch meistens einige Höhenmeter auf dem Plan standen oder einmal sogar einen 21km Lauf mit anschliessender Rennradausfahrt. Bis anhin war ich in der Hälfte des Trainingsweekends meistens erschöpft und hatte Muskelkater – diesmal war das Gegenteil der Fall: ich fühlte mich topfit, gut Erholt und freute mich jeweils schon wieder auf die nächste Einheit.
Bald war Ende Mai und THE DAY rückte näher und näher. Schon gingen die Wetterdiskussionen los: ist der See warm genug für die volle Distanz? Wird die Schwimmstrecke evt. gekürzt? Gar kein Schwimmen? Zudem stand ich in der Woche vor dem Wettkampf vor der Qual der Wahl: die tollen geliehenen Zipp-Laufräder fahren trotz Regen oder auf Sicherheit setzen und mit meinen normalen Rädern auf die Strecke gehen? Was wenn ich einen Platten habe? Kann ich den Schlauchreifen wirklich wechseln (nur einmal geübt) oder zwingt mich das dann zur Aufgabe? Der Entscheid fiel dann am Freitagabend auf ‚volles Risiko‘ und somit auf die Zipps (Danke Markus!).


Beim Einchecken am Samstag und dem Athletenbriefing kam dann endlich auch ein wenig Wettkampfstimmung auf. Die war bis zu dem Zeitpunkt weit weg und ich fühlte mich mental nicht wirklich bereit, musste ich mich doch in meiner Freizeit nebst dem Training mit zu vielen anderen Sachen rumschlagen. Aber so langsam kam auch die Freude auf, ein Teil dieses tollen Wettkampfes in Rapperswil zu sein. Zudem hatte ich die Gewissheit körperlich bereit zu sein, da ich fast alle Trainingsvorgaben der letzten 7 Monaten eingehalten hatte und ich wusste, dass auf Katja Verlass ist.


Dann war THE DAY dann auch schon da. Ich fand mich bereits um 7 Uhr in der Wechselzone ein um genügend Zeit zu haben alles nochmals im Kopf durchzugehen und v.a. die Wechselzone in Ruhe einzurichten. Die dunklen Wolken am Himmel versuchte ich zu ignorieren – der Wetterbericht hatte einen trockenen Tag gemeldet & ich hatte ja mit der Räderwahl auch voll darauf gesetzt. Leider haben die Wetterfrösche nicht immer recht: gegen 8 setzte der Regen ein und wir flüchteten alle unter ein Zelt der Securitas um nicht schon ganz nass zu werden. Es kam so heftig, dass sogar die Sturmwarnung auf dem See blinkte und man vom Ufer aus die Bojen der Schwimmstrecke nicht mehr sehen konnte. Meine Stimmung sank dementsprechend. Doch zum Glück war der Spuk nach 30min vorbei und alle krochen wieder aus den Verstecken hervor (einige hatten sogar das Radcover als Unterschlupf gewählt =)) und die Profis begannen sich in ihre Neos zu packen. So blieb mir nichts anderes übrig als mich auch langsam für den Start vorzubereiten.
Kaum im Neo war es auch bereits Zeit in den See zu springen und einzuschwimmen. Durch den Regen hatte ich gar keine Zeit mehr, nervös zu werden – auch gut! Die Profis wurden dann auch schon ins Rennen geschickt und wir Frauen durften dann 5min danach auch bereits loslegen und uns ins Gewühl stürzen.
Am Anfang wurde ich beim Schwimmen etwas gebremst, da es vor mir eine Mauer aus Neos und Füssen gab, an denen ich nicht vorbei kam. Aber mit der Zeit hatte ich dann mein Plätzchen gefunden und auch ein paar Füsse, denen ich folgen konnte. Der Weg zurück von der Wendeboje bis zum Schwimmausstieg kam mir unendlich lang vor, aber mein Gefühl hat mich zum Glück getäuscht. Viel früher als erwartet kam ich im Hafenbecken an und wurde von den Helfern aus dem Wasser gezogen – die Freude am Wettkampf stieg an, auch weil nun die ‚schwierigste‘ Disziplin vorbei und heil überstanden war. Zudem warteten beim Ausstieg die ersten Clubkollegen auf mich, welche mich lauthals anfeuerte – Trigethers überall!
Ab ging es in die Wechselzone und ausnahmsweise kam ich so gut aus dem Neopren raus & in die Radschuhe etc. rein wie in keinem meiner Vorbereitungswettkämpfe!

 

Es lief alles wie am Schnürchen und der Regen war auch weg – toll! Auf dem Weg aus der Wechselzone feuerten uns dann die anderen, noch nicht gestarteten Athleten an und schon durfte ich auf s Rad steigen und losstrampeln. Der Anfang der Radstrecke ist sehr flach und führt dem Zürichsee entlang, so dass man genug Zeit hat, einen Rhythmus zu finden. Leider hatte ich beim Montieren der Zippräder den Bremsen zu wenig Beachtung geschenkt und nun schleifte eine der Vorderbremsen am Rad. Anhalten und beheben oder ignorieren oder im Fahren zu lösen versuchen? Das waren aus meiner Sicht die drei Optionen, die sich mir boten.
Schliesslich gelang es mir bei einer kleinen Steigung während der Fahrt das Problem zu beheben, so dass es danach ohne unnötige Behinderungen weitergehen konnte. Schon wartete der erste Anstieg auf mich – jetzt nur nicht zu viel wollen und zu stark verausgaben. Auf der nächsten Geraden konnte ich dann sogar eine Clubkollegin überholen und wir feuerten uns gegenseitig nochmals an. Weiter ging es die nächsten Steigungen hoch nach Goldingen, bevor dann eine tolle und schnelle Abfahrt auf uns wartete. Da ich nicht die beste und Abfahrerin bin wurde ich da von einigen Athleten überholt. Aber das war mir im Voraus bewusst und ich liess mich davon nicht beirren. Schon war ich auf dem Weg  zurück zur Wechselzone und somit zum Wendepunkt. Bereits kamen mir da die ersten Athleten der nach uns gestarteten AKs entgegen, auf der zweiten Runde der Strecke würde es also voller werden. Kaum gewendet stand eine ganze Gruppe Trigethers am Strassenrand die mich mit Plakaten bewaffnet lautstark anfeuerten. Zudem war ich erst 1h 27 unterwegs – erneut schneller als erwartet und auch mit der Ernährung durch das Gebräu aus Maltodextrin, Salz und Sirup kam ich super zurecht - stimmte einfach alles.
Topmotiviert ging es somit auf die zweite Runde und die Steigungen fühlten sich immer noch gut an – viel weniger schlimm als ich mir das auf der zweiten Runde vorgestellt hatte. So erstaunt es nicht, dass ich den zweiten Split sogar noch etwas schneller fahren konnte als den ersten.

 

Eingangs Wechselzone standen dann noch meine Eltern – die waren genauso überrascht wie ich, dass ich schon vom Radfahren zurück bin und ich nun ‚nur‘ noch nach Hause laufen musste. Da laufen meine Paradedisziplin ist und ich sehr gut unterwegs war wusste ich, dass nun eigentlich fast nichts mehr schief gehen konnte. Na dann, ab in die Laufschuhe und los! Kaum auf der Strecke wartete dann schon wieder eine gute Freundin auf mich, um mich anzufeuern. Nach ein paar km dann eine weitere Überraschung: eine ganze Gruppe Teamkollegen standen da und jubelten, schrien, feuerten an und hielten Plakate in die Höhe – es lief mir kalt den Rücken runter! In der Innenstadt stand ich dann vor den berühmten ‚Stairways to heaven‘, vor mir eine Athletin die mit einem Krampf kämpfte. Ich fragte sie noch kurz, ob alles ok sein und schon war ich oben und durfte wieder runter rennen und mein erstes Rundenband abholen. Dann beim Verpflegungsposten wieder ein Gel – zum Glück haben sie sogar meine Lieblingssorte! Auf der zweiten Runde wurde ich erneut von allen angefeuert und es lief und lief und lief einfach wie geschmiert! Zudem machte es mir sooo viel Spass – einfach toll! Nochmals die ‚Stairways to heaven‘ hoch und dann zum letzten Verpflegungsposten: ich entschied mich für Cola statt Gel – es waren ja nur noch 2km bis ins Ziel. Auf der Laufstrecke kreuzte ich mich immer wieder mit anderen bekannten Gesichtern aus dem Club und wir feuerten uns immer wieder gegenseitig an. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir dann, dass sogar für meine Verhältnisse sehr gut im Rennen war. Eine Zeit um 5.20 lag drin! Am Freitag vor dem Wettkampf schätze eine Kollegin meine Gesamtzeit auf 5.21 – mir erschien das sehr utopisch und auf keinen Fall erreichbar. Sollte das nun tatsächlich möglich sein?
Schon war ich im Zielkanal und es lief mir erneut kalt den Rücken herunter: so viele Leute die alle Athleten anfeuerten und das Ziel so nah! Zudem strecke mir eine Freundin auch noch eine Rose für den Zieleinlauf entgegen – eine super Überraschung! Mit einem letzten Endspurt ging es dann über die Ziellinie und ich fühlte mich immer noch sehr gut. Der Blick auf die Zeitmessung: 5:19:23!!!! Sogar die utopischste Zeit hatte ich unterboten (und habe dadurch ‚leider‘ eine Wette um ein Abendessen verloren….)! Ich konnte es kaum fassen und schnell stand fest: das war zwar mein erster, aber sicher nicht mein letzer 70.3 Wettkampf!


Es motiviert natürlich ungemein, wenn man einen Wettkampf so erleben darf und alles perfekt läuft – es macht Lust auf mehr und zeigt, dass sich das Training definitiv gelohnt hat!

Katja, ich komme wieder….:o))

 

 

Name:          Sibylle Grimm
Alter: 34 Jahre
Beruf: Wirtschaftsinformatikerin


Ironman 70.3 Raperswil 2012:

 

Gesamtzeit: 05:19:23
Schwimmen:      00:36:27
Rad: 02:53:22
Lauf: 01:44:22

 

 

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Stephanie Liedtke - 2012: Meine erste Mitteldistanz

Im Herbst 2011 war es besiegelt: Ich würde mein erstes Mitteldistanz-Rennen bestreiten! Die Anmeldung jedenfalls war schon einmal über die Bühne…
Beschränkte sich meine „Triathlonkarriere“ bislang vor allem aufgrund des sehr überschaubaren Radtrainings nur auf eine Handvoll (vorausgesetzt, man hat vier Finger) Sprint-Distanzen, sollte es nun etwas „nachhaltiges“, etwas von Dauer sein. Die olympische Distanz überging ich bei meiner Planung grosszügig…die brauchte es nicht…wenn schon, denn schon.
Aber welches Rennen sollte es sein? Mmmh, lieber eine flache Radstrecke – die überforderte mich bei meinen ersten Rennen wohl nicht gar so arg wie etwas Hügeliges. Aber am liebsten auch etwas, das mehr oder weniger um die Ecke stattfand (falls, aber wirklich nur falls man in letzter Sekunde doch noch – und natürlich nur mit überaus triftigen Gründen ausgestattet – kneifen sollte) und man nicht schon in ein kostspieliges Wettkampf-Wochenendpaket inklusive Flug, Hotel etc. investiert hatte, aus dem man nicht mehr herauskam, weil man bei der Buchung vergessen hatte,  eine Reiserücktrittsversicherung abzuschliessen.
Am Ende siegte Nähe vor potenziellen Wadenkrämpfen: der Ironman 70.3 Switzerland Anfang Juni 2012 sollte es sein. Schliesslich hatte ich mir sagen lassen, dass die wunderschöne Kulisse die rund 1'000 Rad-Höhenmeter definitiv entschädigen sollten. Und was sind schon schmerzende Beine…
So, musste also nur noch jemand her, der mich fit machen konnte. Ich selbst hatte schliesslich nicht die leiseste Ahnung, was tun. Was lag da näher, als Katja anzufragen, mit der mein Mann Klaus schon seit Jahren einen sportlichen Erfolg nach dem nächsten erzielte.
Ja, glücklicherweise wollte Katja und schrieb mir ab Dezember 2011 fleissig Trainingspläne, die ich zu meinem grössten Erstaunen (ich hatte doch gröbere und zugegebenermassen auch berechtigte Bedenken, ob ich der Typ „nach Vorgaben trainieren“ sein würde) noch viel fleissiger abtrainierte. Hätte ich noch vor Herbst 2011 keinen Zehennagel vor die Tür gesetzt, wenn auch nur eine einzige Regenwolke mein Training potenziell hätte stören können, lief ich neuerdings – ohne die Mine zu verziehen – durch strömenden Regen und rutschte im Winter auf eisigem Untergrund frohen Mutes durch den Wald.
Die Trainingsmonate waren nass und kalt, vergingen aber wie im Flug. Und so ganz langsam aber sicher wurde ich auch auf dem Rad nicht mehr von Unterstufen-Schülern und -Schülerinnen, die auf dem Heimweg von der Schule waren oder ambitionierten, Hollandrad-fahrenden Müttern überholt. Ich schöpfte leise Hoffnung, die IM 70.3 Distanz in den Griff zu bekommen.

 

Und dann war es endlich  soweit! Am Samstag vor dem Rennen checkten Klaus und ich bei strahlendem Sonnenschein die Räder vor Rapperswil’s atemberaubender Bergkulisse und umrahmt von staunenden Kamelen und Giraffen (die Wechselzone befindet sich direkt neben dem Kinderzoo) ein und sassen anschliessend beim Race Briefing noch ein wenig mit Freunden und Mit-Rennbestreitern zusammen. Ein Freund fragte mich beiläufig, ob ich die Nacht vor dem Wettkampf wohl gut schlafen könne. "Ja, klar", hörte ich mich vollmundig sagen, "ich bin zwar nervös, aber schlafen kann ich immer". Worauf dieser kommentierte: "Ich habe vor meinem ersten Ironman keine Sekunde geschlafen".
Dieser Satz hallte mir zwischen 2 und 3 Uhr morgens mindestens 1 Million mal in den Ohren, während ich mich schweissgebadet von einer Seite auf die andere wälzte, immer in der Hoffnung, doch noch wegzudämmern. Ich fasse es zusammen: Es gelang nicht wirklich...
Entsprechend traf mich fast der Schlag, als um 5:15 Uhr morgens der Wecker klingelte. Was, in DEM Zustand sollte ich einen Wettkampf absolvieren? Unmöglich! Zwei dick mit Nutella bestrichene Brötchen zwangen meine Müdigkeit jedoch mit jedem Bissen mehr und mehr in die Knie. In Rapperswil angekommen konnte man mich mit viel Liebe sogar als wach bezeichnen.

 

Und nun? Wechselzone einrichten. Als blutige Anfängerin, die wie gesagt noch nie eine längere Triathlon-Wettkampfdistanz absolviert hatte und noch dazu bei unklarer Wetterprognose startete (10 verschiedene Online-Wetterberichte prognostizierten 10 verschiedene Wetterszenarien), wollte ich nichts dem Zufall überlassen und hatte so viele Kleiderkombinationen dabei, dass ich damit locker einen dreiwöchigen Urlaub hätte machen können. Penibel positionierte ich dann auch alles nebeneinander an den Wechselplatz, um genau dieses alles 5 Minuten später, als ein mittleres Unwetter über Rapperswil hereinbrach, panisch und komplett durcheinander in eine Plastiktüte zu stopfen. Ach, wer brauchte schon einen gut eingerichteten Wechselplatz? Ich überzeugte mich davon, dass mir die Flexibilität, mich nach dem Schwimmen entscheiden zu können, was ich auf dem Rad anziehen wollte, gut täte…
Und weiter ging es zum Schwimmstart.

 

500 Frauen - Start alle zur gleichen Zeit. Um mich nicht gleich auf den ersten 100 Metern von kampfwütigen Bestzeit-Jägerinnen erschlagen zu lassen, stellte ich mich brav ganz nach rechts aussen und nahm die Extrameter, die ich sicher schwimmen musste, dankbar in Kauf.  Das Wasser war wie befürchtet unverschämt kalt. 16.7 Grad, hiess es. Au weia. Aber immerhin war ich jetzt endgültig wach.  Allerdings fühlte es sich bei genauerer Betrachtung gar nicht ganz so eisig an wie die Tage zuvor, als ich zähneklappernd einige Trainingsründchen absolviert hatte - Adrenalin ist offensichtlich in vielen Lebenslagen nützlich. Einem den modrigen Geruch abgestandenen Hafenwassers aus der Nase zu vertreiben schaffte es aber nicht. Zumindestens nicht in meinem Fall. Genau der zog mir nämlich kurz vor dem Start in mein Riechorgan und sorgte wahrscheinlich zusammen mit dem leichten Wellengang dafür, dass mir nach ca. 1'400 konservativ, aber erfolgreich geschwommener Meter richtig übel wurde. Ich konnte es zuerst gar nicht glauben, dass ich jetzt noch Probleme bekommen sollte. Die meiner Meinung nach psychologisch wichtige letzte Boje vor der Wende hatte ich doch schon längst hinter mir!!! Mir war so elend, dass ich sicher war, demnächst ohnmächtig zu werden. Was half es, ich musste einen Stopp einlegen und liess mich eine Weile auf dem Rücken treiben. Das brachte tatsächlich ein wenig Besserung und so konnte ich mich eine gefühlte Ewigkeit später sogar langsam wieder in Brustschwimm-Position bringen, in der ich noch eine Weile weiterruderte. Irgendwann versuchte ich es dann wieder mit dem Kraulen und merkte zu meiner Freude, dass das wieder funktionierte. Also nichts wie ab aus dem Wasser...
Noch leicht schummerig und mit einer zarten Schicht Grünalgen benetzt wankte ich in die T1. Oh je, die Kleiderfrage! Was anziehen? War mir kalt, war mir warm? Ich spürte nicht wirklich viel.  Ich wühlte ziellos in meiner „Wundertüte" mit den 1’000 Kleiderkombinationen herum und entschied mich spontan für ein Langarmtrikot, in dem jeder andere Athlet vermutlich spätestens auf der 2. Radrunde vor Hitze explodiert wäre. Ich jedoch hatte gerade 2 Wochen Karibik-Trainingslager hinter mir und ein anderes Kälte-/Wärmeempfinden – das passte schon alles tipp-topp! Losfahren!

 

Auf dem Rad lief es fast von Beginn an prima. Die Übelkeit hatte sich nach den ersten beiden Kilometern wie schon zuvor die Wolken verzogen. Zudem stellte ich höchst erfreut fest, dass meine Beine funktionierten und vermutlich keine Muskelkrämpfe produzieren würden. Trotzdem liess ich mich nicht von dem zugegebernermassen vorhandenen Impuls verleiten, die mit Katja abgesprochenen Pulsbereiche zu überschreiten. Und das war sicher auch gut und richtig so. Denn auf diese Weise konnte ich die Radstrecke wirklich geniessen. Und während mein Rad-Umfeld am Berg schnaufte, ass ich PowerBar Riegel und Red Gums. Ein Reifenwechsel blieb mir zu meiner grossen Erleichterung erspart. Nachdem Klaus mich zwar mit viel Einsatz und mindestens ebenso vielen verlorenen Nerven auf diese fünfte Disziplin vorbereitet hatte, war ich froh, sie im Rennen nicht austesten zu müssen.
Und dann kam schon T2. Wieder eine meiner ausgeprägten Stärken. Ich verbrachte eine halbe Ewigkeit damit, mein Rad ordnungsgemäss an einer Dixitoilette zu parken, um die 3 L aufgenomme Flüssigkeit nicht mit auf die Laufstrecke nehmen zu müssen. Dann ging es weiter zur „Wundertüte“ am Wechselplatz, der ich nach kräftigem, aber erfogreichem Wühlen Laufschuhe, Mütze, Trinkgurt, 4 volle Trinkflaschen und eine Tüte Red Gums entnahm. Ach ja, und noch zur Vorsicht eine Weste, schliesslich sollte es ja eventuell Regen geben…
Hätte Klaus mich mit meinem „Gepäck“ gesehen, hätte er vermutlich und mit Recht einen mittelschweren Anfall bekommen. Aber zum Glück war er selbst Rennteilnehmer und irgendwo auf der Strecke. Als er nach dem Rennen die Fotos, die von mir gemacht worden waren anschaute, fragte er mich nur ganz verstört, was da beim Laufen alles an mir herumgebaumelt sei :o)

 

Mit gefühlten 4 Kilo Ausrüstung behangen funktionierten meine Beine aber noch immer nach Wunsch. Trotzdem liess ich mich  auch jetzt nicht verleiten, von dem mit Katja abgesprochenen Pulsbereich abzuweichen. 21 km sind ja schliesslich lang und so oft war ich diese Distanz wirklich noch nicht gelaufen – nach 90 km Rad quasi noch nie. Die nicht unbeträchtliche Anzahl mittlerweile gehender Athleten bestätigte meine Entscheidung.
Die gefürchteten Treppen, die „Stairways to Heaven“ bei Kilometer 8 und 16 waren weitaus unspektakulärer als gedacht und konnten sogar laufend bezwungen werden. Aber erst auf den letzten 3 Kilometern wagte ich es dann endlich, etwas mehr Gas zu geben, weil ich mir sicher war, dass nicht mehr wirklich etwas schief gehen konnte. Der Zieleinlauf war sehr emotional und ich schwebe bis heute auf einer glücklichen, rosafarbenen Mitteldistanz-Wolke :o)
Ein ganz dickes DANKE an Katja für die super Betreuung und Unterstützung!!!
Für das kommende Jahr habe ich mir bereits ein neues Mitteldistanzrennen ausgesucht – Rapperswil hat mir so viel Spass gemacht, dass ich es noch einmal an anderer Stelle angehen möchte. Ich sehe ein gewisses berechtigtes Potenzial, Zeit in T1 und T2  einzusparen… und vielleicht sogar auch bei den anderen 3 Disziplinen ;o) Für diese macht mich Katja dann sicher fit!

 

 

Name:          Stephanie Liedtke
Alter: 41 Jahre
Beruf: Key Account Manager


Ironman 70.3 Raperswil 2012:

 

Gesamtzeit: 05:55:11
Schwimmen:      00:39:08
Rad: 03:10:23
Lauf: 01:57:06

 

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Ironman Hawaii 2011 - Judith Mittelmaier

Im April diesen Jahres startete ich beim Ironman in Südafrika – das erste Mal im Meer, ohne Verletzungen und mit Pulsgurt! Und holte mir den Qualifikationsslot der Altersklasse 25-29 für die Weltmeisterschaft auf Hawaii!

 

Neun Tage vor der Ironman World Championship auf Hawaii startete ich meine Reise. Zunächst nach Kauai, die „Grüne Insel“ bzw. „Garteninsel“ der Inselgruppe, dann nach Big Island an den Wettkampfort. In den Tagen vor dem Rennen war – gemeinsam mit 1954 anderen Athleten - Schwimmen in der  Kailua-Kona -Bay zum bekannten „Kona Coffee Boat“ mit Coffee- und Cookie-Pause, Radausfahrt auf den Queen Kamehameha Highway und Lauf auf dem Alii Drive angesagt.  Alle genießen hier die besondere Atmosphäre!

 

Der 8. Oktober war viel zu schnell da. Um 3:45 klingelte der Wecker. fünfzigfach Sonnencreme, Schwimmanzug, Radflaschen füllen und frühstücken. Um 4:30 ging der Bus zum Kailua Kona Pier. Hier nochmal in der Wechselzone das Rad aufpumpen, den Profis zuschauen und die Aufregung steigen lassen.

 

Um 6:00 zum Start der Profis erklingt die Nationalhymne, 30min später starten die Amateure. Zur Startlinie sind noch einige Meter zu schwimmen – 1759 Amateure sammeln sich und schon beim mit den Füßen paddelnd im Wasser wartend kriegt man die ersten Tritte ab – „wie soll man denn hier noch Platz für die Schwimmlagen haben?“
Es fällt der Startschuss und irgendwie  erkämpft  man sich seinen, wenn auch sehr kleinen Platz im ganzen Feld. Überall um einen herum sind Köpfe, Arme, Beine … Das Schwimmen kostet viel Kraft bei deutlich spürbarem Wellengang, was sich hinterher auch an den Schwimmzeiten zeigt.

 

In der Wechselzone so schnell das mit der nassen Haut möglich ist in die Radhose und das Langarmtrikot (Sonnenschutz) wechseln, Sonnencreme auf die Beine, Riegel verstauen und das Rad suchen. Mit dem Rad geht es zunächst einige Meilen durch die Stadt – hier ist noch eher „Showfahren“ als Zeit gewinnen angesagt, die Straßen sind gesäumt von Zuschauern. Dann geht es auf den Queen Kamehameha Highway – JETZT beginnt mein Rennen! Die wellige, windige Straße führt bis zum Wendepunkt in Hawi: Zuschauer werden weniger, die Hitze in den Lavafeldern wird größer und der Wind nimmt zu. Kurz vor Hawi fahre ich mit 18km/h gegen den Wind, überhole aber kontinuierlich, in der Hoffnung, frühzeitig am Wendepunkt anzukommen bevor auch der gefürchtete Wind vom Meer dreht und den Rückweg erschwert. Einige Meilen  schaffe ich noch mit seitlichem Rückenwind. Der Rest der Strecke ist wieder gegen den Wind zu bewältigen.

 

Endlich geht es ohne Platten oder Sturz auf die Laufstrecke. Die ersten Meilen bis zum Wendepunkt auf dem Alii Drive gehen sehr zügig voran. Plötzlich kommt der Einbruch – jetzt beginnt die Quälerei … Gehen? Ich wollte doch unbedingt einen Daylight-Finish!  Mit einem konstant niedrigen Tempo zurück Richtung Kailua Pier und dann auf den Queen Kamehameha Highway läuft es langsam besser und das Tempo steigt wieder. Selbst im gefürchteten Energy Lab, einer Senke in der Lavalandschaft wo sich die heiße Luft staut „läuft es“. Wieder oben angekommen weiß ich, dass es jetzt „nur noch“ etwa 7,5 Meilen in Richtung Ziel geht – das motiviert. Drei weitere Teilnehmerinnen, die immer auf meiner Höhe laufen, lassen mich auf den letzten 3 Meilen nochmal alle Kräfte sammeln.  Der Endspurt in Richtung Ziellinie dauert unwahrscheinlich lang, aber auch das ist mal zu Ende!

Ich stehe im Ziel mit einer Zeit von 10:22:47 und es ist noch hell! Erst zuhause erfahre ich dass ich am nächsten Tag zur Siegerehrung darf. In meiner AK hatte ich den fünften Platz geschafft.

 

Liebe Katja, vielen Dank für die fantastische Vorbereitung und die Unterstützung, vor allem die permanente Ermahnung in den letzten Tagen „keine Extrawürste“ ;-)

 

Name:          Judith Mittelmaier
Alter: 27 Jahre
Beruf: Maschinenbauingenieurin


Ironman Hawaii 2011:

 

Gesamtzeit: 10:22:47
Schwimmen:      1:13:52
Rad: 5:20:53
Lauf: 3:40:29

 

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Oliver Heinz: The perfect race (Zürich 2011)

Los ging es etwa im November 2010 – also 8 Monate vor dem „Race Day“- seit diesem Zeitpunkt war ich bei Katja „unter Vertrag“ – oder vice versa…

Im 5 Wochen Rhythmus hat mich Katja mit immer neuen Trainingsplänen versorgt. Am Ende jeder Woche habe ich ihr dann meinen Trainingsbericht zurückgeschickt aus welchem meine absolvierten Trainings ersichtlich waren – inklusive Angaben wie es mir dabei ergangen war, dies alles hat Einfluss in die folgenden Trainingspläne gefunden. Bei mir persönlich hieß beinhaltete der Trainingsplan 6 Tage Training und jeweils 1 Ruhetag pro Woche - wobei der Ruhetag wahrscheinlich der wichtigste Tag war, denn man muss dem Körper unbedingt die nötige Erholung zukommen lassen.
Die Trainingsinhalte waren immer sehr abwechslungsreich und haben den hohen Trainingsaufwand kurzweilig erscheinen lassen, vor allem beim Laufen - nicht gerade meiner Lieblingsdisziplin - war ich über die neuen Impulse sehr froh. Neben dem Trainingsalltag beinhaltete die Vorbereitung für mich zwei einwöchige Trainingslager bei denen mich die Trainingsvorgabe in optimaler Weise gefordert aber eben nicht überfordert hatten. Auch hier war ich Katja dankbar über den Ratschlag besser 2 Trainingslager anstelle eines langen einzuplanen, da man nach 7 Tagen auf dem Rad dann auch mal genug hat…
Darum möchte ich Dir auf diesem Wege nochmals herzlich für die tolle und professionelle Unterstützung danken!!!
Meinen nächsten Ironman werde ich bestimmt wieder mit Deiner Hilfe bestreiten!

 

10. Juli 2011 Zürich


Als morgens um 4:00h der Wecker klingelt darf ich endlich aufstehen, denn schlafen kann ich sowieso schon lange nicht mehr – zu groß ist die Anspannung vor dem großen Tag auf den ich nun seit 8 Monaten intensiv hintrainiert habe.
Draußen höre ich schon seit gefühlten Stunden den Regen, schnell ein Blick aufs iPhone und den Regenradar – das schaut gleich besser aus, ab 5h soll der Regen aufhören und dann soll es erstmal trocken bleiben und erst am späteren Nachmittag zieht ein Gewitter auf – demnach besteht die Chance trocken vom Rad zu kommen.
Jetzt erstmal frühstücken, es gibt zwei Scheiben weißes Toastbrot mit etwas Butter und Honig, dazu noch eine Banane, einen Espresso und viel Flüssigkeit. Alles leicht verdaulich und gute Kohlehydratlieferanten... Ernährung ist an einem solchen Tag der Schlüssel zum Erfolg – der Magen ist durch die Belastung extrem empfindlich so dass höchstens zu Beginn der Radstrecke feste Nahrung gegessen werden kann und dann nur noch Kohlehydrate in flüssiger Form aufgenommen werden können.
Nach dem Frühstück konnte ich dann erstmal die Pasta vom Vortag „loswerden“ auch wichtig denn während dem Rennen will man dafür keine Zeit verlieren... Danach präpariere ich mich von Fuß bis Kopf mit diversen Salben. Die Füße mit Hirschtalg, den Hintern mit Radlercreme, den Nacken und die Brustwarzen mit Scheuerschutz und zu guter letzt noch eine dicke Schicht Sonnencreme drauf. Gegen 5.15h schnappe ich mir meinen Rucksack mit drei Plastiktüten, eine für den Radwechsel, eine für den Laufwechsel und eine für „danach“ also nach den Zieleinlauf und mache mich mit dem Stadtrad auf den Weg zur Landiwiese – der MR.T musste schon am Vorabend in die Wechselzone gebracht werden.

Um 5.30h bin ich an der Landiwiese und begebe mich zur Wechselzone um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Ich bin einer der ersten und trotzdem herrscht schon ein munteres und sehr fokussiertes Treiben. Durch den starken Regen ist alles nass, gut waren die Rennboliden mit einer Plastikplane nachts abgedeckt. In erster Reihe richte ich die Radschuhe her, in zweiter die Laufsachen, viel ist es nicht was man dafür braucht, da ich nach dem Schwimmen nur den Neo ausziehe und die Radhose und das Trikot bereits an habe. Am Rad sind zwei Getränkebidon, einer mit Wasser am Lenker und eine zweite Flasche gefüllt mit einer Maltrodextrin 19 Mischung (einem langkettigen Kohlehydratdrink). Da Regen vorhergesagt ist packe ich die Sachen für beide Wechsel jeweils in eine Plastiktüte – es wäre nicht schön mit nassen Laufschuhen loslaufen zu müssen, denn das würde extra Energie kosten und mit Energie muss man an so einem langen Tag gut haushalten.
Immer wieder schaue ich mir die Utensilien in der Wechselzone, den Wechselplatz an und gehe den Wechsel im Kopf wieder und wieder durch - damit später jeder Handgriff sitzt. Kurz vor 6.00h steige ich in den Neo und begebe mich langsam Richtung Schwimmstart. Martin unser Präsi wird mir meine zweite Flasche Maltodextrin nach der ersten Runde am Heartbreak Hill reichen. Wir haben abgemacht das ich ihm die Flasche morgens vor dem Schwimmstart übergebe, doch wo ist Martin... Nach meinem abermaligen Toilettenstop entdecke ich ihn zusammen mit Züsi und Markus und bin sehr erleichtert :-)

 

Der Countdown läuft; um 6.55h fällt der Startschuss für die Profis – da wird man schon etwas neidisch denn das ist nur ein kleines Grüppchen von 30 Athleten. Bei den „Age Groupern“ sprinten um 7.00h etwa 2.000 (!!!) adrenalingeladene Athleten ins Wasser und das gibt ein hauen und stechen. Dann endlich ist es soweit, ich stehe mit Matthias, einem weiteren Trigether am Strand und der Startschuss fällt. 2.000 Athleten sprinten ins Wasser und versuchen in dem Gewühl vorwärts zu kommen, ständig bekommt man einen Arm auf den Kopf, die Beine und schluckt Wasser, nun ja wenigstens war das „Atemnottraining“ im Pool nicht um sonst, allzu leicht kann man in der Situation Panik bekommen. Die Hoffnung, das sich das ganze Feld bald etwas entzerrt, schwimmt mit... Orientierung ist gelinde gesagt schwierig – bis zum Horizont sieht man nur die Gischt der vorausschwimmenden Athleten. Plan B sich an Orientierungspunkten an Land zu halten funktioniert nicht, denn selbst der riesige Baukran auf der anderen Seeseite ist nicht mehr auszumachen – also bleibt nur den anderen hinterher zu schwimmen und auf die nächste Boje zu hoffen. Zwischenzeitlich entzerrt sich das Getummel etwas und ich versuche einen guten Schwimmrhythmus zu finden.

Die Schwimmstrecke besteht auf zwei Runden, nach der ersten Runde geht es raus aus dem Wasser und zu Fuß über die Saffa-Insel vor der Landiwiese, dort findet eine Zwischenzeitmessung statt. Vor der Saffa-Insel wird es nochmal sehr eng da zwischen Festland und Insel nur ein schmaler Kanal durchführt - was zwangsläufig zu einem Kampf ausartet. Letztes Jahr konnte ich mir das Spektakel ja noch gemütlich von draußen anschauen und wusste daher das an der Rampe vor dem Ausstieg mehrere Helfer stehen die die ankommenden Schwimmer aus dem Wasser ziehen. Vor der Rampe strecke ich also einfach meinen Arm nach vorn und schwups schnappt auch schon eine freundliche Helferin zu und zieht mich aus dem Wasser :-) Nach der ersten Runde wird es kurzzeitig etwas ruhiger, was sich an der nächsten Boje schnell wieder ändert. Die zweite Runde läuft dann ganz gut – vor allem schwimme ich wie durch Zufall - immer direkt an den Markierungsbojen vorbei, so schlecht kann ich also gar nicht dran sein, denn schwimmen kann ich. Somit besteht aus meiner Sicht das einzige Risiko darin „ausgeknocked“ zu werden oder grosse Umwege zu schwimmen. Endlich geht es auf die Zielgerade – also heißt es nochmal Vollgas geben, denn die Arme haben ja bald für den Rest des Tages frei. Am Schwimmausstieg nochmals die gleiche Taktik mit der Helferhilfe und auch dieses mal klappt es gut, doch als ich von der Rampe runter laufe haue ich mir die rechte grosse Zehe gegen eine Holzplanke, das tut nicht gut – was solls, es wird schon nicht so schlimm sein.
Also weiter in die Wechselzone, den Neo schon mal bis zur Hüfte ausziehen, mehr ist erst am Rad erlaubt. Meinen Wechselplatz mit der Nummer 904 ist gleich gefunden, den Weg dahin hatte ich mir auch schon intensiv eingeprägt. Am Platz angekommen schnell raus aus dem Neo, die Radschuhe, Startnummer, Sonnenbrille und Helm anziehen. Die meisten Räder stehen noch – ein gutes Zeichen, dann bin ich schonmal nicht der letzte aus dem Wasser ;-).

Ich reisse das Rad vom Ständer und sprinte zum Ausgang der Wechselzone. Ab „Teppichende“ darf man auf das Rad aufsteigen - erreicht getan. Etwa 50m nach dem Radstart sehe ich Barbara eine weitere Trigetherin (aus dem Club) mit dem Einstieg in die Klickpedale kämpfen, da sie eine sehr gute Schwimmerin ist hab ich nun die „Gewissheit“ das ich wirklich gut aus dem Wasser gekommen bin.

Ab dem Radfahren habe ich meine GPS Pulsuhr dabei und kann mich somit am Puls orientieren – der Wert ist durchaus beunruhigend. Katja meine Trainerin sagte mir zwar ich könne davon ausgehen das ich auf dem Rad Pulswerte deutlich über meiner ILS (Individuellen LeistungsSchwelle) haben werde und das nach den 2 Wochen Tapering völlig in Ordnung ist. Ehrlich gesagt habe ich mir allerdings vorgenommen das ganze lieber etwas lockerer anzugehen, um nicht auf dem abschliessenden Marathon im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke zu bleiben. Natürlich hatte Katja mal wieder recht. Direkt nach dem Wechsel war der Puls erstmal auf 177/min, dann ging es langsam auf die 170/min zu und pendelte sich dann zwischen 163-170/min ein. Die ersten 30km gehen (flach) am Zürichsee entlang Richtung Rapperswil und man konnte gut Tempo machen ohne besonders hohen Krafteinsatz, egal der Puls ging nicht runter. Am See entlang kam dann die Barbara wieder von hinten angefahren und wir konnten noch ein bisschen quatschen. Bisher läuft alles extrem gut – einzig mein hoher Puls beunruhigt mich etwas.

 

Kurz vor Rappi, in Feldbach geht es dann links weg ins Zürcher Oberland nun ist Schluss mit Flachetappe. Unten am Fusse des Berges passiert man die „Waterstation“ hier decke ich mich mit einem neuen Bidon Wasser ein. Den Berg hoch fliegen einige Athleten an mir vorbei, jetzt heisst es Ruhe bewahren denn meine Taktik ist es auf der Ebene Tempo zu machen und dafür am Berg locker zu pedalieren, um dort nicht zu viel Kraft liegen zu lassen. Weiter oben in Hombrechtikon fährt Matthias von hinten auf und die Freude ist gross, denn eigentlich hatte ich erwartet das Matthias bereits vor mir aus dem Wasser kam und dann auf dem Rad schon auf und davon ist – wir waren im Vorfeld zusammen radeln und er ist einfach super stark in Form. Nun gut er hatte sich auf der Schwimmstrecke leider verirrt und kam dadurch nicht so schnell aus dem Wasser. Jetzt nutzen wir die Gelegenheit zu einem kleinen Plausch und fahren die nächsten Kilometer gemeinsam. Am nächsten Berg habe ich ihn dann verabschiedet, da ich sein Tempo nicht mitgehen wollte.

Also weiter alleine Tempo bergab und auf der Ebene und gemütlich die Berge hoch, da ist zunächst einmal der Pfannenstiel – auch genannt „The Beast“... dann wieder runter Richtung Egg und die Forch hoch. Hier kenne ich mich gut aus, sind so etwas wie meine Hausberge, das zahlt sich besonders bei den Abfahrten aus, denn hier kann ich immer mit maximaler Geschwindigkeit runter rauschen – gebremst lediglich durch vorsichtigere Athleten, die offensichtlich mit dem Terrain nicht so gut vertraut sind. In Küssnacht geht es wieder runter zum See und vor zum Start/Zielbereicht bzw. zuerst noch über den Heartbreak Hill. Dort ist eine Bombenstimmung! Alp d'Huez Stimmung pur – die Zuschauer tragen die Athleten den Berg hoch, oben angekommen werde ich von Martin abgepasst und bekomme meinen 2ten Bidon mit Maltrodextrin. Das läuft ja immer noch wie am Schnürchen, auf dem Rückweg an der Landiwiese vorbei sagt mir ein Blick auf die Uhr das ich mit 2.48h perfekt in der Zeit liege. Meine Marschrute ist 5.45h auf dem Rad, d.h. ich bin schon leicht im Plus und kann die zweite Runde einen Tick langsamer angehen -gesagt getan.

Das Tempo nach Rapperswil ist immer noch sehr gut einzig der Puls ist etwa 10 Schläge/Min niedriger als auf der ersten Runde, das beruhigt mich sehr denn ich will unbedingt noch halbwegs frisch vom Rad steigen, um auf dem Marathon nicht zu sehr leiden zu müssen.

Die zweite Runde verläuft recht unspektakulär, ein Schwätzchen hier ein Schwätzchen da. Wobei immer wieder die berühmten Endorphine ausgeschüttet werden und mir vor Freude fast die Tränen in die Augen schiessen. Ich bin einfach total dankbar, dass ich 5 Jahre nach der schweren Gehirntumor- OP mir endlich doch noch diesen Traum erfüllen darf und mich dabei sogar noch ganz frisch fühle – einfach gigantisch :-) !!! Dann geht es in Küssnacht wieder zum See runter und an der Seepromenade entlang zurück zum zweiten Mal auf den Heartbreak Hill. Kurz vor dem Hügel dann eine weitere positive Überraschung, plötzlich sehe ich vor mir einen weiteren Trigether, den Matthias. Vor lauter Freude gebe ich ihm im Vorbeifahren einen kräftigen Klaps auf den Hintern. Nachdem er mich in der ersten Runde hat „stehen lassen“ lief es bei ihm auf der zweiten Radrunde nicht mehr so rund und er hatte vor allem die Berge hoch zu kämpfen. Also fahren wir gemeinsam die letzten Kilometer zum Heartbreak Hill und werden dort von begeisterten Trigether Vereinkollegen begrüsst und den Berg hochgeschrien. Weil Sport in Gesellschaft mehr Spass macht als alleine radeln wir gemeinsam zur Wechselzone zurück – wünschen uns alles Gute für den abschliessenden Marathon und sprinten jeder zu seinem Wechselplatz. Dort angekommen stelle ich beim Ausziehen meiner Radschuhe mit Schrecken fest, das die Socke an meiner rechten grossen Zehe blutig ist – hm war wohl doch ein heftiger Stoss beim Ausstieg aus dem Wasser...

Egal Laufschuhe an, Sonnenkäppi auf, ein letzter Schluck aus der Pulle und los geht es auf die letzte Etappe. Direkt nach dem Ausgang Wechselzone stehen meine Eltern und feuern mich an, ein tolles Gefühl soviel Unterstützung an dem Tag zu haben auf den man so lange und intensiv hintrainiert hat. Dann fühle ich ein dringendes Bedürfnis, perfekter weise ist das nächste „Dixi“ nur wenige Meter entfernt, also rein und „erleichtern“. Einen Augenblick später geht es los auf die Laufstrecke, ich horche weiterhin konzentriert auf meinen Körper, aber keine Anzeichen von Beschwerden – alles läuft super. Die erste Verpflegungsstation lasse ich dann gleich aus, da ich auf dem Rad auf den letzten Kilometern nochmal viel getrunken und ein Gel zu mir genommen habe, jetzt will ich den Magen nicht direkt mit neuem “Input“ belasten. Die Beine und der Körper fühlt sich noch sehr gut und bin ich zuversichtlich die nächsten 2,5 km bis zur Take Care Station gut zu schaffen.

Am Vorabend bin ich nochmals jede einzelne Verpflegungsstation inkl. Entfernung zur nächsten durchgegangen und wusste so exakt das das Ziel nach der 28ten Verpflegungsstation wartet :-)
Wenn auf dem Marathon mal nichts mehr läuft, hangelt man sich wohl oft nur noch von einer Verpflegungsstation zur nächsten und da es mein ersten IM ist habe ich mich mal auf alles vorbereitet – umso schöner das bisher noch alles so perfekt läuft.

Die erste Hälfte der Laufstrecke ist auch noch echt gut und ich kann Tempo machen, was für mich ein Stundenmittel von 4:30-5:00 min/km bedeutet. Ich bin echt froh das es noch so gut läuft und versuche schnell so viele Kilometer hinter mich zu bekommen wie nur möglich, dass das Laufen schwer wird wenn der berühmte „Hammer“ kommt weiss ich noch vom Berlinmarathon vor 15 Jahren... Alles in allem heisst es 4 Runden à ca. 10.5 km zu laufen, nach jeder Runde bekommt man an einer bestimmten Stelle ein farbiges Band um den Arm – es geht also fleissig ans Bänder sammeln :-)
Auf der Laufstrecke ist die Unterstützung spitzenmässig, so vergehen die ersten beiden Runden wie im Flug. Langsam vermisse ich allerdings meine speziellen Fans die Engelhart's – eigentlich wollten die Jungs ja gegen 14:00h in Zürich aufschlagen...

Dann in der dritten Runde stehen die beiden am Bellevue und „fanen“ lautstark – auf die Frage wie es läuft kann ich nur den Daumen heben und rufen spitze. Zu dem Zeitpunkt bin ich zwar schon ziemlich am Ende, aber objektiv gesehen bin ich deutlich schneller als erwartet und verdammt gut unterwegs und das so ein Ironman kein Spaziergang ist – nun ja – das hatte ich insgeheim auch schon vorher vermutet. Es heißt also Pobacken zusammenkneifen und den Puls hoch halten, den wie hat Katja so schön gesagt man wird während eines Ironman mit der Zeit immer „weicher“ gegen sich selbst und damit auch langsamer. Es heißt also sich ständig selbst in den Hintern zu treten, um Fahrt zu halten.Weiter geht es auf die letzten endlosen Kilometer. Meine „Unterstützer“ haben sich perfekt über die ganze Strecke verteilt, Sandra steht bei der Crazy Station, Alex bei der Hot Station (und läuft meist gleich noch die halbe Runde neben her, um mich anzufeuern :-) ), mein Vater steht strategisch günstig in der Nähe der Take Care Station, die Trigether bei der Unterführung usw. und so fort. Die Stimmung auf der Strecke beginnt direkt mit der Laufgeschwindigkeit auf meiner Pulsuhr zu korrelieren. Endlich habe ich das vierte Band eingesammelt und der Regen hat auch wieder aufgehört wenngleich immer noch Athleten mit dem Rad die Laufstrecke passieren. Ich bin heilfroh zwischen Radwechsel und Laufstrecke so viel Weg gebracht zu haben...

 

Auf der letzten Runde versuche ich nur noch wie es irgendwie geht das Tempo nicht komplett absacken  zu lassen und freue ich endlich wieder Richtung Hot Station zu kommen, denn dort steht der Alex und dann kommen wieder viele Zuschauer. Alex ist in Sicht und das Stundenmittel steigt nochmal auf 5 km/min an, dann übernehmen mich die Engelhart's zu denen sich mittlerweile auch der Haui gesellt hat. Das ist eine schöne Überraschung denn er sagte er könne nicht kommen.

So jetzt noch an der Crazy Station vorbei und rüber zur Water Station, dann sind es nur noch 3km bis zum Ziel und die gehen von alleine. Vor allem noch viel leichter als Hape, Paul und Haui mich auf dem Rückweg bei der Cray Station bereits wieder abpassen. Paul ruft Hüfte vor und er hat recht, ich lauf mittlerweile als würde ich auf dem Pot sitzen... Zähne zusammen beißen und die letzten Meter nochmals das Tempo forcieren, endlich geht es auf die Zielgerade - zum letzten Wendepunkt. Nachdem die Ordner mich bisher immer auf die nächste Runde geschickt haben sind sie dieses mal „gnädig“ und ich darf auf die Zielgerade einbiegen. Nochmal durchatmen und die letzten Meter genießen, die Stimmung ist super und die Zuschauer schlagen lärmend auf die Werbebanner links und rechts.
Ein Blick auf die Uhr zeigt 10.50.12h beim Zieleinlauf – ich reisse die Arme in die Höhe und falle Thomas in die Arme. Der ist auch etwas überrascht, mir so früh die Finishermedaille überreichen zu dürfen, denn er hatte noch nicht mit mir gerechnet. Im Ziel ist die Erleichterung riesig und ich freu mich einfach auf das Bänkchen neben der Absperrung sitzen zu dürfen und nicht mehr laufen zu müssen. Nachdem ich kurz durchgeatmet habe genieße ich die nächsten Minuten mit meinen Eltern, Sandra, Freunden und Trigethern und allen anderen die nun auch zum Ziel gekommen sind. Dann noch ein Finisherfoto mit Thomas und ab geht es ins Verpflegungszelt.

 

 

Name:          Oliver Heinz
Alter: 34 Jahre
Beruf: Controller


Ironman Zürich 2011:

Gesamtzeit: 10h 50min
Schwimmen:      1h 06min
Rad: 5h 40min
Lauf: 3h 59min

 

 

 

 

 

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Inferno ohne in der Hölle zu verbrennen

Ja dies ist kein Bericht aus der Hölle, nicht einmal über einen Sonnenbrand sondern nur über den schönsten und technisch anspruchsvollsten Triathlon der Schweiz:
War ein tolles Rennen von A-Z. Super Kulisse, Sonne, angenehme Temperaturen und eine anspruchsvolle Strecke. Ist mir eigentlich alles Top gelaufen, auch wenn ich wieder einmal viel zu lange in den Wechselzonen verbracht habe. Mit einem Lächeln über die Ziellinie und wieder hat es wunderbar geklappt.
Die Abfahrten waren für mich die grössten Herausforderungen. Hier habe ich vermutlich total 15' verloren (und ich bin kein schlechter Talfahrer) aber das ist nicht so wichtig. War froh ohne Unfall auf die Laufstrecke zu gehen und gesund das Ziel zu erreichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber jetzt erst alles der Reihe nach:

Vorbereitungsphase: Das Tapern hat mir gut getan und die ich konnte in aller Ruhe auch noch an den letzten Details am Material feilen. Habe anstelle einer Karbonfelge eine ganz normale Alufelge montiert. Dies hat sich später ausbezahlt. Es lässt sich so viel besser und sicherer am steilen Berg bremsen und der Collé rutscht nicht weil die der Leim zu warm wird. Für das Material war die Strecke eine Herausforderung. Beim Bike war bei der Abfahrt meine Federgabel ständig am Anschlag und die Bremsen waren "höllisch" heiss! Natürlich war ich wieder einmal nervös aber nicht so wie am Norseman. Hier wusste ich, dass ich es schaffen werde. So konnte ich dann ganz abgeklärt an den Start gehen.

 

Swim: Wassertemperatur 17°C und im letzten Drittel der Strecke starker Wellengang gegen die Schwimmrichtung. Während dem ersten Kilometer wollte ich abbrechen. Hatte keine Power, musste viel Wasser schlucken und fragte mich ständig was ich den da wieder tue…
Aber wie das so im Leben ist, ist alles relativ. In der Wechselzone angekommen wunderte ich mich, dass praktisch alle Velos noch da waren und ich als 14. Overall mit 55:38 (für 3.1km) aus dem Wasser gekommen bin. Aber wie immer brauchte ich einfach zu lange, um aus der Wechselzone raus zu kommen. Soll ich jetzt das grüne oder rote Shirt anziehen. Socken ja oder nein etc…So kann man sich ganz angenehm vom Schwimmen erholen.

 

Rennvelo: Super schöne und abwechslungsreiche Strecke. Am Anfang der ersten Abfahrt habe ich bei der Fahrt über einen Kuhrost (ja das gibt es eben dort) meinen Bidon mit dem Maltokonzentrat verloren. Musste bremsen und kurz zurück fahren, um meinen Energiespeicher aufzulesen!! Die Abfahrten waren steil und wurden mit hohem Tempo gefahren. Dabei gab es auch einen Unfall eines Teilnehmers der mich veranlasste verhaltener und kontrollierter zu fahren. Zwischendurch hatten wir auch Nebel. Ohne Sicht einen 40er auf der Ebene zu fahren ist schon sehr speziell! Die ersten 60km konnte ich in 2h zurücklegen und dabei erst noch 800Hm drücken. Aber dann kam eben die "Grosse Scheidegg" und dort beginnt der Inferno erst richtig. Bin keine Berggeiss aber trotzdem ganz anständig angekommen. Noch auf dem Pass ein Jäckchen anziehen und wieder unnötig Zeit verspielt dafür aber die Aussicht auf das Bergpanorama genossen.
Fazit: Zufrieden mit der Zeit und einige Ränge unnötig verloren.
Bike: Jetzt wurde es langsam heiss am Berg. Mit der Ernährung hatte ich langsam auch meine Mühe. Krisen meldeten sich an und jetzt galt es zu beissen. Ja Salztabletten sind halt schon eine tolle Sache und haben mir sehr geholfen die Energie wieder zu mobilisieren. Bin auf dem einfachsten Gang in die Höhe gefahren und hatte keine Zeit die wunderbare Aussicht auf die Eigernordwand zu geniessen (leider). Ich habe mich schon gedanklich gefragt wie es dann bei laufen gehen wird, aber ich wusste aus Erfahrung, dass dies wieder ganze eine andere Sache sein wird. Wie beim RV bin ich verhalten die Abfahrt angegangen und bin an gewissen Stellen dann auch abgestiegen. Wollte ankommen und nicht mich bei Sani verarzten lassen. Im letzten Serpentinen-Steilstück im Wald wurde ich dann noch vom Kameramann auf dem Bike verfolgt/gejagt. Bin noch nie so schnell den Berg runter gedonnert.

 

Laufen: Ja und dann noch das Laufen! Ich hatte mir vorgenommen den ersten Teil bis nach Mürren (ca. 12km und 800HM) zu laufen (also nicht zu gehen). Das habe ich, bis auf wenige Stellen, auch geschafft. Ja sogar bei der Passage durch Mürren konnte ich bei hohem Puls forcieren und so einige Ränge wieder gut machen. Aber dann musste ich eben den Tribut zahlen. Der Inferno ist eben erst auf 3000 m.ü.M. zu Ende. Im Kanonenrohr (im Winter eine steile Abfahrts-Skipiste) habe ich dann gelitten und mich gelinde gesagt den Hang hinauf gefressen. Ernährung war nur noch Wasser, Cola und Bouillon angesagt. Gels gingen nicht mehr. Zum guten Glück war das Wetter uns gnädig und man konnte im T-Shirt "wandern" und man musste sich nicht wie schon in anderen Jahren durch den Schnee kämpfen. Am Ende habe ich einfach nur noch funktioniert im Wissen Sue bald küssen können.

 

Nach 11:30 bin ich dann glücklich im Ziel bei Sonnenschein angekommen und habe gefeiert!


Erholungsphase: Keine Schmerzen oder Beschwerden. Alles i.O. als ob ich eine harte Trainingseinheit hinter mir hätte.

 

 

Name:          Oliver Luder
Alter: 41 Jahre
Beruf: Dipl.  El. Ingenieur


Inferno 2010 (Mürren, Schweiz):

 

Gesamtzeit: 11h 30min

 

 

 

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Klaus, ..You are an IRONMAN

...vor 25 Jahren nach meinem ersten Triathlon in Xanten habe ich davon geträumt dieses Satz einmal im Leben beim Hawaii IRONMAN zu hören.  Am 9. Oktober um 17:22 ist dieser Traum für mich wahr geworden.

 

Nachdem ich mir beim IM Malaysia durch einen Sieg in der AK40-44 den Hawaiistartplatz erkämpft hatte, ging es auch recht bald mit der Vorbereitung los. Natürlich habe ich mich da auch wieder ganz auf Katja als Coach verlassen.
Ein Rennen ohne Qual, geniessen und sicher ins Ziel kommen, das waren meine einzigen Vorgaben. Bedingt durch die frühe Qualifikation Ende Februar blieb genügend Zeit für eine gründliche Vorbereitung, die im Schnitt bei 12 Stunden/Woche lag. Gegenüber der Malaysiavorbereitung war es diesmal anspruchsvoller, was mir aber von Katja als „Du wirst es mir später danken“ verkauft wurde. Entsprechend müde von der harten Trainingsvorbereitung stieg ich dann zusammen mit meiner Frau am 30. September in den Flieger nach Hawaii. Ich fühlte mich irgendwie deutlich unfitter als vor Malaysia. Wie super aber das Tapering auf den Tag-X abgestimmt war, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Fast 24 Stunden waren wir unterwegs. Der Flug von Zürich nach London sowie die darauffolgenden Flüge von London via LA nach Kona waren o.k., wobei man sagen muss, dass American Airlines recht schröttelig ist. Die Flieger haben auch schon bessere Tage erlebt und das Entertainmentsystem ist ziemlich veraltet, sofern überhaupt vorhanden. In Kona angekommen war ich bzgl. Temperatur und Luftfeuchtigkeit recht überrascht. Ich hatte mir es schlimmer vorgestellt, doch wer in Malaysia eine IM gemacht hat, den kann anscheinend klimamässig nichts mehr schocken.

 

 

Die Vorwettkampfatmosphäre war einzigartig. Überall waren Werbebanner aufgezogen und in der ganzen Stadt wimmelte es nur von Triathleten. Man schwamm mit Chris McCormack, wurde von Faris auf dem Rad überholt, wich der entgegen joggenden Chrissie Wellington aus, oder sass neben Eneko Llanos beim Starbucks.
Ein besonderes Highlight waren die morgendlichen Schwimmtrainings inklusive dem legendären Kaffeeboot am Kona Pier.

 

Mit jedem Tag der 8 tägigen Akklimatisierung begann mein Taperig zu wirken, trotz des Klimawechsels zeigten sich super Pulswerte bei den kurzen Trainingseinheiten. Am Tag vor dem Rennen fühlte ich mich wirklich fit: Ich war bereit!
Einerseits hatte ich grossen Respekt vor dem, was mich an diesem Samstag, den 9. Oktober 2010 erwarten würde. Andererseits wollte ich es nicht als Rennen, sondern als ein besonders Erlebnis geniessen. Der IRONMAN Hawaii war für mich eher ein „Happening“, bei dem mir Endzeit und Platzierung egal waren. Ich wollte nur geniessen und glücklich finishen.

 

Angesichts der zu erwarteten Schlägereien beim Schwimmen stellte ich mich nach ganz links aussen. Ich wollte bloss nicht irgendeinen Fuss im Gesicht haben, der mir dann nach 5 Minuten im Rennen die Nase bricht. Auch wenn dies ein paar extra Meter bedeutete. Ebenso hatte ich darauf verzichtet, mir noch kurz vor dem Rennen einen der neu zugelassenen Speedsuits zu kaufen. Was interessierten mich heute die 2-3 Minuten, die man dadurch schneller sein kann.
Pünktlich um 7:00 ging die Startkanone für die 1800 Amateurtriathleten  los. Durch meine links aussen Position hatte ich noch nie bei einem IRONMAN Rennen so ein relaxtes Schwimmen, ich war mehr oder weniger die ganze Zeit ziemlich alleine und unbehelligt unterwegs. Auch hier habe ich mich lieber auf mich selbst verlassen und mich nicht, nur um ein paar Minuten schneller zu sein, in einen Schwimmerpulk begeben. Nach soliden 58 Minuten war ich dann auch schon im Wechselzelt.

 

Vor dem, was nun vor mir lag, hatte ich den meisten Respekt. Es waren nicht die ca 1500 Höhenmeter, die mir Sorgen bereiteten, sondern der teilweise sehr starke und böige Wind / Seitenwind.

 

Nach 5 km musste ich dann auch noch feststellen, dass sich eine meiner Radflaschen entschieden hatte, nicht weiter mit mir fahren zu wollen. Diese gehörte zwar zu meinem ausgeklügelten Versorgungsplan, aber Unruhe kam trotzdem nicht in mir auf. Da es mein Plan war, äusserst defensiv Rad zu fahren, wusste ich, dass ich eh nicht am Limit sein und auch mit Gel und Powerbargetränken zurecht kommen würde.
Die ersten 70 km vergingen wie im Flug. Ich konzentrierte mich nur auf meinem Puls, der dieses Mal bedeutend niedriger als bei meinem Qualifikationsrennen in Malaysia war (146 verglichen mit 154). Es gab immer wieder viele Zuschauer an Kreuzungen, die anscheinen nur darauf gewartet haben, dass ein gutgelaunter Triathlet sie motiviert, etwas lauter zu werden. Diese Show habe ich ihnen geboten, was einen wiederum selbst auch motivierte und Gänsehaut verursachte. Der 20 km lange Anstieg zum berühmten Wendepunkt in Hawi zeigte dann doch noch, was Wind bedeutet. Mit vollem Gegenwind ging es teilweise im 10 km/h Schneckentempo voran. Doch in meinen Augen stand mir das Schlimmste noch bevor. Die ABFAHRT! Das Schlimme war der böige Wind, der mal von Hinten oder voll von der Seite kam. Dort habe ich womöglich die meiste Zeit verloren, während die meisten Abfahrer  mehr oder weniger locker im Aerolenker lagen, habe ich mich krampfhaft an die Lenkerhörnchen geklammert. Einer nach dem anderen ist an mir vorbei geschossen.  Bei Kilometer 110 war der Spuk dann vorbei und die Strecke technisch wieder einfach. Nun konnte ich mich wieder aufs Treten konzentrieren. Mit gemütlichem 145er Puls ging es Richtung T2. Wow.. ohne zu pushen einen 33,5 km/h Schnitt auf Hawaii, das ist ja super. Danke an Katja für das gute Radtraining.

 

Der Wechsel auf das Laufen klappte gut und es war verglichen mit Malaysia keine Sauna im Wechselzelt. Die Beine fühlten sich gut an und ich trabte locker los. Als Idealzeit wollte ich einen Marathon unter 4 Stunden laufen, entsprechend langsam habe ich auch mein Starttempo gewählt. Alles strikt nach GPS-Uhr in 5:30km/min. Das fühlte sich so langsam an, liess mir jedoch genug Luft und Zeit, die Atmosphäre zu geniessen und das Renngeschehen zu verfolgen. Gleich zu Beginn kamen mir nämlich die führenden Profi Frauen entgegen, die 30 Minuten vor dem Amateurfeld gestartet waren. Die Damen hatten zu diesem Zeitpunkt etwa 14 km gelaufen. Julie Dibbens war noch in der Führung … oops, die sah aber ganz schön fertig aus, und das nach erst knapp einem Drittel der Laufstrecke…, so stark leiden wollte ich heute nicht. Nach den ersten Schlücken meiner Rennverpflegung (die ich mit mir herumtrug) kam mir diese komisch vor. Schmeckte irgendwie säuerlich … Anscheinend war mein SPONSER Energiedrink mit 5% Proteinanteil bei der Hitze im Laufe des Tages umgekippt. Es blieb mir nichts anderes übrig, als die ganzen Fläschchen auszuleeren und  dann die selbigen bei den Verpflegungsstationen mit den dort zur Verfügung gestellten Energiegetränken aufzufüllen. Das kostete zwar ein wenig Zeit, doch hatte ich so die Gewissheit, immer  etwas bei mir zu haben. Die ersten 10 Meilen (16 km) vergingen schnell. Ich war ein wenig überrascht wie locker das Ganze bis jetzt gelaufen war. Dann kam der Anstieg auf der Palani Road hinauf zum Queen-K Highway – hier wurde mein Tempo merklich langsamer. Da ohne Zeitdruck behielt ich aber die mentale Lockerheit. Das berühmt-berüchtigte Energie Lab war auch eher harmlos, da bewölkt und windig stand dort keine Hitze.

 

Die letzten 12 km vergingen flogen nur so vorbei. Diesmal gab es kein Leiden ab km 28. Nach der ‚Einsamkeit‘ auf dem Queen-K Highway’s war nach dem Abbiegen auf die Palani Road der Strassenrand wieder mit Zuschauern gesäumt, die die Athleten lautstark anfeuerten. Demensprechend war ich die letzten zwei Kilometer damit beschäftigt, die unzähligen Hände abzuklatschen, die einem entgegengestreckt wurden. Ich konnte und habe diese letzten Kilometer in vollen Zügen genossen.  Und dann kam der lange ersehnte Satz
Klaus, You are an IRONMAN!
 
Der Tag war perfekt, trotz eines sehr verhaltenen Rennens ohne auch nur annähernd an die Leistungsgrenze gegangen zu sein, kam sogar eine noch recht ansprechende Zeit zustande.
Danke Katja, Du hast mich in den 55 Wochen Training (½ für Malaysia und  ½ für Hawaii) echt fit gemacht. Eine 11:15 Bestzeit in eine 10:03 unter extremen klimatischen Bedingungen umgewandelt und einen vergleichsweise Spaziergang auf Hawaii in 10:22!

 

Auf zu neuen Zielen – Roth 2011 –

 

 

Name:          Klaus Liedtke
Alter: 41 Jahre
Beruf: Diplom Ingenieur


Ironman Hawaii 2010:

Gesamtzeit: 10h 22min
Schwimmen:      0h 58min
Rad: 5h 21min
Lauf: 3h 55min

 

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Stephan Wnendt | Roth 2010

Monate vor dem Beginn der Fussball WM bekam ich die erste rote Karte. Meine Familie hatte Ende April vom Training für die Langstrecke genug – obwohl ja die richtig langen Einheiten erst noch kommen sollten. Ich musste hoch und heilig versprechen, dass der Challenge Roth 2010 die letzte Langdistanz für mindestens fünf Jahre sein sollte. Damals empfand ich das als guten Deal, denn ich wollte nach drei absolvierten Langdistanzen (Roth 2006, 2007 und Klagenfurt 2008) einfach nur noch einmal wissen, ob ich vernünftig ins Ziel kommen würde. Meine Zeiten lagen bislang zwischen 11:49 und 12:58 und irgendwo dazwischen wollte ich wieder finishen und dabei - wenn es irgendwie geht - auch noch Spass haben. Zudem hatte ich aus beruflichen Gründen die Gelegenheit bekommen, mit dem Team unseres Logistikdienstleisters TNT an den Start zu gehen. Ich hatte mein übliches Wettkampfprogramm aus Läufen und kürzeren Triathlons gestrichen und mich ganz auf das Training für Roth konzentriert – unter Anleitung von Katja, die mich nun erfolgreich seit 5 Jahren mit Trainingsplänen, sowie Lob und Tadel versorgt. Die Vorbereitungszeit verging wie bei den früheren Langdistanzen wieder schneller als eigentlich erwartet und das Pensum betrug etwa 8-12 Stunden Training pro Woche. Der Hammer war aber noch einmal ein Drei-Wochen-Intensivtraining fünf Wochen vor dem Wettkampf mit bis zu 18 Stunden Training pro Woche und Radeinheiten von 150 bis 180 km mit anschliessendem Lauf.

 

Folgerichtig fühlte ich mich gut vorbereitet als ich am 18. Juli 2010 um 7:15 zur Startlinie paddelte. Über der Wasseroberfläche lag feiner Nebel, denn die Luft war kälter als das Wasser des Main-Donau-Kanals. Alles stimmte wunderbar bis jetzt. Die Organisation des Challenge Roth 2010 war perfekt, die Unterstützung durch TNT grossartig und bei meiner Ausrüstung war auch alles OK. Pünktlich um 7:20 fiel der Startschuss und das übliche Gerangel ging los. Aufgrund des gestaffelten Startes von etwa jeweils 150 Startern hatte man aber bald genug Platz und ich konnte hier und da den Wasserschatten eines Vordermanns nutzen. Als ich irgendwann Schwimmer einer früheren Startergruppe überholte, fühlte ich mich noch besser. Und wieder habe ich den geschickten Aufbau der Schwimmstrecke in Roth bewundert: man ist relativ schnell an der ersten Wendestrecke, der Kanalbrücke in Hilpoltstein, und hat dann auch schon bald wieder den Schwimmstart im Blick, um dann daran vorbei zur zweiten Wendemarke zu schwimmen und kurz danach in die Wechselzone zu kommen. So zerfällt die Schwimmstrecke in drei bis vier gut handhabbare Einheiten. Wie ich es schon vorher abschätzen konnte, hatte ich die Schwimmstrecke in knapp 1:22 absolviert. In der Wechselzone lief alles glatt und ich war wie geplant vor 9:00 auf dem Rad. Leider dauerte es gut eine Stunde, bis meine Beine richtig da waren – unglücklicherweise hatten mein Freund Roman und ich Katja’s Rat nicht befolgt, den Tag vor dem Rennen nicht mehr zuviel rumzurennen. Aber nach ca. 30 km auf der Radstrecke fühlte ich mich wirklich sehr gut und konnte die Strecke geniessen. Das Wetter hatte inzwischen aufgeklart, es war sonnig und ca. 25 °C warm. Das Publikum war wie immer grossartig und nicht nur das Katapult vom Solarer Berg war wieder eine Sensation, selbst in den kleinen Orten sassen die Leute draussen und alle feuerten die Teilnehmer an. Besonders klasse fand ich eine junge Familie, die am ersten Anstieg nach Eckersmühlen mitten im Wald mit einem Megaphon die Teilnehmer anfeuerte. Als ich das zweite Mal bei ihnen vorbeikam, brachen sie gerade auf. Wirklich nett, dass sie noch gewartet hatten, bis ich wieder vorbeikam….

 

In der zweiten Runde bin ich dann etwas aggressiver gefahren und habe mir auch den einen oder anderen Zweikampf erlaubt. Insgesamt war dabei zu beobachten, dass die Kampfrichter wesentlich strenger als bei meinen früheren Teilnahmen waren und folglich penetrantes Windschattenfahren sofort abgestraft wurde. Die zweite Runde ging überraschend schnell und ich war planmässig vor 15:00 Uhr auf der Laufstrecke. Ich war mit 5:59:32 für die Radstrecke gerade unter meinem Zeitlimit und es hätte auch eine Viertelstunde weniger sein dürfen – aber was soll’s, dafür hatte es auch Spass gemacht.
Kam nur noch der harte Teil. Die ersten 10 Kilometer auf der Laufstrecke gingen ganz gut. Die Laufstrecke in Roth zerfällt ja in vier Teile: von der Wechselzone 2 nach Schwanstetten, von Schwanstetten zur Lände, dann von der Lände bis Eckersmühlen und schliesslich von dort wieder zurück zur Lände und dann zum Ziel. Der Grossteil der Strecke führt ja am Kanal entlang. Schon auf dem Rückweg von Schwanstetten begann der Kampf mit dem inneren Schweinehund, aber ich wollte auf jeden Fall bis km 30 durchhalten und mir frühestens dann eine kurze Gehpause leisten. Diese Strategie ging auf, ich bin bis km 30 gelaufen, auch wenn’s schwerfiel, und bin dann von km 30 bis 31,5 gegangen und später noch einmal von km 35,5 bis 37 km. Die letzten fünf Kilometer liefen dann wieder sehr gut, zumal man ab diesem Jahr durch den alten Stadtkern von Roth geführt wurde und auch am frühen Abend noch viele Leute an den Biertischen sassen. Ich konnte wieder Gas geben, einige andere Teilnehmer wieder einsammeln und den Einlauf in die Arena von Roth voll geniessen, ich hatte keine Schmerzen und fühlte mich sehr gut. Die Gesamtzeit von 12:26 passte zu meinen Erwartungen. Auch zum vierten Mal war die Erfahrung der Langdistanz einfach grossartig. Die ganzen Mühen des Trainings waren vergessen und wie weggeblasen. Schon am selben Abend bereute ich meinen Deal mit der Familie…ich schätze, ich muss mir da noch etwas einfallen lassen, um vor 2015 vielleicht noch einmal antreten zu können…Aber in jedem Fall hat es sich wieder gelohnt!

 

 

Name:          Stephan Wnendt
Alter: 47 Jahre
Beruf: Biochemiker
Familienstand:   verheiratet, 2 Töchter


Challenge Roth 2010:

Gesamtzeit: 12h 26min
Schwimmen:      1h 21min
Rad: 5h 59min
Lauf: 4h52min

 

 

 

 

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Udo Lubberich | Challenge Roth 2010

Anno 2007 habe ich mein Debüt auf der Langdistanz in Podersdorf gegeben. Mit einer mäßigen Vorbereitung hatte ich eine Zeit von 12 Stunden 20 Minuten und 57 Sekunden erreicht. Mit den Einzelzeiten von 1:04:37, 5:54:32 und abschließenden 5:03:36 konnte ich angesichts der Umstände zufrieden sein.
Schon damals war für es für mich ein Traum ein Mal in Roth zu starten. 2010 sollte es dann wahr werden. Als Zielzeit hatte ich mir auch diesmal wieder die 12-Stundenmarke vorgenommen. Fest stand, dass ich die Vorbereitung diesmal deutlich professioneller angehen würde. Katja war daher der richtige Ansprechpartner für mich. Im September 2009 wurde der erste Leistungstest gemacht, so dass die nachfolgenden drei Monate in den richtigen Pulsbereichen trainiert werden konnte. In der Zeit von Oktober bis Dezember wurden die Grundlagen für den Mayer’schen Trainingsplan gelegt.
Im Januar ging’s dann los mit dem Training nach Plan. Waren die Umfänge und Intensitäten anfangs noch recht niedrig, so sollte sich beides recht bald steigern. Die diversen Testwettkämpfe verliefen recht unterschiedlich. Mit manchen Ergebnissen konnte ich sehr zufrieden sein. Mit anderen weniger. Die Generalprobe beim Rothsee-Triathlon war sehr ansprechend, vor allem meine Laufleistung. Es war klar, ich war gut gerüstet für das große Finale am 18. Juli.

 

Dann war es soweit, der spannendste und längste Tag des Jahres war gekommen. Aufstehen um 3 Uhr. Geschlafen hatte ich gerade mal 3 ½ unruhige Stunden. Frühstück bis um 4 Uhr. Dann auf zum Schwimmstart. Die ganzen Kleinigkeiten, wie Trinkflaschen ans Rad etc wollten noch erledigt und bis 6.15 Uhr musste der Wechselbeutel für das Radfahren abgegeben werden. Und dann hieß es warten bis ich endlich mit meinem Start um 7.30 Uhr an der Reihe war. Jetzt hatte ich noch die Gelegenheit den Profis beim Schwimmen zuzuschauen. Schön war, dass der Führende Pete Jacobs tatsächlich die Zeit fand während des Schwimmens den Zuschauern zwei Mal zuzuwinken, obwohl ihm Rasmus Henning und Eneko Llanos an den Fersen hingen. Kurz vor meinem Start entdeckte ich tatsächlich noch Claudia in der Zuschauermenge. Ich konnte einige Worte mit ihr wechseln. Die Aufregung stieg immer mehr und glücklicherweise ging es endlich ins Wasser. Vom Wasser aus gelang es mir Claudia zuzuwinken und sie konnte Fotos vom meinem Schwimmstart machen.

Die Zeit bis zum ersten Wendepunkt verging recht schnell und bereits hier konnte ich ein paar Schwimmer aus vorherigen Gruppen einholen. Nach der Wende kam der lange zweite Abschnitt. Es zog und zog sich und tatsächlich wurde ich von ein paar schnellen Schwimmern aus der letzten Startgruppe kurz vor Erreichen der zweiten Wende eingeholt. Gefühlte 2 Stunden später hatte ich den zweiten Wendepunkt erreicht und der Ausstieg aus dem Wasser stand kurz bevor. Warum ich jetzt plötzlich beginnende Wadenkrämpfe bekam ist mir schleierhaft. Daher musste ich die Beine hängen lassen, da ich den Ausstieg gut bewältigen wollte. Nachdem ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte konnte ich auch meine bisherige Zeit prüfen. Etwas mehr als 1 Stunde und 8 Minuten hatte ich bisher gebraucht. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Der Wechsel funktionierte ganz ordentlich und ungefähr 5 Minuten später saß ich auf dem Rad.

 

Von Katja hatte ich als Pulsvorgabe für das Radfahren erhalten: G2-l, das heißt Puls 140-147. An den Steigungen sollte der Puls nicht wesentlich weiter steigen, um genügend Druck auf den Abfahrten und im Flachen aufbauen zu können. OK, ich hatte mir vorgenommen das umzusetzen. Bis kurz vor Greding, lief es recht gut und der Schnitt lag bei etwa 35 km/h. Damit konnte ich mehr als zufrieden sein. Am Kalvarienberg mit den nachfolgenden Steigungen sank der Schnitt dann zwar wieder auf knapp unter 33 km/h ab, das störte mich jedoch nicht. Eine weitere Stunde später hatte ich den Solarer Berg erreicht. Die Stimmung dort war wirklich großartig. Es blieb nur ein kleines Spalier zwischen den Zuschauern, an überholen war nicht zu denken. Die nachfolgende Schleife führte über den Hilpoltstein am Rothsee vorbei nach Eckersmühlen. Noch hatte mich die erste Frau nicht überholt. Bei der Überquerung des Kanals bemerkt ich dann wie es hinter mir lauter wurde. Und dann kam sie. Es war Chrissie Wellington. In ihrem Schlepptau ein ganzer Tross Motorräder und ein Servicefahrzeug. Nachdem die alle mich überholt hatten packte mich der Ehrgeiz und ich hängte mich dran. In den folgenden Gefällstrecken und im Flachen ging es ganz gut und ich konnte sogar wieder Boden auf Chrissie Wellington gut machen. Ich hatte an einer Stelle sogar soviel Schwung, dass ich kurz wieder an ihr vorbeizog. Ein Blick nach rechts überzeugte mich, dass da auch nur ein Mensch auf dem Rad saß. Sie hatte den Mund weit aufgerissen und das Gesicht war deutlich vor Anstrengung verzogen. Das Überholmanöver meinerseits rief einen der Wettkampfrichter auf den Plan. Er pfiff mich zurück und sagte: „Lass die Finger von den Damen.“ Ok, ok, meine Aktion war zwar nicht unfair gewesen, aber wohl etwas respektlos. Welcher Weltklasseathlet will sich schon von irgend so einem unbekannten Jedermann überholen lassen! Hinterherfahren konnte mir allerdings keiner verbieten und so nutzte ich die Gelegenheit bis Eckersmühlen eine schnelle Lokomotive vor mir zu haben. Es war ja eh nicht mehr weit. In Eckersmühlen begann dann meine zweite Runde und es wurde sichtlich ruhiger auf und neben der Strecke. Es standen zwar immer noch Zuschauer an der Strecke, aber längst nicht mehr so viele wie zu Beginn. Bei km 100 kam dann der große Einbruch. Der nachfolgende Hänger war der Größte und Ärgste, den ich bisher je auf dem Rad erlebt hatte. Die Beine wollten einfach nicht mehr. Ich fühlte mich vollkommen leer. Kurzzeitig überlegte ich mir sogar das Handtuch zu werfen. So schlimm, und vor allem so früh, hatte ich einen derartigen Einbruch noch nie erlebt. Dass auf einer solch langen Radstrecke der eine oder andere Hänger kommen würde war schon von vorn herein klar gewesen, das wusste ich nicht nur aus Podersdorf, doch so wie ich mich diesmal fühlte, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich biss die Zähne zusammen und nahm etwas Tempo heraus. Ab km 110 ging es dann wieder aufwärts und das Selbstvertrauen kam auch wieder zurück. Ich begann nun zu rechnen. Sollte ich ab jetzt „nur“ noch einen 30-er Schnitt fahren, dann bliebe ich am Ende der Radstrecke immer noch deutlich unter der 6 Stunden-Marke. Außerdem lag noch Greding mit dem langen Anstieg vor mir, wo der Schnitt eh noch einen Einbruch erleben würde. Zudem kam immer mehr Wind auf und der Rückweg war sowieso im Gegenwind zu fahren. Ich erholte mich immer mehr und meine Stimmung wurde auch wieder besser. Endlich hatte ich Eckersmühlen erreicht und ich durfte diesmal geradeaus in Richtung Ziel weiterfahren. Mit Erreichen der Wechselzone hatte ich eine reine Fahrzeit von 5 Stunden 36 Minuten.

 

Ich muss das deswegen erwähnen, da ich unterwegs 5 P…-Pausen einlegen musste und zu allem Überfluss war mir auch noch ein Mal die Kette abgesprungen. Die ganzen Pausen haben 4-5 Minuten gekostet, aber daran lässt sich schließlich nichts ändern. Jedes Mal nach einem Stopp neu anfahren und wieder den Rhythmus finden machte es auch nicht einfacher.

 

Bei der Einfahrt in die Wechselzone sah ich dann wieder Claudia in der Menge, aber es ging alles zu schnell, um durch rufen ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Der zweite Wechsel funktionierte reibungslos und ich nahm auch gleich die Verpflegung in der Wechselzone in Anspruch. Vor dem Herauslaufen aus der Wechselzone konnte ich auch noch schnell Susi und Martin begrüßen (so viel Zeit muss sein), die schon in Eckersmühlen gestanden waren und mich dort mit einem Transparent und lautstarken Rufen angefeuert hatten. Außerhalb der Wechselzone wartete Claudia auf mich. Einen Kuss und eine Umarmung später machte ich mich auf den letzten Streckenabschnitt. Die ersten Kilometer waren höllisch schnell, so wie Katja es vorhergesagt hatte. Ich lief tatsächlich einen 5-er Schnitt im Grundlagenbereich. Dass das nicht so bleiben würde war auch klar. Die Beine fühlten sich gut an und ich wollte nach Möglichkeit die 42 km in 4 Stunden zurücklegen.

 

Eine nette Überraschung war, als mir bei km 4 eine Zuschauerin entgegen sprang. Es war Katja, die, wie angekündigt, an diesem Tag das Rennen in Roth als Zuschauer verfolgen wollte. Die Strecke zog sich dann recht zäh am Kanal entlang nach Schwanstetten zum ersten Wendepunkt. Ich wurde zwar langsamer, war aber immer noch mit ca. 5:20 Min/km unterwegs. Auch der weitere Weg zurück, nun nach Eckersmühlen ließ sich noch ganz gut an. Bei km 19 stand dann immer noch Katja, die sogar kurz mit mir mitlief, mir Mut machte und anfeuerte. Leider, leider war dann kurz vor der nächsten Zeitnahme bei km 20,8 der Ofen aus. Nö, ich hatte keinen Hungerast. Die Beine wollten einfach nicht mehr. Ich musste eine Gehpause einlegen. Die 11 Stunden konnte ich wohl abschreiben. Nachdem ich die erste Hälfte der Laufstrecke mit Bravour bestanden hatte, wollte ich die zweite Hälfte mit Anstand hinter mich bringen. Ich brachte die Beine zwar inzwischen kaum noch hoch, doch als nächstes Zwischenziel hatte ich den Wendepunkt in Eckersmühlen. Ab Eckersmühlen war es dann nur noch Heimweg. Angekommen an diesem Punkt kam ich mit einer Frau ins Gespräch, die mindestens genauso kaputt wie ich war. Irgendwie waren wir uns sympathisch und wir beschlossen die restliche Strecke gemeinsam zu laufen. Wir machten uns Mut und trieben uns gegenseitig an, so ganz nach dem Motto, wie sie sagte: „Geteiltes Leid ist halbes Leid.“ Gut, wir waren, zwar nicht schnell, aber allein die Laufstrecke entlang stapfen zu müssen ist noch anstrengender. Dass die restliche Zeit wie im Flug vergangen wäre kann ich wirklich nicht sagen, doch in Gesellschaft war’s doch deutlich leichter. Endlich, endlich war dann Roth und damit das Ziel erreicht. Immerhin war ich deutlich unter der 12-Stunden-Marke geblieben. Bei 11:49:47 blieb die Uhr für mich stehen. Der krönende Abschluss des Tages war, als ich von Chrissie Wellington höchstpersönlich meine Finisher-Medaille umgehängt bekam. Carolin, meine Mitläuferin, war so glücklich das Ziel zu erreichen, dass sie mich spontan umarmte. Eine sehr nette Geste.

 

Fazit: Schwimmen war ganz in Ordnung, hätte aber etwas besser sein können. Das Radfahren muss ich auf Strecken über der Kurzdistanz anders einteilen. Auch beim Laufen konnte ich mich gegenüber Podersdorf deutlich verbessern, aber auch hier ist möglicherweise durch eine andere Renneinteilung ein besseres Ergebnis möglich.

Danksagung:
Vor allem, und natürlich an erster Stelle, an meine Frau. Sie hat nicht nur nicht gemeckert, sondern mir den nötigen Freiraum für das Training gelassen. An Katja, für den ausgefeilten Trainingsplan der jeden einzelnen Cent wert war und die immer wieder aufmunternde und auch humorige Worte übrig hatte, wenn kein Fortschritt zu erkennen war oder das Wetter mal wieder so gar nicht mitspielen wollte. An Thomas für das Schwimmtraining im Verein. An Judith, mit der ich im Vorfeld so manchen Kilometer durch die Westlichen Wälder gelaufen bin und das Lauftraining dadurch kurzweiliger wurde. An Markus, der mir das neue Triathlonrad noch kurzfristig aufgebaut hat. An alle Freunde, die extra wegen mir an die Strecke gekommen sind um mich anzufeuern und natürlich alle anderen, die mir die Daumen gedrückt haben.

 

 

Name:          Udo Lubberich
Alter: 51 Jahre
Beruf: Altenpfleger


Challenge Roth 2010:

Gesamtzeit: 11h 49min
Schwimmen:      1h 08min
Rad: 5h 40min
Lauf: 4h 52min

 

 

 

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Franz Eckl | Nach 8 Jahren im Ziel?!

Challenge Roth 2010

 

Vor etwa acht Jahren hatte mich meine Frau mit Freunden zur ersten Kurzdistanz (1,2 -52-12) angemeldet, um meine letzten verbliebenen sportlichen Gene zu aktivieren, die das Berufsleben noch überstanden hatten. Nach nur 6 Wochen Training wurden es über 3 quälend lange Stunden mit vier Tage lang dauernden Schmerzen. Erfolg: 96. von 100 Startern in meiner Altersklasse.
Der Anfang war gemacht, über die Jahre wechselnde Trainingsintensitäten und 2-3 Starts pro Jahr, um körperlich etwas fitter zu bleiben. Dann Antesten der Halbdistanz, allmähliches Vorarbeiten in die Mitte der Ergebnislisten. Nach einer ordentlichen Halbdistanz 2008 der Plan im nächsten Jahr in Roth zu starten, zum Zeitpunkt der Anmeldung aber mit 40 Grad Fieber im Bett und damit genug Ausrede um sich nicht anmelden zu müssen (der Respekt vor der Langdistanz war doch sehr groß). Im Jahr 2009 als Zuschauer in Roth, um meinen Freund Markus zu unterstützen....dann eben auch Anmeldung für 2010!


Aus Büchern, Zeitschriften und Berichten zimmerte ich mir meinen Trainingsplan: 180 h Rad, 120 h Laufen und 60 Stunden Schwimmen in 9 Monaten sollten reichen, um zu finishen (möglichst in etwa 12 Stunden).
Die ersten 3 Monate waren lockeres Training mit Fußball, Langlauf, Spinning und Mountainbike, je nach Lust und Zeit. Ab Januar war Training mit Katja geplant, was aber bedingt durch Infekt und verzögerte Leistungsdiagnostik erst ab März starten konnte. Bis dahin hatte ich immerhin 70 Stunden Rad, 80 Stunden Lauf (z.T als Langlauf und Fußball) und 24 h Schwimmen. Ein Schwimmseminar im Herbst hatte mir auch gezeigt, dass ich über mangelnde Technik verfüge.
Ab März ging dann das richtige pulsgesteuerte und deutlich zeitintensivere Training los. Die Zeit, die ich Katja zur Verfügung stellte, wurde auch ausgenutzt. Ich hatte als Ziel angegeben unter 12 h finishen zu wollen und dass ich 11 h richtig gut fände …

 

Extrem lange Einheiten (180 km Rad im April bei 5 Grad und Schneeregen) und Tempoläufe auf der Bahn (warum 200 m Sprints ?!) wechselten mit Delphineinlagen (ich kann es nicht, aber ich hab´s probiert …) beim Schwimmen. Mal waren es 5 h in der Woche, mal waren es 24 Stunden, die ich bei meist schlechtem Frühjahrswetter neben Familie und Beruf zu absolvieren hatte. Aber ich wollte es ja so! Außerdem war ich froh einen Trainingsplan zu haben, der mir die Sicherheit gab, bei entsprechendem Einhalten eine gute Chance auf ein Finish zu bieten. Trotzdem war der Aufwand recht hoch und manchmal auch an der Grenze bei einem 50 - 60 Stunden Job und einer Familie …
Ich hatte mich riesig auf den Zustand gefreut, wenn endlich das Gefühl im Körper Einzug hält, dass der Fitnesszustand so richtig gut ist. Dies passierte aber erst in den letzten Tagen vor dem Wettkampf, dazwischen war ein langer Dauerzustand mit anhaltender leichter Müdigkeit und die Gedanken an eine immens lange Wettkampfstrecke die es zu bezwingen galt.

 

Am 18. Juli war es soweit, nach 2 ruhigeren Wochen fühlte ich mich richtig gut, Wetter war super, Familie und Freunde mit am Start… Durch die letzte Startgruppe hatte ich noch viel Zeit, die Roth-atmosphäre aufzunehmen und um 07.35 Uhr war es soweit.
Schwimmen lief recht gut, leichte Wadenkrämpfe bei km 3. Der Wechsel zum Rad war auch problemlos und ich konnte viele Mitstreiter überholen. In den ersten 70 km genoß ich das Bad in der Zuschauermenge und jubelte diesen zu um dann ein wenig nachzulassen, da sich das Gefühl breit machte etwas überzogen zu haben. Da meine Pulsuhr streikte musste ich mich auf mein Gefühl verlassen …
Ab km 140 dann die ersten Oberschenkelkrämpfe, ein Weiterfahren war bei glücklicherweise flacher Passage aber möglich, Tempo etwas reduziert, aber doch zügig. Zum Glück geht es die letzten 20 km in Roth weitgehend bergab.
Beim Wechsel zum Laufen dann wieder gutes Gefühl in den Beinen und mit (zu viel) frischem Mut ab auf die Laufstrecke, meine Geschwindigkeitsanzeige zeigte 4.30 min/km. Ich schaltete dann bis auf die Uhrzeit alle Anzeigen aus und hörte auf meinen Körper und versuchte bewusst zu bremsen. Das Laufen ging bis km 20 weiter recht locker und entspannt, dann aber innerhalb von 500 m völliger Abbau (zuwenig gegessen oder getrunken, überzogen ?!) und der ganze Spaß war dahin. Am liebsten hätte ich mich auf ein Dixiklo gesetzt und gewartet, dass alles vorbei ist. Warum der ganze Kram, weder mein Kopf, noch mein Körper wollten so richtig weiterlaufen. Aber ich hatte ja gehört, am Ende ist es der Wille … und Leiden hatte ich im Vorjahr auch viele gesehen. Ich trabte also weiter, wollte nicht nachgeben. Der Gedanke, jetzt zu schwächeln um dann immer wieder zu denken es wäre doch noch besser gegangen … Nein, noch einmal dieses ganze Training, bloß weil Du jetzt nachgibst, das wollte ich noch weniger als jetzt weiter laufen. Man hatte ja bereits 210 km hinter sich gebracht...

 

 

15 km vor dem Ziel kamen dann die nächsten Oberschenkelkrämpfe, nur nicht gehen, weiterlaufen, dann ist es ja auch schneller vorbei , oder so  …
Freunde und Familie am Wegesrand, die einen aufmunterten, wurden zu diesem Zeitpunkt  eher als lästige Beobachter gesehen, sie waren es aber letztendlich, die mich dann doch laufend bis ins Ziel trugen … DANKE !!!

 

Die letzten 2 km auf der Rothschleife waren quälend, das Ziel so nah und dann noch einmal 2 km durch den Ort, dann endlich noch 100 m, meine Jungs Leo und Ben liefen mit mir über die Ziellinie.
So, nun sollte der absolute Adrenalin- und Glücksstoß kommen, wie ich es aus vielen Berichten kannte. Vom Adrenalin war nichts mehr übrig, hatte eher das Gefühl eines tapfer dahintuckernden und scheppernden Traktors. Meine Beine waren absolut tot. Das vorherrschende Gefühl war Dankbarkeit endlich im Ziel zu sein.
Die Zeit war super 10.13 h, damit hatte ich nicht gerechnet (nur Katja, sie hatte mir eine Woche zuvor in etwa diese Zeit vorausgesagt).
Insgesamt war es mit Vorbereitung eine sehr interessante Erfahrung! Erstaunlich, was aus einem Körper bei gutem Training herauszuholen ist …
Katja´s Pläne waren zunächst sehr ungewohnt, haben aber viel Spaß gemacht und haben ein super Gefühl der Sicherheit gegeben und letztendlich auch ein echt gutes Ergebnis hervorgebracht.. noch mal vielen Dank vom Softcakeman !!
Wie geht´s weiter … ???
Erstmal wieder verstärkt um Familie, Beruf und Freunde kümmern und dann …?!

 

 

Name:          Franz Eckl
Alter: 43 Jahre
Beruf: Arzt
Familienstand:   verheiratet, 2 Kinder


Challenge Roth 2010:

Gesamtzeit: 10h 13min
Schwimmen:      1h 03min
Rad: 5h 21min
Lauf: 3h 39min

 

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Klaus Liedtke - IRONMAN Malaysia - Mein perfektes Rennen

Vier Jahre habe ich keinen IRONMAN mehr in Angriff genommen, nach meinem DNF in Zürich 2006 wollte ich es noch einmal wissen. Bereits 2007 habe ich schon mal mit Katja sehr erfolgreich für den IM70.3 in Monaco trainiert. So war die Frage wem ich mein Training anvertraue schnell geklärt.

Als Ziel habe ich mir die 10 Stunden Schallmauer gesetzt. Wenn man meine 2004 & 2005 IM Zeiten von 11:24 & 11:38 in Betracht zieht, ist das ein recht  ambitiöses Unterfangen. Es muss somit eine recht flache Radstrecke sein. Warme Temperaturen wären auch o.k, denn irgendwie bilde ich mir ein, ich kann Hitze recht gut vertragen, und beim IRONMAN Malaysia gab es sogar Jahre, in denen man mit über 10 Stunden die Hawaii Qualifikation noch bekommen hatte. Die Wahl war getroffen, am 27. Februar 2010 werde ich in Malaysia am Start sein.

Dazwischen liegen 6 Monate intensivstes Training, welches dank Katjas Plänen nie langweilig wurde und super auf mich abgestimmt war. Das Trainingslager über Weihnachten in Stellenbosch, Südafrika war auch ein echtes Highlight und hat mich den kalten Winter für zwei Wochen vergessen lassen.  
Gute 99.99% der Trainingsvorgaben (zwischen 12-20 Stunden pro Woche) habe ich machen können, war nie krank oder verletzt. Nie auch nur das leichteste Zipperlein und egal ob Schnee, Regen oder sonstiges Wetter - ich war immer super motiviert bei der Sache. 5 Stunden Wechseltraining zwischen Laufband & Rolle im Keller haben wirklich Spass gemacht. Der Verzicht auf Alkohol und Kaffee in den letzten 8 Wochen war einfach.
Nun ist es soweit, die besagten 6 Monate später stehe ich am Pier in Kuah.
Egal ist die Tatsache, dass ich beim Durchforsten der Startliste meiner AK mindestens 5 Leute finde, die Zeiten zwischen 9:12 und 9:40 zu Buche stehen haben. Egal ist die Tatsache, dass 2009 mit 9:51 alle Hawaii Tickets vergeben waren. Egal ist, dass die Radstrecke nicht wirklich fach, nicht abgesperrt und ziemlich verwinkelt ist. Egal ist die Wettervorhersage von 32° mit hoher Luftfeuchtigkeit und 10km/h Wind.

 

Dieses ist MEIN Tag - dafür habe ich in den letzten 6 Monaten trainiert!

 

Der Start ist pünktlich um 7:45, die PROs sind bereits seit 15 Minuten unterwegs. Was schon beim Einschwimmen aufgefallen ist, es hat eine ordentliche Strömung.  Die Schwimmstrecke ist recht übersichtlich - 1900m ins Meer hinaus und 1900m zurück - schnurstracks den Bojen entlang. Der Start ist super relaxed, null Schlägereien oder Gerangel, ich hänge mich an Marco‘s Füsse (ein in Mexiko lebender Italiener, der nach eigenen Angaben unter 55 Minuten schwimmt), doch schnell merke ich, dass Marco zu langsam für mich ist und sich zwei Schwimmer zügig vom Feld lösen. Ich sprinte hinterher und erreiche die beiden, doch nach ca. 500 Meter sehe ich ein, dass diese zu schnell sind. Bloss nicht überzocken. Ich beschliesse, mein eigenes Tempo zu schwimmen. Nach 1900m der Schock: 33 Minuten! WAAS??!!

 

Da kann ich mir meine sub 10h ja gleich abschminken, doch ebenso bemerke ich, dass nur zwei Schwimmer vor mir sind, nach hinten klafft eine Riesenlücke. So schlecht bin ich also gar nicht unterwegs. Ich sage mir, schwimm einfach zurück zum Pier und dann aufs Velo. Nach 58 Minuten habe ich das Schwimmen beendet, hatte eine Wahnsinns Strömung, ich liege gute zwei Minuten hinter den ersten beiden und gute zwei Minuten von dem Nächsten. Schon im Wechselzelt treffe ich auf den ersten Schwimmer, der sich mit nasser Haut in ein langärmeliges Oberteil quält.

 

Ab aufs Velo und nach ca. 10km fahre ich plötzlich am bis dahin Führenden vorbei. Hilfe! Ich bekomme Gänsehaut, ich führe gerade ein IRONMAN Rennen von über 500 Startern an. Ruhe bewahren und nicht schon nach 10km auf dem Velo in Euphorie verfallen. Gerade das Velofahren ist für mich die grosse Unbekannte, welches Tempo sollte ich einschlagen? Irgendwas zwischen 5:05 und 5:15 will ich erreichen. Durch das Training auf den schneeglatten Strassen, mit dem MTB oder auf der Rolle habe ich keine Idee wie schnell zu schnell ist. Katjas taktische Vorgabe ist recht eindeutig: Puls GA2-l. Nach 20 Minuten schaue ich auf den Pulsmesser und das Tacho. Punktlandung! Puls und Geschwindigkeit passen. Nach 30km fährt der erste Kontrahent an mir vorbei, ausgerechnet einer aus meiner AK. Dranhängen? Ich entscheide mich, auf Katja  zu hören: Puls GA2-l. Ab, 60km beginnt der hügelige Teil der Strecke, bis jetzt fahre ich einen 37km/h Schnitt. Nach einer grösseren Runde sind noch drei kleinere Runden à 37km zu fahren, jede mit einer ordentlichen Rampe und 4 weiteren Anstiegen, nicht sehr lang, aber die tun weh. Die Anstiege hoch gebe ich richtig Gas, bleibe aber immer unter meiner Schwelle (Pulsmesser sei Dank). Ich habe mich entschieden, selber für meine komplette Radverpflegung zu sorgen. Mit 3 Liter am Velo bin ich losgefahren und 2 Liter warten auf mich im Special Needs Bag. Wie sich schnell herausstellt, war das die richtige Entscheidung, denn noch nicht mal nach der Hälfte des Rennens sind bei ein paar Verpflegungsstationen schon die Getränke aus.  Ich nutze diese nur um kaltes Wasser entgegen zu nehmen und mir dieses auf sogleich über den Kopf zu schütten. Die 90km erreiche ich nach 2h33, Puls und Ernährung passen, und mein Special Needs Bag habe ich auch problemlos bekommen. Zu diesem Zeitpunkt bin ich  DRITTER! Wo bleiben die anderen? Bedingt durch die Radrunden verliere ich etwas den Überblick, aber neben etlichen Überrundeten sammele ich auch ein paar Profis ein. Ich fahre sehr konzentriert, alles nach Puls, und nach 5:07 wechsele ich in dritter Position aller AK Athleten auf die Laufstrecke. Nun erst wird mir bewusst wie heiss es eigentlich ist, mit dem Fahrtwind sind die 32°C nicht so aufgefallen, doch im Wechselzelt habe ich das Gefühl, ich sitze in der Sauna.

 

Für’s Laufen lautet meine Taktik nicht schneller als  5:16 min/km angehen. Ziel war ein Marathon zwischen 3:40 und 3:50. Auch hier war ich mit meiner Ernährung ziemlich autark.  Fuel Belt mit 0.8l und eine Special Needs Bag mit weiteren 1l, ansonsten Wasser und Cola. Dann die ersten richtigen Schrecksekunden der heutigen Tages, beim Festziehen des Fuel Belts habe ich plötzlich die Gurtschnalle in der Hand und kann gerade noch verhindern, dass mir beim Laufen der ganze Gurt verloren geht. Mit höchster Konzentration fummele ich  während des Laufens den Gurt wieder zusammen. Dabei kommt es mir vor, als wäre ich im 6min/km Schnitt unterwegs. Doch der Blick auf meine GARMIN Uhr zeigt 4:53. VIEL ZU SCHNELL! Ich zwinge mich langsamer zu laufen, auch wenn ich nun das Gefühl habe, als wäre ich auf einem langsamen Trainingsjogg. Die Laufstrecke ist eine Wendepunktstrecke mit je 4km und hat 5 Runden, plus 1km vom Wechsel und zurück ins Ziel. Obwohl es eine Brücke hat, ist die Strecke recht flach. Dank des Wendepunkts kann man sehr gut sehen, wer alles wann und wo unterwegs ist. In der ersten Runde ist alles sehr übersichtlich, es sind nur ca. 15 PROs und meine beiden AK Athleten auf der Strecke, mein direkter AK40 Kollege läuft gute 5 Minuten vor mir, jedoch mit stetig wachsendem Vorsprung.

Steffi fragt fürsorglich nach meinem Befinden und ich erwidere nur knapp: Frag mich nach 5 Runden wieder. Was sie dann auch wirklich erst dann tat. Nach 9km fliegen zwei weitere AK Athleten an mir vorbei, wobei ich einen in der selben AK wie ich vermute (es stellt sich später jedoch heraus, dass ich mich geirrt hatte). In meinem Weltbild bin ich nun Dritter in der AK40 und es hat nur 3 Hawaii Slots, ca. 4 Minuten hinter mir liegt ein weiterer AK40 Athlet. Bei km 21 habe ich 1:53 und liege genau im Plan, sub 10 sollten also machbar sein. Jedoch 21km liegen noch vor mir. Keine 2km später überhole ich den vor mir gehenden AK40 Athleten, ein Franzose, er weiss genau Bescheid und sagt nur; Allez, allez,.. you are now first in AK40‘. O.k., für mich hat er sich geirrt, denn da ist ja noch einer,… jedoch bin ich nun einen Platz weiter vor gerannt. Vierter aller AKs und 2ter in der AK40.

Die Laufstrecke füllt sich zunehmend, jedoch sind mehr gehend als rennend unterwegs. Es ist super heiss und ich bin dankbar jeder Abkühlung, ich giesse mir alles über den Kopf was kalt ist, ganz egal was, Wasser, Cola, Gatorade... Wenn ich eine Cola mit Eis erwische, trinke ich diese zunächst und stopfe mir dann das Eis unter die Mütze, ins Hemd oder in die Hose. Kühlung ist alles….. ! Ende der dritten Runde, also nach 25km, sehe ich dann vor mir völlig verausgabt mein AK40 Phantom gehend.

ICH FÜHRE NUN IN MEINER AK. Mir wird Angst und Bange, die sub 10 Stunden sind nun so etwas von egal, ich will, … nein ich MUSS nun mindestens Dritter in meiner AK werden, alles andere ist ab jetzt nun noch Nebensache. Jedoch habe ich noch 17km bei brüllender Hitze und mit fast 9 Stunden in den Beinen vor mir. Alle bösen Gedanken wegschalten und konzentrieren, wo sind die anderen AK40 Athleten, jedoch ist die Strecke mittlerweile so voll, dass ich nicht mehr weiss, wer sich in welcher Runde befindet. Aber ich bin ich seit einer Ewigkeiten nicht mehr überholt worden, egal von wem. In der vierten Runde habe ich etwas wie eine mini Krise muss aber nie gehen und kann mein Tempo bei  5:51 halten. Da es den einen Teil der Wendestrecke etwas bergauf geht, spare ich mir alles auf für die letzten 5km. Nach 41km verlasse ich dann die Wendepunktstrecke und mache mich Mutterseelen alleine auf den letzten Kilometer ins Ziel. Ich drehe mich um und sehe zunächst niemanden, der mir folgt. Ich quäle mich, 1 Kilometer kann ganz schön lang sein.

 

Ich drehe mich permanent um und ca. 500m vor dem Ziel sehe ich dann jemanden knappe 200m hinter mir. NEIN, nicht so kurz vor dem Ziel noch eingefangen werden. Ich gebe alles und schaffe es, mich mit 38 Sekunden Vorsprung ins Ziel zu retten. Die sub 10 Stunden um 03:44 verpasst, das ist jedoch so etwas von EGAL. Ich habe meine Altersklasse GEWONNEN, bin dritt schnellster AK Athlet und dreizehnter Gesamt. Ich hätte NIE im Entferntesten gedacht, dass ich dies schaffen kann.

 

Neben der guten Vorbereitung hatte ich einfach saumässig Glück! Es kam alles zusammen, was zusammen kommen musste:  Keine Panne oder Unfall auf dem Velo.  All meine Special Need Bags habe problemlos an den Verpflegungsstellen gefunden. Die Ernährung habe ich bei grösster Hitze super vertragen. Trotz 4 Liter Flüssigkeitsverlust habe ich keine Krämpfe bekommen
Es war das PERFEKTE RENNEN! – DANKE Katja!

Aloha  Hawaii !!!

 

 

Name:          Klaus Liedke
Alter: 40 Jahre
Beruf: Diplom Ingenieur


Ironman Malaysia 2010:

Gesamtzeit: 10h 03min
Schwimmen:      0h 58min
Rad: 5h 07min
Lauf: 3h54min

 

 

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Olaf Richers: Hawaii, ich komme!!

 

Meine sportliche Karriere begann recht spät. Erst mit vierzig Jahren lief ich meinen ersten Halbmarathon. Wirklich unsportlich bin ich nie gewesen, es fehlte mir in meinen frühen Jahren, was den Sport anbetraf, lediglich an Kontinuität und vielleicht auch ein wenig an Ehrgeiz. Als Heranwachsender spielte ich Fußball, später Tennis und gelegentlich Badminton. Das Joggen mit einem Kumpel fand nur unregelmäßig statt und diente mehr dem verbalen Austausch als der körperlichen Ertüchtigung. Regelmäßiger wurde mein Training erst als ich mit Mitte dreißig meine Freundin kennen lernte, die auch lief. Gemeinsam steigerten wir unser Pensum.
Nach dem Halbmarathon 1998 folgten mehrere Marathonläufe.
Meine Begeisterung für den Triathlonsport erwachte 2001 als Zuschauer bei den Triathlon German Open, die in meiner Heimatstadt Hannover stattfanden. Und so begannen, nachdem ich mir ein Buch über Triathlon gekauft hatte, die Vorbereitungen auf meinen ersten Volkstriathlon.
Danach startete ich bei zwei Mitteldistanzen. Mein Trainingsmaterial und meine Trainingsplanung wurden professioneller. Ich ließ das erste Mal eine Leistungsdiagnostik durchführen und mir, damals noch nicht von Katja, einen Trainingsplan erstellen. 2004 nahm ich an der ersten Langdistanz, dem Ironman Frankfurt, teil und finishte glücklich mit einer Zeit von 11:58. Ich war fasziniert von dem Gefühl, meine physischen und psychischen Grenzen überwinden zu können. Deshalb meldete ich mich wenige Monate später zum Ostseeman 2005 an. Auch diesen finishte ich. Mit einer Zeit von 11:06 wurde ich norddeutscher Meister der Altersklassen. Es war noch höchst vermessen, doch mit diesem für mich sehr zufriedenstellenden Ergebnis keimte das erstem Mal die Idee in mir, mich für die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifizieren zu können. Mein nächster Start war also 2006 beim Kärnten Ironman. Mit einer Zeit von 10:27 verpasste ich die Hawaii- Quali um vierzig Minuten. Ich hatte auch nicht wirklich damit gerechnet, dass es funktionieren würde, aber ich hätte ja Glück haben können. 2007 startete ich, nun mit dem ernsthaften Ziel mich zu qualifizieren, wieder beim IM Frankfurt. Mit einer Zeit von 10:10 fehlten in der AK 45  zwölf Minuten für die Hawaii-Quali. 2008 liefen die Vorbereitungen für den IM Frankfurt super. Ich rannte meinen schnellsten Halbmarathon und legte eine super Mitteldistanz hin. Es kam, wie es kommen musste- drei Wochen vor dem vielversprechenden Rennen in Frankfurt wurde ich krank und konnte nicht starten. Meine Frustration über die verpasste Chance war schnell wieder verflogen und ich meldete mich für 2009 wieder für Frankfurt an. Aber etwas war mir bewusst geworden: Nach fünf Jahren Training für Langdistanzen brauchte ich eine neue Motivation. Ich hatte keine Lust mehr, ein weiteres Jahr nach den Trainingsplänen zu trainieren, die ich schon seit 2003 erhielt. Sie waren gut, keine Frage. Meine Leistung hatte sich mit diesen Plänen auf ein beachtliches Niveau gesteigert, aber ich brauchte einfach eine Abwechslung. Ich forschte im Internet und stieß auf Katjas Trainingsagentur. Im Herbst 2008 wurde sie meine Trainerin.

 

Katjas Trainingspläne unterschieden sich sehr von denen, die ich bis dahin erhalten hatte. Es machte mir Spaß, danach zu trainieren, denn sie waren sehr abwechslungsreich. Ich hatte das gute Gefühl, dass jeder Meter, den ich lief, radelte oder schwamm mit einem sinnvollen Inhalt gefüllt war. Außerdem gefiel mir die Rückmeldung, die ich auf meine ausgefüllten und zurückgeschickten Trainingspläne bekam. So etwas hatte ich vorher sehr vermisst. In der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung habe ich vielleicht ein oder zweimal gedacht. „Katja, was machst Du da mit mir?“ Aber schon, wenn ich nach der anstrengenden Trainingseinheit auf meinem Sofa lag, war ich froh darüber, so hart trainiert zu haben, denn ich hatte ja ein Ziel.
Ehe ich mich versah, war der Ironman Frankfurt 2009 da. Der Wettkampf war eine absolute Hitzeschlacht. Mir wurde schon auf dem Fahrrad übel und beim Laufen plagten mich dann noch zusätzlich Wadenkrämpfe. Den letzten Kilometer der Marathonstrecke lief ich nur noch einen Schnitt von über sechs Minuten. Mit einer Zeit von 09:59 kam ich völlig ausgelaugt ins Ziel. Damit war ich Zwölfter meiner AK, aber es gab nur sieben Plätze für Hawaii! Knapp daneben ist auch vorbei. Trotzdem ging ich am nächsten Tag zur Hawaii-slot-vergabe. Und siehe da, mit etwas Glück bekam ich den letzten Hawaii-slot der AK 50.


Nach dem Ironman Frankfurt war Ruhe angesagt. Katjas Antwort auf meine Frage nach neuen Trainingsplänen für Hawaii habe ich noch jetzt im Ohr: „Erst einmal nur Bewegen“, erdete sie ihren durch das tolle Ergebnis übermotivierten Schützling. So ließ ich, ihren Ratschlag befolgend, die ersten Wochen nach dem Ironman Frankfurt sehr locker angehen und ich tat gut daran, denn mein Körper und auch mein Kopf haben es mir im nachhinein mit einer neuerlich großartigen Leistung gedankt. Als das Training wieder etwas umfangreicher wurde, fühlte ich mich ein paar Tage wie eine Schlaftablette mit Betonpfeiler als Beine. Katja reagierte auf meine besorgten Bemerkungen im Trainingsprotokoll, das sein ganz normal. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis ich wieder spritziger wurde und meine Beine wieder Wumm bekamen. Ich hatte keine Motivationsprobleme, mich so kurz nach der Langdistanz in Frankfurt wieder voll ins Training zu stürzen. Das große Ziel aber auch  Katjas abwechselungsreiche Pläne machten es mir leicht. Ich fühlte mich Top in Form, als ich mich am 02.Oktober zusammen mit meiner Freundin auf den langen Weg nach Kona machte.

 

Big Island

Schon, als wir uns dem Flugzeugausgang nähern, schlägt uns die feuchte Wärme Big Islands entgegen.

Der Empfang mit Blumenkette und frischer Annanas durch Hannes Leute ist genau, wie ich mir das Ankommen auf Hawaii vorgestellt habe. Die Autofahrt vom Kona -Airpot zum Ali`i Drive, der Straße an der unser Hotel liegt, lässt meine Hochgefühle verfliegen. Wir fahren auf dem Highway entlang, auf dem ich mich eine Woche später hoffentlich radelnd und laufend durch die Lavafelder bewegen werde. Beim Anblick der breiten, nicht gerade einladend wirkenden Hauptverkehrsstraße und der öden Landschaft mit nichts außer dunklem Gestein und hin und wieder einem vertrockneten Grassbüschel wird mir mulmig. Habe ich mir zuviel vorgenommen? Meine Freundin beruhigte mich. „Da müssen doch Alle durch, die hier starten.“ OK, sie hat recht.
Doch schon die Laufeinheit am nächsten Tag macht mich wieder nachdenklich. Auf meinem Trainingsplan steht eine halbe Stunde Laufen im Grundlagenbereich. In weiser Voraussicht hat Katja eine kleine aufmunternde Bemerkung daneben geschrieben: „Es wird schrecklich sein... Du wirst Dich fragen: Wie soll ich hier jemals einen Marathon laufen“. Aber dass es wirklich so hart ist, glaube ich erst, als ich nach dreißig Minuten Laufen völlig fertig im Hotel ankomme. Ich versuche mir einzureden, dass diese Schwäche ganz normal ist, Katja hat es schließlich prophezeit. Ich habe noch einen Jetlag, außerdem muss ich mich erst einmal an die hohen Temperaturen gewöhnen. Aber ganz verfliegen meine Zweifel nicht.

 

Am nächsten Morgen nehme ich am offiziellen Ironman Schwimmtraining teil, was in der Wettkampfwoche ab 7.00 Uhr am Pier in Kailua Kona stattfindet. Dieses Spektakel, bei dem Du Seite an Seite mit den Großen Namen der Triathlonwelt in den Pazifik steigst, ein Stück der Wettkampfstrecke schwimmst, dabei Wasserschildkröten beobachten kannst und mitten im Pazifik von der coffee bar einen Kaffee nimmst, lenkt mich ab. Das Schwimmen im nicht gerade ruhigen Salzwasser bereitet mir, anders als manch anderem, keine Probleme. Ich bin zwar nicht schnell, aber ich werde nicht seekrank und ich vertrage das heruntergeschluckte Salzwasser. Das motiviert mich.

Meine Laufleistung leidet weiterhin unter den hohen Temperaturen. Ich habe Angst, mich beim Wettkampf aufgrund der Hitze zu übernehmen. Hatte ich ursprünglich gedacht, am Samstag bei Tageslicht ankommen zu können (7.00 Start, bis ca. 18.00 ist es hell), verabschiede ich mich von diesem Traum und bringe die Reflektoren, die in der Startunterlagentüte sind, an meiner Laufkleidung an. Ich definiere meine Ziele neu. Das Wichtigste ist mir das Finishen. Ein vorzeitiges Aufgeben kommt für mich nicht in Frage und kollabieren will ich auch nicht. Ich habe 17 Stunden Zeit, um ins Ziel zu kommen. Das sollte reichen. Also mache ich zusammen mit meiner Freundin  eine neue Rechnung auf: „Tu auf die Schwimmzeit von Frankfurt wegen Wellen und ohne Neo schwimmen 20 Minuten drauf, rechne beim Fahrradfahren nur mit einem 30ger Schnitt und beim Laufen nur mit einem 6 Minuten Tempo, aber das konstant. Das ist besser als ein 5:30 er Tempo am Anfang das dann später in einem 8 Minuten Tempo oder gar in einem DFN endet. Mit komplett Umziehen in ein luftigeres Laufoutfit und mit 1000mal pinkeln bist Du dann immer noch  bei.........unter 12 Stunden. Das ist doch gut! Außerdem willst Du den Wettkampf doch auch etwas genießen. Wer weiß, ob Du noch einmal hierher kommst?“ Meine Freundin ist sehr daran interessiert, dass ich beim Ironman Hawaii die Ziellinie erreiche, damit ich das Thema erst einmal ad acta lege. Sie ahnt, dass, wenn ich nicht finishe, ich gleich im nächsten oder übernächsten Jahr erneut versuchen könnte, mich für die Ironman Weltmeisterschaft zu qualifizieren und das bedeutet wieder sehr viel Training und wenig Zeit für andere Dinge. Aber sie hat trotzdem recht. Eine Zeit von unter 12 Stunden wäre wirklich ein Ergebnis, mit dem ich zufrieden sein könnte. Auch Katja, die sich per mail nach meinem Befinden erkundigt, bestärkte mich in meiner neuen Denkweise. „Endlich bist Du zur Vernunft gekommen!“


Da mein Trainingsplan für die Wettkampfwoche recht überschaubar ist, haben meine Freundin und ich Zeit, die Schönheit Big Islands kennen zu lernen. Wir mieten uns ein Auto, mit dem wir quasi die ganze Insel umrunden. Neben Lavafeldern gibt es Regenwald, Wasserfälle und aktive Vulkane. Es tut mir gut, ein paar Stunden nicht in Kona zu sein. So schön die Bucht von Kailua Kona auch ist, so legendär der Ali`i Drive, so hübsch die Wasserschildkröten die am white sands beach in der Brandung surfen, alles in Kona erinnert eine Woche vor dem Wettkampf an den Mythos „Ironman Hawaii“ und trägt nicht gerade dazu bei, meinen nervösen Geist zu beruhigen. Der Ali´i drive wird zur Lauf- und Fahrradrennstrecke, bei ca. km 7 gibt es zwei Verpflegungsstände, an denen sich jeder, ob nun Starter oder nicht, kostenlos Getränke und Geels nehmen kann. Am Pier werden Badekappen, T-Shirts und Getränke ausgeteilt und auf dem Highway weisen Schilder die Autofahrer darauf hin, dass hier „athlets in training“ sind. Im Java Lava Kaffee stehen Triathleten für einen Kona Kaffee Schlange, um es mit wenigen Worten auszudrücken: Die Stimmung in Kona ist ein Gemisch aus Vorfreude, Angst und Hoffnung. Ich bin überrascht von dem gegenseitigen Respekt, mit dem die Athleten, die ich kennen lerne, einander begegnen und auch von der Ehrlichkeit, mit der sie über ihre Ängste vor dem großen Rennen sprechen. Angeberei ist hier fehl am Platz, hier muss Niemand dem andern etwas beweisen.  

 

Endlich geht es los

Eigentlich rasen die wenigen Tage vor dem Rennen nur so dahin. Am Mittwoch Abholen der Startunterlagen, am Freitag Fahrrad und Wechselbeutel in die Wechselzone bringen und schon klingelte am Samstag morgen um 3.00 Uhr der Wecker. Die sieben Scheiben Weißbrot mit dünn Margarine und Honig rutschen etwas schlecht und werden mit einer halben Flasche Iso heruntergespült. Nerver change a winning team. Um 5.00 Uhr holt uns ein von Hannes organisierter shuttel, ein gelber amerikanischer Schulbus, ab. Habe ich auch alles? Zeitnahmechip, Schwimmsachen, Toilettenpapier?
Der Bus füllt sich von Stop zu Stop mit mehr aufgeregten Triathleten. Und dann ist die Busfahrt vorbei, alle steigen aus und legen den letzten Kilometer Richtung Pier per pedes zurück. An der Piermauer trennen meine Freundin und ich uns, denn es sind morgens um 5.30 Uhr nur noch wenige der begehrten Plätze auf der Mauer frei. Sie wünscht mit viel Glück, umarmt und küsst mich noch einmal. Dann gehe ich zusammen mit Hunderten von anderen Athleten und Athletinnen Richtung Wechselzone.
Wie immer gehe ich, nachdem ich meine Vorbereitungen abgeschlossen habe, in der Wechselzone umher, schaue mir dies und das an, z.B. wie die andern ihren Wechselplatz einrichten, welches Material sie benutzen, aber auch ob ich ein bekanntes Gesicht aus Hannover sehe, denn ich würde Sandra Wallenhorst und Jan Raphael, die auch aus dem Verein kommen, in dem ich trainiere, gerne viel Glück wünschen. Dann wird es Zeit, den Schwimmanzug anzuziehen und mich am Ende der Menschenwalze, die sich zum Schwimmeinstieg bewegt, dem nassen Element zu nähern. Die Profis reihen sich bereits hinter der Leine im Wasser auf, ihr Start ist eine Viertelstunde früher als der der Altersklassenathleten. Die ersten AK-Athleten beginnen sich einzuschwimmen, dann fällt der Startschuss für die Profiathleten. Das Wasser beginnt zu brodeln. Die Schwimmer entfernen sich schnell. Die ersten AK- Athleten schwimmen bereits zur Startleine, ich schwimme mich noch ein wenig ein. Ich will noch nicht wirklich an die Startlinie. Doch dann wird es Zeit. Ich ordne mich ganz links ein, eine Position, die die guten Schwimmer meiden, da es nicht der kürzeste Weg ist und die von den schlechteren Schwimmern bevorzugt wird, mit der Hoffnung, der größten Prügelei aus dem Wege zu gehen. „Ganz ruhig Olaf! Stell Dir einfach vor, es ist nur ein normales Schwimmtraining“, versuche ich mir selbst Mut zu machen. Aber es hilft nichts. Meine Herz rast.

 

Dann fällt der Startschuss und trotz der Ausgangsposition wird es ein heftige Prügelei. Aber ich kann mich durchsetzen. Erst nach mehreren hundert Metern schwimme ich einigermaßen frei. Langsam find ich meinen Rhythmus und eine Gruppe, die mein Tempo schwimmt. Das Wasser ist aufgewühlt, man kann nicht wirklich viel sehen und nur an der Dunkelheit unter einem erahnen, dass das Wasser immer tiefer wird. Plötzlich erscheint unter mir eine dunkle Gestalt. Ich erschrecke mich, dann erkenne ich, dass es sich um einen Taucher handelt. „Sicherheitsmaßnahme oder Kameramann“, denke ich. Dann ist irgendwann der Wendepunkt da. Auf dem Rückweg heißt es gegen die Strömung anschwimmen und am Ende, kurz vor dem Schwimmausstieg wird es noch einmal richtig eng. Beim Wechseln lasse ich mir Zeit. Und dann sitze ich auf dem Rad. Die ersten Kilometer Richtung Hawi habe ich Rückenwind. Ich versuche mich an meine Renntaktik zu halten und lasse mich durch nichts aus der Ruhe bringen. Ich muss insgesamt sieben Mal pinkeln, lehne mein Fahrrad dazu jedes mal ans Dixiklo und benutze schön brav das bestimmt 50° warme Stille Örtchen. Laut Wettkampfregeln darf man nicht in die Lavawüste pinkeln. Wenn ein Wettkamprichter das sieht, kann man disqualifiziert werden. Das viele meiner Mitstreiter sich daran halten, bezweifele ich. Die Dixiklos sind immer frei für mich. Noch vor Hawi dreht der Wind. Und als ich auf dem Rückweg bin, kommt er kurz von hinten und dann schon wieder von vorne. Je mehr ich mich Kona und damit das zweite mal der Wechselzone nähere, desto besser fühlen sich meine Beine an. Ich überhole den ein oder anderen Athleten, der am Anfang der Radstrecke an mir vorbeigerauscht ist und nun jämmerlich eingeht. So schlecht das für meine armen Leidensgenossen ist, mich motiviert es. Schon, als ich vom Fahrrad steige, weis ich, dass ich es schaffen werde. Ich habe gerade einmal 7:30 Stunden von den 17 Stunden, die mir zur Verfügung stehen, verbraucht. Selbst, wenn ich den Marathon komplett gehen muss, kann ich es schaffen.

 

Für den zweiten Wechsel lasse ich mir noch mehr Zeit, als für den ersten. Ich ziehe meinen Einteiler aus und ein leichtes Lauftop und Laufshorts an. Ich verspreche mir davon mehr Luftzirkulation und mehr Kühlung für meine Haut (wenn man bei 35° im Schatten überhaupt von Kühlung reden kann). Den Wechsel zögere ich ein wenig hinaus und gehe noch einmal aufs Dixiklo, denn ich habe großen Respekt vor der Laufstrecke. Aber irgendwann muss ich ja hinaus. Ich halte mich an meine Renntaktik, ca. 6 Minuten pro Kilometer und nehme jeden Verpflegungsstand mit. Wann immer es möglich ist, versuche ich meinen Körper zu kühlen. Ich schütte Kaltes in mich rein und über mich rüber. Die Helfer stehen mit großen Kannen gefüllt mit Eiswasser am Rand und kippen es einem, wenn man es wünscht, über den Kopf oder den Körper. Die Kühlung tut gut, doch die Blasen, die ich mir in total durchnässten Schuhen laufe, schmerzen ganz schön. Keinen Moment des Rennens denke ich: „Warum machst du das hier eigentlich, dich hier in deinem Jahresurlaub so quälen und dafür auch noch viel Geld ausgeben.“ Für solche Gedanken geht es mir nicht schlecht genug. Ich will nicht behaupten, dass ich das Rennen jede Minute genieße, aber phasenweise ist es so. Ich versuche, Momente sehr bewusst zu erleben und mir immer wieder ins Gedächtnis zu rufen: „Hey, du bist hier dabei, den Ironman Hawaii zu finishen.“ Das Schild „caution, athlets in pain“, das in der Lavawüste auf dem Highway steht und über das ich schmunzeln muss, oder der Spruch einer Helferin am Verpflegungsstand auf der Radstrecke: „Der bremst sogar für ´ne Cola“, werde ich wohl nie vergessen.


Das Gefühl beim Erreichen der Ziellinie nach 11: 40 ist schon besonders. Die Menge jubelt mir zu und der Moderator nennt meinen Namen. Auch hinter der Ziellinie versichert mir jeder der vielen Helfer, die mir begegnen, aufrichtig: „Good job.“

 

 

Name:          Olaf Richers      
Alter: 50 Jahre
Beruf: Krankenpfleger


Ironman Frankfurt Juli  2009

Gesamtzeit: 9h 59min
Schwimmen:      1h
Rad: 5h 7min
Lauf: 3h 43min

 

Ironman Hawaii Oktober 2009

Gesamtzeit: 11h 39min
Schwimmen:      1h 15min
Rad: 5h 59min
Lauf: 4h 10min

 

 

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Andreas Herrmann - Challenge Roth

Kilometer 37. Nur noch 5 Schildchen, dann hab ich’s geschafft. Die Krämpfe in den Oberschenkeln sind endlich fast weg. Trotzdem, Gehpause bei der nächsten Verpflegungsstation. Nochmals Wasser, Gel und Isoplörre reinschütten. Wieder losrennen. Es geht mir immer besser. Ich fliege dem Ziel entgegen. Die allerletzten Kilometer in knapp 5 min/km. Wahnsinn. Ein Mix aus Endorphinen, Adrenalin und weiß Gott noch was, treibt mich der Finish-Line entgegen. Ingrid und Markus tauchen noch kurz auf Ihren Mountainbikes neben mir auf. Feuern mich ein letztes Mal an. Sie haben mich an diesem Tag an mindestens 15 Stellen enthusiastisch unterstützt. Jetzt sind sie heiser. Ich schicke Sie zum Ziel. Hab nix mehr zu sagen. Will weiterfliegen. Hole pulkweise Geher und Schleicher ein. Ich schwebe an Ihnen vorbei. In der Senke vor Roth die letzte Verpflegungsstation. Ich zwinge mich anzuhalten. Nicht, dass der Held bei einer Jubelpose im Stadion noch Krämpfe kriegt. Flugs einen Becher Iso reinpfeifen und im letzten Anstieg nochmals 5 Leute schnupfen. Jetzt ist der Weg seitlich abgesperrt. Hände strecken sich mir entgegen. Ich gleite durch einen Tunnel aus Geschrei und klatsche Hände ab. Vor mir, der Eingang zum Stadion. Mist, eine Staffel sammelt sich direkt vor meiner Nase und zelebriert Ihren Zieleinlauf. Was soll das? Schmalspur-Triathleten!! Hier kommen die wahren Helden! Ich mache langsamer. Aus Erfahrung weiß ich, dass man etwas Abstand braucht für ein schönes Zielfoto. Man will schließlich die Triumphgefühle auf Bild konserviert wissen. Klappt zwar nie ganz – aber egal. So, genug Abstand. Die Stimmung ist überwältigend. Habe ich Tränen in den Augen? Gänsehaut geht nicht mehr, die hat sich am Solarer Berg schon abgenutzt. Locker jogge ich die letzten Meter ins Ziel, sehe Ingrid und Markus und juble, was das Zeug hält.

 

Nach 11:44 im Ziel meiner ersten Langdistanz. Wie erhofft unter 12 Stunden und lange nicht so fertig wie befürchtet. Roth hat alles gehalten, was es versprochen hat. Sofort gehe ich zu meinen zwei treuen Unterstützern und klopfe großkotzige Sprüche. So muß man sich auf dem Gipfel des Mount Everest oder bei der Oscarverleihung fühlen. Nach 10 Minuten ist der Hormonspiegel wieder soweit eingepegelt, dass ich mich der Wirklichkeit zuwenden kann. Ich hole mir mein Handy von Ingrid und verabschiede mich in den Athletenbereich zum Futtern und Duschen. Zuerst allerdings wird eine Jubel-SMS an Katja abgeschickt. Ihr will ich sofort danken, denn sie hat es mir ermöglicht, dass ich diese Augenblicke in solch einer guten Verfassung erleben kann. Ich werde nachdenklich – wie wohl viele in solchen Momenten - und denke 18 Monate zurück.

Weihnachten 2007, die Waage zeigt knappe 120 Kilos. Ein letztes Mal richtig futtern, denn ab 1. Januar geht das Training los. Diesmal wird es kein lahmarschiger Neujahrsvorsatz, sondern ich MUSS es durchziehen. Habe schließlich seit knapp 4 Wochen einen Startplatz für die Bike Transalp Challenge. Ein Mountainbike-Etappenrennen über die Alpen im Sommer 2008. Das härteste der Welt, sagt man. Also gerade Motivation genug für einen Ex-Sportler, der mindestens 30 Kilo loswerden will. Mountainbike fahre ich schon regelmäßig, aber irgendwie ist der Appetit hinterher meist größer als die Leistung vorher, so dass per Saldo immer gleich viel Fett an mir dranbleibt. Durch weniger essen und mehr trainieren will ich mindestens einen Zementsack an Gewicht loswerden. Wenn möglich, ohne Gelenkschäden wie bei meinem letzten Versuch, da hab ich mich ins Nirwana gerannt. Naja, das Rennen werde ich auch wieder anfangen, schließlich ist der New York Marathon im November 2008 mein Fernziel. Den Startplatz hab ich sicher.

Und... es klappt. Ich trainiere fast jeden Tag. Auf dem Ergometer, den ich mir geleistet habe, damit es wirklich keine Ausreden mehr gibt. Auf dem Mountainbike am Wochenende mit Ingrid. Und im Fitness-Studio mit den Spinningfreunden. Die Pfunde purzeln und an Ostern bin ich tatsächlich bei 100 Kilo angelangt. Jetzt stagniert es ein bisschen, denn ein Tauchurlaub und die damit verbundene Lockerung der Ernährungs-Selbstgeißelung hinterlassen Spuren in Form von fast 5 Kilo Plus auf der Waage! Egal – es wird hart weitertrainiert und Anfang Juli stehe ich mit knapp 90 Kilo am Start der Transalp in Füssen. Vorher habe ich mir aber einen „Anker gesetzt“. Damit ich nach der Transalp nicht sofort wieder verfette, habe ich mich zur Challenge Roth im Juli 2009 angemeldet. Einen Ironman zu machen, war immer schon ein Lebenstraum von mir. Jetzt war ich zum ersten Mal seit dem Sportabitur 1986 wieder in der Lage an ein solches Vorhaben überhaupt denken zu dürfen.
Die Transalp war denn auch ein tolles Erlebnis. Mit meinem Teampartner Markus hatte ich im Team Netviewer viel Spaß und wir konnten uns ohne größere Probleme das begehrte Finishertrikot in Riva abholen.

Nach ganz kurzer Erholungszeit – wenn ich mich recht entsinne waren es 3 Tage – habe ich dann mit der Marathonvorbereitung auf New York begonnen. Auch dieses Abenteuer ging mehr oder weniger gut und ich lief stolz wie Bolle  nach 3:49 Std. im Central Park ein. Schon während der Marathonvorbereitung hatte ich damit begonnen, Kraulen zu lernen. Furchtbar – aber ich hatte ja noch genügend Zeit bis Roth. Parallel hatte ich im Internet nach Triathlon-Coaches gesucht, denn mir war während meine intensiven Trainingsjahres klar geworden, dass ich die Komplexität eines Ironman-Trainings nicht selbst bewältigen konnte. Zwar hatte ich die komplette deutschsprachige Literatur zum Thema Lauf- und Triathlontraining verschlungen und auch englische Werke konsultiert, aber ich hatte aus meinem Umfeld keine Ansprechpartner, kein Korrektiv. Und ich hatte den Verdacht, nicht sehr effizient zu trainieren. Bei meinen Recherchen stieß ich auf die Website von Katja Mayer. Die Finisher-Berichte las ich gleich mehrmals. Was ich dort sah, gefiel mir außerordentlich. So traute ich mich, das Formular auszufüllen und bekam prompt Antwort. Nach einem ersten, sehr netten Telefongespräch legten wir dann sofort los.

Ich staunte nicht schlecht. Die Einheiten waren kürzer, als das was ich bisher getrieben hatte, aber deutlich intensiver. Nach einer kurzen Umstellungsphase beim Laufen (ich musste meinen Einstiegspuls von 126 auf 134 erhöhen) machte dies aber richtig Spaß. Schon nach ein paar Wochen merkte ich beim Laufen eine deutliche Verbesserung. Nun konfrontierte ich die gute Katja mit meinen Zielen vor Roth. Anfang März Bestzeit im Halbmarathon und zum Freiburg-Marathon Ende März sollte bitteschön eine Zeit unter 3:30 her.

Kein Problem für Katja. Die Pläne wurden maßgeschneidert. Die Intensitäten an die Ziele angepasst und ich durfte durchs vereiste Karlruhe und den verschneiten Schönbuch hirschen. Was für mich als Wochenpendler zwischen Baden und Schwaben besonders wichtig war: alle Wünsche bezüglich Trainingszeiten und –orten wurden berücksichtigt. In meinem Fall wurden Spinningeinheiten in Karlsruhe mit Frühschwimmen im Fächerbad und ruhigen Radtouren am Wochenende mit der Familie kombiniert. Alles so unterzubringen, das es einen guten Trainingseffekt hat, ist auch für einen ambitionierten Laien wie mich sicherlich unmöglich.

Die ersten 10 km-Testrennen liefen gut. Leider wurde ich kurz vor dem Halbmarathon in Kandel krank und verfehlte das Sub-1:30-Ziel um 2:30 min. Angesichts der Vorgeschichte war das aber trotzdem ein Erfolg und zudem eine neue Bestzeit. Der Freiburg-Marathon ging dann ganz „planmäßig“ über die Bühne. 3:28 sprang heraus. Ich war glücklich. Die Vorbereitung war allerdings völlig anders als ich es aus der einschlägigen Literatur kannte. Keine 6 langen Läufe an den Wochenenden vorher, sondern 3 lange innerhalb von 6Tagen mit knackigen Tempoverschärfungen drin. Nach dem letzten Lauf war ich völlig am Ende. Durch die anschließende Taperingphase baute ich aber so viel Mumm auf, dass ich den 4:55-Schnitt im Wettkampf bis fast ganz zum Ende durchhalten konnte. Punktlandung!
Im gleichen Rhythmus war dann die ganze Vorbereitung für den großen Tag in Roth angelegt: Intensives Training bis 10 Tage vor den zwei Mitteldistanzen in St. Poelten und im Kraichgau. Dann jeweils ruhigere Phasen mit deutlicher Reduktion des Umfangs, aber mit ständigen kleineren Spitzen im höheren Intensitätsbereich. Beide Testrennen verliefen spitzenmäßig. Ich fühlte mich prima vorbereitet, aber halt immer noch zu fett, denn während des Taperings hatte ich immer einen Wahnsinnsappetit. Fast wie früher...

Die Zeit bis Roth verging wie im Flug und nach einer letzten Hammertrainingswoche mit über  20 Std. Umfang stand ich auch schon beim Bike-Check-In am Main-Donau-Kanal. Jetzt setzte so langsam die Vorfreude und auch die Nervosität ein. Naja, um ehrlich zu sein, bei der Wettkampfbesprechung am Vorabend wurde mir irgendwann klar, worauf ich mich eingelassen hatte. Ich hatte die Hosen gestrichen voll!
Die letzte  Nacht ging dann auch irgendwie vorüber. Am Schwimmstart wurden wir mit pathetischem Gewinsel von Whitney Houston und Konsorten beschallt. Eigentlich widerlich – aber als emotionales Doping wirkt das sensationell. Nach 30 Minuten „One Moment of Whatsoever” hatte ich genug und haute mir ein letztes Mal eine Dosis “No mercy” von Nils Lofgren per ipod rein.
Nach dem obligatorischen Gang auf den Topf schnell die Schwarte in den Neo gequetscht. Vor lauter Palaver mit anderen Angstschwimmern glatt den Start verpennt und gestoppte 1:20 min  nach dem Startschuss die Startlinie überquert.
Nun ging er also in Erfüllung, mein Traum...

Wobei das Schwimmen eher was Alptraumhaftes hatte. Irgendwie habe ich mich bis zur ersten Wende und dann wieder runter bis zum Start gekämpft.
Am Ende bin ich ständig gestrandet, da ich in erschöpftem Zustand einen unerklärlichen Rechtsdrall bekomme. Habe befürchtet, daß Greenpeace-Gutmenschen kommen und mich wieder ins tiefere Wasser tragen...
Nach 1:33 war die Tortur endlich überstanden. Im Wechselzelt dann schon erste Oberschenkelkrämpfe, die mich bis fast in Ziel begleiten sollten.

 

Auf dem Radl habe ich die ersten 50 km gebraucht um mich von dem Geplantsche zu erholen. Erst dann lief es einigermaßen flüssig. Habe dann eine Weile die Waden von Chrissie Wellington und Rebekah Keat bestaunt und wie gewohnt scharenweise bessere Schwimmer eingeholt. Bis km 140 ging es dann passabel weiter, bis fast gleichzeitig ein fieser Oberschenkelkrampf und der größte anzunehmende Nervenschocker eintraten. Speichenriß!!! Total konsterniert stand ich bei den Sheriffs am Straßenrand und habe sie angefleht, das Mavic-Laufrad-Motorrad herbeizufunken. Glücklicherweise kam der gute Mann dann nach relativ kurzer Zeit tatsächlich vorbei und - oh Wunder - er hatte auch noch genau ein Hinterrad dabei. Allerdings mit Campagnolo-Kassette. Doch dies funktionierte irgendwie halbwegs mit meiner Shimano-Schaltung. Gottseidank!
So hatte ich auf den letzten 40 km auf dem großen und auf dem kleinen Blatt jeweils genau 1 Gang zur Verfügung. Genug um das Ziel zu erreichen. Mehr wollte ich vom lieben Gott zu diesem Zeitpunkt gar nicht. So demütig war ich geworden. Einfach nur finishen nach all den Monaten. Nach dem zweiten Push am Solarer Berg (sportlich die schönste Erfahrung meines Lebens) allerdings sind die Lebensgeister wieder in mir erwacht und ich habe mein zusammengeflicktes Gefährt mit einem geschmeidigen 38er Schnitt Richtung Roth gepeitscht. So war mein Radsplit mit 5:49h enttäuschend für mich, aber in Anbetracht der Begleitumstände sekundär. Hauptsache noch dabei.

Also schnell die schönen weißen Strümpfe an und los.
Der Marathon war dann die positive Überraschung des Tages. Trotz krampfbedingter Gehpausen ab km 22 und Gehpausen bei jeder Versorgungsstation kam am Ende eine 4:08 raus. Die letzten 8 km noch mit einem 5:30er Schnitt gelaufen, als die Krämpfe endlich nachliessen. Erschöpfung trat zu keiner Zeit ein, ich fühlte mich immer wirklich gut. Schon ein nützlicher Mechanismus, wenn der Ehrgeiz durch Krämpfe vom Körper gebremst wird, so daß ich mich konditionell immer in der absoluten Komfortzone befand. Ab Kilometer 37 bahnten sich dann chemische Substanzen Ihren Weg, deren Auswirkungen in diesen Zeilen wohl noch deutlich zu spüren sein dürften...


Fazit:

Das Wichtigste: Ohne Unterstützung der Familie geht gar nix! Danke!

Ohne Coach hat man als Rookie mit knappem Zeitbudget wenig Chancen. Ein erfahrener Coach wirkt Wunder und holt das beste aus den vorhanden Ressourcen raus.

Und: Mittlerweile höre ich konsequent auf die Katja. Wann immer sie sagte: „des geht net, des is gesponnen“ und ich dachte: „awa, geht schon, normal ist für die Anderen“ behielt sie recht und ich hatte Schmerzen ;-)

Leute, lernt anständig kraulen!. Ohne geht’s auch – tut aber weh und schadet den Folgedisziplinen.
Ein Coaching bei Katja hilft, aber in einem halben Jahr kann man halt aus einem Treibanker keinen Michael Phelps machen.

Keine Experimente mit neuen High-Tech-Laufrädern!!!! Keine Experiment beim Essen! Nur Bewährtes beim Wettkampf einsetzen. Und auf die Katja hören ;-)

Der Mann mit dem Hammer muß nicht kommen. Wer kontrolliert radelt und sich  dabei anständig die Wampe vollhaut, hat gute Chancen nicht auf den Brustwarzen kriechend zu finishen.

Es war gewaltig! Roth ist soooo geil!!!
Nächstes Jahr mach ich’s wieder. Und zwar richtig!
Katja bastelt schon an den Plänen.

 

Name:          Andreas Herrmann        
Alter: 42 Jahre
Beruf: DIplom-Betriebswirt


Quelle Challenge Roth 2009:

Gesamtzeit: 11 h 44 min
Schwimmen:        1 h 33 min
Rad:   5 h 49 min
Lauf:   4 h 08 min

 

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Urs Brotzer - Swissalpine K78

Danke Katja, du hast es wieder mal geschafft. Dank deinen genialen Trainingsplänen habe ich nach Ironman und Bieler 100km Lauf nun ein weiteres grosses Ziel erreicht. Mein erster Berglauf überhaupt und gleich der König der Bergläufe, der Swissalpine K78 in Davos. In nackten Zahlen ausgedrückt sind das 78,5 km, +/- 2300 Höhenmeter über 2 Pässe mit 2600 m.ü.M. Dass ich dabei eine Zeit erreichte die ich nie für möglich hielt, bestätigt eindrücklich dass ich auch dieses Mal bei Katja in den richtigen Händen war.

Begonnen hat das Abenteuer K78 im kalten Dezember 2008. Zuerst deutete noch nichts auf Berge hin. Flache Läufe, Intervalle, Sprints und zur Abwechslung auch mal etwas Rad auf der Rolle. Bald aber hiess es auch Treppenlauf, bergauf – bergab, welliges Gelände. Oft lag letzten Winter Schnee in Zürich, was das Laufen nicht einfach machte. Aber auch das ist gutes Training und Vorbereitung auf den Berglauf, kann es doch in den Bergen auch im Sommer noch Altschneefelder geben oder sogar auch mal frisch schneien. Im Februar folgten dann auch längere Aufstiege bis zu 400 Höhenmetern die ich auch teilweise auf rutschigem Untergrund absolvieren musste.

Ein Highlight nach der Kälte und dem Schnee war das Trainingslager in Lanzarote Anfang März. Hier ging es 2 Wochen lang zur Sache. Harte, stundenlange Mountainbike-Ausfahrten auf dem groben und steilen Untergrund der Insel wechselten sich ab mit langen Laufeinheiten. Da war ich körperlich wie mental teilweise am Limit, aber ich wusste aus Erfahrung dass ich mich auf Katjas Pläne verlassen kann.

Ende April durfte ich am Zürich Marathon mal so richtig Gas geben. Mit 3:20 erreichte ich zwar nicht ganz meine Bestzeit vom Vorjahr, aber doch immer noch eine sehr gute Zeit verglichen mit meinen Marathons aus der „Vor-Katja-Zeit“.

Die Trainingszeiten und Höhenmeter steigerten sich nun nach und nach. Auch hiess es plötzlich nicht mehr nur „schnell aufwärts“ sondern auch mal „Vollgas bergab“. Meine Beine sollten auch diese Belastung kennen lernen. Der Plan gipfelte dann in den letzten 2 Wochen vor dem Tapering mit total 6000 Höhenmetern und einigen Stunden flache Läufe dazwischen. Da stand ich manchmal am Morgen am Berg und wusste nicht wie ich mit den müden Beinen nun 1500 Höhenmeter überwinden kann. Ich war jeweils erleichtert es doch geschafft zu haben, würde ich doch am Wettkampftag diese Situation sicher auch antreffen.

Eine Woche vor dem Start erreichte eine Kaltfront die Schweiz und brachte Schneefall bis auf unter 2000 Meter! Noch 5 Tage vor dem grossen Tag lag auf den Pässen frischer Schnee. Oje, wie werden wohl die Wege, die ich eine Woche zuvor beim Training noch in gutem Zustand erlebt hatte, dort oben jetzt aussehen? Nach dem ersten Schreck versuchte ich mich mit positiven Gedanken zu motivieren: „Besser es hat jetzt geschneit als nächstes Wochenende, es bleibt noch genug Zeit damit der Schnee wieder schmilzt“.

Freitag, am Tag vor dem Lauf reise ich nach Davos. Die Wetteraussichten künden starke Regenfälle an in der Nacht aber mit Tendenz zur Besserung im Laufe des Samstags. Tatsächlich beginnt es am Freitag Abend wie aus Kübeln zu schütten. Ich mache mir Sorgen um den Zustand der Bergpfade die wir am anderen Tag begehen sollen. Total nervös mache ich in dieser Nacht fast kein Auge zu.

 

 

Tag X, erster Blick nach draussen. Immer noch tiefe dunkle Wolken zwischen den Bergen, aber zum Glück kein Regen mehr. Ich kann nur wenig essen so früh am Morgen und so aufgeregt wie ich bin. Erst als ich im Starterfeld stehe, legt sich die Nervosität.
Startschuss! Nach 8 Monaten harter Arbeit geht es nun endlich los. Auf einer 5 km langen Runde läuft das Feld der etwa 2000 Läuferinnen und Läufer der Kategorien K31, C42 und K78 erst mal durch Davos. Ich bin irgendwo in der Mitte und schon recht zügig unterwegs. Ein Schnitt von 5:10, ist das nicht etwas zu schnell? Meine Beine fühlen sich im Moment nicht wirklich fit an. Nach 20 Minuten das erste Mal meine Freundin und weitere Fans am Strassenrand, das motiviert und weiter laufe ich im langgezogenen Feld aus Davos hinaus das Landwassertal hinunter. Aber was heisst hinunter? Die folgenden 10 km sind ein ewiges auf und ab mit Tendenz zu auf, sind wir doch bei Km 15 auf 1700 m.ü.M, d.h. etwa 200 Meter höher als beim Start in Davos. Es ist bis hier fast unmöglich einen schönen Laufrhythmus zu finden.

Nun geht’s bis Km 25 nur noch abwärts bis auf eine Höhe von 1197 Meter zum Bahnhof Wiesen. Dort stehen wieder meine Fans und ich rufe ihnen zu: „Von mir aus könnte es hier schon fertig sein!“. Doch wofür habe ich denn so lange trainiert? Also weiter mit ein paar Gegensteigungen nach Filisur hinab, Km 30.6, Höhe 1032 m.ü.M. Bis hierher hatte ich mir 3 Stunden vorgenommen. Die Zwischenzeitnahme zeigt 2:49, also schneller unterwegs als geplant. Aber diese Reserve werde ich vielleicht noch brauchen. Ab hier folgt der lange Aufstieg über Bergün und Chants zum höchsten Punkt der Strecke bei der Keschhütte auf 2632 m.ü.M. Nun fallen mir die harten Trainings ein: 1600 Höhenmeter mit müden Beinen, aber klar, das geht doch!

In den steileren Abschnitten auf der Strasse nach Bergün kann ich nicht mehr alles laufen. Da ich mit zügig marschieren aber gar nicht so viel langsamer bin als diejenigen die es noch mit laufen versuchen, beunruhigt mich das nicht. Bergün bei Km 39.2 auf 1365 m.ü.M erreiche ich nach 3:42. Nochmals etwas Zeitreserve herausgeholt, wollte ich doch nach 4 Stunden hier sein. Wieder stehen meine Fans an der Strasse und geben mir eine Jacke, lange Hosen, Stirnband und Handschuhe. Ich will gut ausgerüstet sein für die hohen Pässe, sind doch dort oben Temperaturen nahe der Nullgradgrenze angesagt.

Der Weg führt weiter ins Val Tuors hinein. Zusammen mit den Teilnehmern des K42 die hier kurz vorher auf eine Einlaufrunde gestartet sind, laufe und gehe ich auf der Strasse bis nach Chants bei Km 47.2 und 1822 m.ü.M. Ab Chants wird es dann richtig steil. Die 5.7 km und 800 Höhenmeter lege ich nur gehend zurück. Aber hier läuft eh keiner mehr. Ich komme ganz gut vorwärts und kann immer wieder andere Teilnehmer überholen. Ich merke jetzt so richtig dass sich die vielen Trainingshöhenmeter auszahlen. Schritt für Schritt stemme ich mich zügig aufwärts obwohl ich unten im Tal noch ein wenig gezweifelt hatte. Nach 5:49 komme ich bei der Keschhütte an (Km 52.9). Immer noch unter Plan von 6 Stunden. Ich mache scheinbar noch einen guten Eindruck, denn der Arzt, der hier alle Teilnehmer beobachtet, fragt nur kurz wie es mir geht und lässt mich passieren. Hier bin ich froh um meine Jacke weil der Wind ziemlich kalt über den Pass weht.

Der Weg führt nun erst mal etwa 200 Höhenmeter abwärts. Da bin ich schnell und kann an vielen Mitläufern vorbei ziehen. Leider ist der Weg manchmal zu schmal zum Überholen. Auch der folgende sanfte Aufstieg zum Scalettapass ist meistens so schmal dass nur überholt werden kann wenn ein langsamerer Läufer anhält und die schnelleren passieren lässt. Erst stört mich dass ein wenig, dann aber bin ich auch froh um kurze Gehpausen. Auf dem Scalettapass auf 2606 m.ü.M bei Km 60.1 stehe ich nach genau 7 Stunden.

Jetzt merke ich erstmals dass eine Zielzeit von unter 9 Stunden möglich werden könnte. Es geht nun ja nur noch 18 km abwärts. Zuerst auf 4 km 600 Höhenmeter runter auf einem groben Karrenweg. Dieser ist zum Glück breit genug zum Überholen. Hier lasse ich es so richtig krachen. Ich spüre nichts mehr von müden Beinen und rase den Berg runter. Ich erinnere mich ans Training „Vollgas bergab“ und weiss das meine Beine das aushalten. Ich habe ein totales Hoch und bin ganz konzentriert auf jeden meiner Schritte auf dem groben Untergrund. Weiter unten wird der Weg wieder besser und weniger steil. Die Konzentration lässt etwas nach und schon passiert es: Ich stolpere über einen Stein und kann einen Sturz nicht mehr vermeiden. Ich rolle vornüber und bleibe mit einem Krampf in der Wade liegen. Ausser zwei kleinen Schrammen ist zum Glück nichts weiter passiert. Eine Zuschauerin hilft mir das Bein zu dehnen und schon bald kann ich wieder aufstehen und weiter laufen.

In Dürrboden (Km 64.4, 2007 m.ü.M) warten wieder meine Fans. Ich kann die nicht mehr benötigten Kleidungsstücke abgeben und mache mich auf die letzten 14 km auf denen es immer noch 500 Höhenmeter runter geht. Leider geht es nicht nur runter. Auf einigen kleinen Gegensteigungen und flachen Abschnitten merke ich doch mehr und mehr die vergangenen Kilometer in den Beinen. Doch jetzt kann mich nichts mehr aufhalten. Km 70, nur noch 8 km und noch nicht ganz 8 Stunden vorbei. Ich beginne zu rechnen, was gibt das für eine Zeit? Jetzt kann nichts mehr passieren, ich werde unter 9 Stunden ins Ziel kommen. Besser als ich es mir je erträumt hatte.

Noch 3 km, noch eine giftige Steigung. Egal, kurz hoch marschieren und dann nur noch runter ins Ziel. Man hört schon den Speaker im Stadion. Die letzten 200 Meter, immer dichtere Zuschauerreihen, dann der Einlauf ins Stadion, abklatschen, Hände in die Höhe reissen und über den Zielstrich. 8:42:53 zeigt die Uhr. Wahnsinn, ich habe tatsächlich den K78 geschafft, mein erster Berglauf in dieser tollen Zeit.

Vielen Dank Katja für deine perfekten Trainingspläne. Es war hart und oft musste ich mich überwinden um die langen Einheiten in Angriff zu nehmen. Aber die Freude im Ziel entschädigt für alle Mühen. Ich werde weiter mit dir Trainieren. Das nächste angestrebte Ziel wird vermutlich der Inferno Triathlon im Berner Oberland sein.


Name:  Urs Brotzer          
Alter: 45 Jahre
Beruf: Dipl. El. Ingenieur

Swissalpine K78
Gesamtzeit: 8 h 42 min

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Christian Deiner - Quelle Challenge Roth 2008

 

Einmal im Leben eine Langdistanz zu finishen war schon immer mein Traum. 20 Jahre nachdem ich meine Facharbeit im Leistungskurs Sport mit dem Thema "Ironman Hawaii" abgegeben hatte, 10 Jahre nachdem ich zum Rauchen aufgehört hatte und nach 5 Jahren Triathlontraining konnte ich mir meinen Traum erfüllen.

Da ich im Vorfeld der Vorbereitung nichts dem Zufall überlassen wollte, investierte ich in eine neue Badehose, ein Cervelo Zeitfahrrad inkl. Zeitfahrhelm und SRM Wattmesser, neue Laufschuhe und natürlich in den Plan von Katja Mayer.

Zusammen mit meiner Trainingspartnerin Heike (Quelle Challenge Roth 2008 in 11:26) trainierte ich also ab Oktober 2007 hin aufs große Ziel.
Konsequenterweise entschied ich mich für zweimal zwei Wochen Trainingslager auf Zypern und in Italien. Gerade da merkte ich, wie perfekt Katjas Pläne auf mich zugeschnitten waren und verlor selbst bei 27h Training pro Woche nie den Spaß an der Sache.
Von verletzungs- oder krankheitsbedingten Trainingspausen blieb ich glücklicherweise weitgehend verschont. Meldete sich dann doch mal der innere Schweinehund und zwang mich zu einer Trainingspause - kam aber echt nur selten vor - brachte mich Katja durch ihre humorvollen aber unmißverständlichen Mails wieder auf den rechten Pfad. (Was soll mann an "go hard or go home" auch schon mißverstehen) :-)))

 

Nach einem dreiviertel Jahr der Vorbereitung, inkl. zwei sonnigen Trainingslagern, zwei Vorbereitungswettkämpfen (Viennaman MD; Erding OD) bei glühender Hitze fühlte ich mich also top vorbereitet auf die für Roth typische Hitzeschlacht ...

 

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt ...
Aus der Hitzeschlacht wurde ein Shiitwetter (Dauerregen 13Grad).
Aber der Reihe nach:
Um 7:55 Uhr stieg ich nach 1.00h relativ entspannt aus dem Main-Donau-Kanal. Allerdings schaute ich gegen Ende des Schwimmens immer wieder auf die Zuschauer am Kanal und hoffte, daß sie ihre Regenschirme zumachten. Diesen Gefallen taten sie mir aber leider nicht und so stieg ich bei strömendem Regen auf mein Rad.
Dort fühlte ich mich die ersten 100km, abgesehen von der Kälte und dem Regen, wohl und konnte meine von Katja vorgegebenen Puls und Wattvorgaben gut einhalten. Dann kam allerdings der Einbruch und ich verlor total durchgefroren und entkräftet auf den folgenden 80 km eine knappe halbe Stunde.
Es wurde für mich zur mentalen Zerreißprobe von all denen, die ich vorher mühsam überholt hatte, nun scheinbar locker wieder eingefangen zu werden. Wohl bedingt durch die Kälte schienen meine Beine so kraftlos, daß ich befürchtete mit meinem Zeitfahrhelm unter dem Arm mein Cervelo-Zeitfahrrad inkl.Scheibe den Solarer Berg hochschieben zu müssen. Diese Schmach blieb mir glücklicherweise erspart. Witzig fand ich das alles zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht, denn der Marathon - mein erster überhaupt - wartete ja noch auf mich.

Eine Langdistanz steckt wohl voller Überraschungen und so lief ich den Marathon ohne den erwarteten Einbruch, in konstantem Tempo und finishte in 3:45h - nur 5 min langsamer als geplant.

Wie sich nach dem Wettkampf herausstellte, hat sich zumindest die Investition in Badehose, Laufschuhe und Katjas Plan mehr als gelohnt ... ;-)
Alles in allem bin ich sehr zufrieden, stolz wie Oskar und glücklich, meine erste Langdistanz gefinished zu haben. Unter den Bedingungen habe ich das maximale aus mir rausgeholt und zwei Wochen danach weiß ich, daß es nicht meine letzte Langdistanz gewesen sein kann. Auf Katjas Pläne werde ich weiterhin vertrauen und wer weiß, vielleicht wird es 2009 in Frankfurt noch etwas schneller ... und wärmer ;-)))

Danke Katja und Danke an alle, die mich an der Strecke angefeuert haben !!!

 

 

Name:          Christian Deiner          
Alter: 40 Jahre
Beruf: Kfz-Sachverständiger


Quelle Challenge Roth 2008:

Gesamtzeit: 10 h 39 min
Schwimmen:        1 h 00 min
Rad:   5 h 45 min
Lauf:   3 h 45 min

 

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Bernd Lenz - Roth 13.07.2008

 

Hurra, vollbracht. 1 Jahr Vorbereitung und Training, um einen Traum zu realisieren, einmal einen Ironman zu finishen. Das es gleich beim ersten Mal gut gehen würde, hätte ich lange nicht für möglich gehalten, schon gar nicht am Wettkampf selber, der mit Regen und bei mir noch zusätzlich Schnupfen nicht die besten Voraussetzungen bot.

Aber der Reihe nach: begonnen hat das alles vor 5 Jahren, als ein Freund auf einer Transalp MTB Tour meinte, er will einen Ironman machen. Die Überraschung im Team war groß, zumal Claus damals nicht zu den Ausdauerathleten zählte. Mittlerweile hat er seinen 4 Ironman gefinished und seine Zeiten deutlich verbessert, dank Trainingsplan. Damals dachte ich mir noch erstmal abwarten und weiter auf MTB, Rennrad und Marathon konzentrieren. Reicht ja eigentlich auch, zumal die Familie und Freunde ja auch noch da sind.

Aber irgendwie ließ es mich nicht mehr los, zumal dann nach der NoveColli in 2007 schon der Ehrgeiz kam, das Rad mit dem Laufen (Marathon Hamburg 2007) zu kombinieren. Nur Schwimmen konnte (und kann) ich überhaupt nicht bzw. dient in erster Linie dem Überleben im Wasser, nicht aber sportlichen Ambitionen. Aber Ironman muss man(n) wollen, unbedingt, hat mir ein erfahrener Athlet, den wir im Südtirolurlaub kennen gelernt haben, nahegelegt. So mal nebenher geht nicht. Also gesagt, getan, im Sommer 2007 dann nach Vermittlung von Claus mit Katja die ersten Trainingspläne festgelegt, noch stark auf Teilnahme Marathon Berlin 2007 ausgerichtet. Im Sommerurlaub dann umgeknickt, Bänder gezerrt, Marathon Berlin hinfällig. Guter Einstand eigentlich mit meinem Trainingsplan, zumal ich bisher alles ohne Trainingsplan (und Verletzungen) durchgezogen hatte.

Ab Ende September ging es dann los, „streng“ nach Plan mit Ausnahme Schwimmen (20min am Stück schwimmen war das höchste der Gefühle). Und immer wieder Katja, die mich daran erinnerte, mich an den Trainingsplan zu halten, was mir Anfangs schwer fiel und gleichzeitig aber unheimlich motivierend wirkte.
Aber ab Winter 2007/2008 kam dann der Rhythmus immer besser, Feedback Katja war gut und im Februar konnte ich zum ersten mal 45min am Stück schwimmen. Ebenfalls super waren die beiden Schwimmtechniktrainings mit Katja im Schwimmbad Augsburg. Allerdings werde ich verhindern, dass die Videoaufnahmen bei Versteckte Kamera gezeigt werden als abschreckendes Beispiel für Kraulen.

 

Also gleich für meinen 1. Triathlon überhaupt (01.06. Bad Tölz, Speed Distanz) angemeldet und gleich noch den Alpentriathlon am Schliersee (Olympische Distanz) mit hinzu genommen, damit ich zumind. 2x vor Roth unter Wettkampfbedingungen die Disziplinen wechsle. Vom Schliersee war Katja nicht begeistert weil zu anstrengend, und ich muss sagen, auch hier hatte Sie unbedingt richtig gelegen, 5km mit 12% Steigung vor dem abschließenden Laufen saugen die Beine leer. Hat trotzdem Spaß gemacht. Nicht zu vergessen: zum ersten Mal die 1500m Schwimmen in 35min gab Bestätigung und Zuversicht, auch die 3,8km zu stemmen.

Zwischen Training und Erholung noch Zeit gefunden, mit dem ADFC nach Cesenatico zu radeln und gleich noch die NoveColli mitgenommen. Also zumind. auf dem Radl gut vorbereitet für das Abenteuer Roth.

 

Roth selbst lief ab wie am Schnürchen oder wie Katja schrieb:… wie ein Uhrwerk. Nahezu auf die Minute genau die vorgenommen Zeiten (1:35/06:15/4:30) gehalten, somit natürlich für die Familie am Streckenrand genau planbar. In den Wechselzonen die Zeit genossen und ohne Hektik und Druck auf das nächste Erlebnis vorbereitet. Das schönste Erlebnis waren die vielen Hände, die einen nach den 3,8km aus dem Wasser helfen. Das ich da ankomme innerhalb der Zeitvorgabe, hätte ich vor 1 Jahr nicht geglaubt. Auf dem Rad der Kurs anspruchsvoll aber prima fahrbar (trotz Dauerregen die ersten 4 Std.), leider war der legendäre Solar Berg wg. des Wetters weniger besucht, aber immer noch eindrucksvoll.

Wechsel auf Laufen bei trockener Witterung reibungslos, und dann ging die ersten 10km die Post ab, prima Zeiten (5:30min/km). Aber beim Laufen fühle ich mich eh wohl und bringe die meiste Erfahrung mit. Bei KM 11 kam dann der „Mann mit dem Hammer“ und hier begann für mich bereits der echte Ironman: Laufen obwohl die Beine nicht mehr wollen. Also Tempo runter auf knapp 7min/km und gemütlich die Strecke am Kanal und Lände entlang laufen. Viele Gesichter beobachten, die ebenfalls dieses merkwürdige Grinsen im Gesicht haben, eine Mischung aus Schmerz, Freude und Erleichterung. Nach einer gefühlten Ewigkeit dann plötzlich die Tochter an der Hand und die letzen 200m über die Ziellinie gerannt. Aus,Ende, vorbei. Geschafft. Unglaublich. Ich ein Ironman, Danke Katja, Familie und Freunden, sowie Claus und Robert, die mit Ihrer Erfahrung („Durchbeißen nicht vergessen“) geholfen haben, den Traum vom Ironman zu realisieren. Und wie es jetzt weitergeht, entscheidet sich erst im August nach Urlaub.

 

 

Name:          Bernd Lenz          
Alter: 44 Jahre
Beruf: Sales Manager
verheiratet, 1 Tochter (8)


Challenge Roth 2008:

Gesamtzeit: 12 h 40 min
Schwimmen:        1 h 34 min
Rad:   6 h 08 min
Lauf:   4 h 35 min

 

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Florian Went - Ironman Frankfurt 2008

 

Kurz nachdem ich im Jahr 2002 beschloss, Ironman zu werden, stieß ich auch schon auf die Internetseite von Katja, und nach einem ersten Telefonat ging es dann gleich mit den ersten Plänen los. Nun sind daraus mittlerweile 6 Jahre einer erfolgreichen Trainer/Sportler Beziehung geworden, mit längeren und kürzeren Pausen dazwischen. Nach meinem ersten erfolgreichen Ironman 2003 in Roth (11:43) und einem zweiten Ironman in Zürich 2004 (10:52) ist es lange ruhig gewesen um meine Langstrecken „Karriere“, da Beruf und Familie Vorrang hatten, und auch die Gesundheit nicht immer so wollte, wie ich es gerne gehabt hätte.

Dieses Jahr schien wieder einmal alles schief zu laufen. Ich hatte mich (nicht zum ersten Mal) für den IM in Frankfurt angemeldet; musste dann allerdings feststellen, daß der Termin beruflich nicht passte. Also meldete ich mich alternativ für September in Köln an. „Bis dahin hast Du ja noch viel Zeit“, sagte ich mir. So legte ich den Winter über die Beine genüßlich hoch und wartete auf die Dinge, die da kommen mochten. Beruflich kam jedoch alles ganz anders als geplant. Da ich meine Selbständigkeit aufgeben mußte, stand ich plötzlich im Frühjahr ohne Job - aber damit auch ohne berufliche Verpflichtungen da. Der Teilnahme am IM Frankfurt stand eigentlich nichts mehr im Weg, wäre da nicht mein Frühjahrs Formtief gewesen. Nach einer gemütlichen Einrollwoche auf Mallorca im April nahm ich wieder den Kontakt zu Katja auf. Ich fragte Sie, wie denn die Chancen auf ein Finish in Frankfurt stünden. Sie sagte, daß wenn ich viel Zeit zum Trainieren hätte (die hatte ich ja) und ich „nur“ finishen wollte, wir das in den verbleibenden 10 Wochen hinbekommen könnten. Aber eine Bestzeit solle ich nicht erwarten.

 

Die ersten Wochen ging es langsam los, da mein Körper sich erst wieder an geregeltes Training gewöhnen musste. Aber ich steigerte meine Form von Woche zu Woche und wurde immer besser. Dann kam der zweite Trainingsblock, und da wurden schon wieder ordentliche Umfänge von bis zu 18 Std. pro Woche geplant. Es lief immer besser, und ich konnte das erste Mal in 6 Jahren frei und zu 100% nach Katjas Plänen trainieren. Das sollte sich bezahlt machen. Trotz der intensiven und guten Vorbereitung war ich am Start in Frankfurt aber etwas unsicher über meinen Leistungsstand: war die Vorbereitungszeit nicht doch etwas kurz für einen Ironman? Ich vertraute aber auf meine guten Erfahrungen mit Katja und mein Leistungsvermögen.

 

Dann ging es endlich los, pünktlich um 7:00 Uhr starteten wir im Langener Waldsee, den ich nach relativ lockerer Schwimmrunde und für mich sehr schnellen 1:07 Std. wieder verlassen habe. Nach zwei zügigen Radrunden (5:22), leider inklusive Defekt und 8 Min. Stopp, war ich in neuer Rekordzeit auf der Laufstrecke. Was würde nun kommen? Würde ich durchhalten? Ich lief einfach in mittlerem Tempo drauf los und hoffte Runde für Rund, daß ich das Tempo würde halten können. Ich konnte! Lediglich auf den letzten Kilometern ging es nicht mehr ganz so flott. Angetrieben von den Massen lief ich nach für mich völlig unerwarteten 10:22 Std. am Römer ein. Neue Bestzeit, und mir ging es richtig gut danach. Katja: das war wieder einmal eine sensationelle Vorbereitung und Planung von Dir - aber daß es so gut laufen würde, hattest selbst Du nicht erwartet.

Vielen Dank für die vielen tollen Pläne und Deine immer wieder motivierenden Worte, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Ich hoffe, wir können es noch bei einigen Ironmen krachen lassen; und irgendwann werde ich meinen Traum von Hawaii wahrmachen. Ich hoffe, Du hilfst mir dabei.

 

 

Name:          Florian Went          
Alter: 37 Jahre
Beruf: Bürokaufmann
Familie: verheiratet, 1 Sohn


Ironman Frankfurt 2008:

Gesamtzeit: 10 h 22 min
Schwimmen:        1 h 07 min
Rad:   5 h 23 min
Lauf:   3 h 48 min

 

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Bodo Klein - Nochnichtganzaberhoffentlichschonbald Finisher Bericht

 

Um es vorweg zu nehmen: in den nächsten 24 Monaten werde ich hoffentlich diesen Bericht durch einen echten Finisher Bericht über eine volle Ironman Distanz ersetzen können....
Ich habe im Januar 2007 Jahr mit dem Training begonnen, nachdem ich im November 2006 mit dem Rauchen (zuletzt 60 Glimmstengel/Tag) aufgehört habe. Durch die Raucherentwöhnung habe ich natürlich an Gewicht zugelegt und habe so im Anfang 2007 108Kg auf die Waage gebracht.
Der Entschluss, Sport zu machen, war schnell und leicht gefällt, aber die Umsetzung war für mich als absoluter Nichtsportler alles andere als einfach.
Durch eine Empfehlung bin ich an die Adresse von Katja gekommen und war froh, dass sie sich zu einem so schweren Fall überreden ließ.

 

Am 19.01.2007 begann also mein erster Trainingsplan, noch im Januar war ich „stolz wie Oscar“, 5000m am Stück laufen zu können.Da der Mensch Ziele baucht, habe ich mal locker „Ironman“ in Katjas Fragebogen geschieben Eine Ahnung was da auf mich zukommt, hatte ich natürlich nicht.....
Inzwischen habe ich mich über einen 10Km Lauf, Sprint Distanzen und meine erste Olympische Distanz bis zu einem Habmarathon durchgekämpft und dabei einen riesigen Spass gehabt.

 

Dank Katjas Trainingsplanung, ihrer Geduld mit meinen dauernden Änderungen am Zeitplan, aber auch ihrer Kritik, wenn ich mal geschlampt habe, habe ich nun in einem Jahr fast 30 Kg abgenommen, fühle mich besser als je zuvor, habe mich zum Ironman 70.3 in St Pölten 2008 angemeldet und denke immer öfter an den IM Frankfurt 2009......
Jedem, der mit dem Training beginnen will, kann ich die Betreuung durch Katja nur wärmstens empfehlen. Die Mischung aus Förderung und Forderung macht riesigen Spass, ihre Kompetenz bewahrt mich vor Übertreibungen und die regelmäßigen Telefonate motivieren mich immer wieder.

 

 

Danke Katja und behalte Deine Nerven ?

 

 

Name:          Bodo Klein          
Alter: 45 Jahre
Beruf: Account Manager / Vertriebsmitarbeiter

Familie mit 1 Kind

 

10km Lauf: 1:03 (nach 4 Monaten Training)
Halbmarathon: 1:47 (nach 1 Jahr Training)
Triathlon (1,5 - 40 - 10km):     

2:47 (nach 9 Monaten Training)

 

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Bodo Klein - Jetzt bin ich ein Ironman

Nach 30 Monaten Training vom Bewegungsmuffel über diverse Sprint Triathlon, olympische Distanzen, Marathon und Mitteldistanzen bin ich nun am 05 Juni 2009 zum Ironman mutiert.

 

Der Weg dahin war nicht immer einfach und schon gar nicht immer gradlinig. Einige Verletzungen und kleinere Zipperlein haben immer mal wieder einen Schongang erzwungen, Trainingspläne wollten umgestellt werden und auch die Wetterlage war nicht immer perfekt.

 

Katja hat mich  jeder Trainingsphase  optimal unterstützt und vor den Wettkämpfen  geschafft, mich auf den Punkt genau in meine persönliche Höchstform zu bringen. Ich weiß nicht, wie oft ich noch einige Tage vor dem jeweiligen Wettkampf gezweifelt habe, ob ich wirklich schon so weit bin, ein Telefonat mit Katja hat mich jedes mal beruhigt und das Ergebnis hat Ihre Einschätzung immer bestätigt.
Egal ob Trainingsplanung, Ernährung, Material, Wettkampfplanung, jede Anfängerfrage wurde geduldig und kompetent beantwortet.

Am 05.07 war es dann soweit, die erste Langdistanz stand bevor… gutes Wetter, und wenig Wind über den ganzen Tag machten eine für mich sehr gute Zeit möglich. Alle Tipps von Katja haben funktioniert, besonders die für Ernährung, Hitze und Einteilung der Laufstrecke waren sehr hilfreich.
Was bleibt, ist großes „Danke“  an Katja für die Geduld und die Pläne über die vielen Monate und die Vorfreude auf die neuen Ziele in der Zukunft….

Bodo Klein

 

 

Name:          Bodo Klein          
Alter: 45 Jahre
Beruf: Account Manager / Vertriebsmitarbeiter

Familie mit 1 Kind

 

 

Ironman Frankfurt 2009:

Gesamtzeit: 10 h 51 min
Schwimmen:        1 h 05 min
Rad:   5 h 17 min
Lauf:   4 h 21 min
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Thomas Bartsch – Ironman Frankfurt

 

Der 3. März 1996 ist an allem schuld! Wer weiss, was geworden wäre, wäre ich an diesem Sonntag einfach länger im Bett geblieben. In der Nacht hatte es gestürmt und ich, der ich zum ersten Mal bei einem Ironman zuschauen wollte, dachte mir, dass bei diesem Wetter sowieso niemanden schwimmen würde können. März und Ironman? Berechtigte Frage in unseren Breitengraden, aber nicht am schönsten Ende der Welt. Ich lebte damals in Auckland/Neuseeland und es fügte sich, dass mein Arbeitgeber Hauptsponsor des Ironman war und ich somit Zugang zu den „besten Plätzen“ hatte.

Pünktlich zum Start erschien ich in der malerischen St Heliers Bay und das Schicksal nahm seinen Lauf. Meine Bewunderung für die Athleten nahm stündlich zu: die Faszination Triathlon hatte mich gepackt. Dass das Rennen von einem gewissen Stefan Holzner gewonnen wurde und bei den Damen eine gewisse Katja Mayer auf einen tollen 4. Platz kam, war für mich als Germane Downunder natürlich besonders schön.

Am Folgetag durfte ich (Sponsor sei Dank) auch bei der Siegerehrung dabeisein. Und dachte mir dabei, dass es doch die deutschen Stars ganz nett finden würden, wenn sie jemand in heimatlichen Idiom begrüßt. War also selbst ganz aufgeregt und musste dann doch feststellen, dass diese Superstars ganz normale, freundliche und zugängliche Menschen sind. Kurz: es entstanden Freundschaften, die über Jahre und große Distanzen gepflegt wurden.

Und ich, der ich jahrelang fast keinen Sport getrieben hatte, begann zu Laufen.....

Lief auch noch ganz leidlich, als ich 1998 zurück nach Deutschland kam und fasste den Entschluss, meinen ersten Marathon anzustreben. Anruf bei Katja, damals gab es die „Online“ Trainerin noch nicht. Na klar würde Katja mir helfen und kurz darauf kam der Plan per Fax.

7 Jahre und 11 Marathons später, ich lebte seit 2000 schon wieder Downunder in Australien, hatte Stefan Holzner 2x den Ironman Frankfurt gewonnen und ich mich entschlossen: jetzt oder nie. Die Trainingsbedingungen in Melbourne waren optimal, die Jahreszeiten genau umgedreht und so konnte ich mich ab Januar mit Katja´s Plan bewaffnet ans Werk machen. Plan? Eher die Stellenbeschrei-bung für einen Halbtagsjob! Wann sollte ich denn das alles machen? Irgendwie ging es doch und die Trainingsfortschritte motivierten ungemein.

Eigentlich müßte ich also jetzt über meinen ersten Ironman schreiben. Tue ich aber nicht, denn inzwischen ist mehr als ein Jahr vergangen. Meine Premiere klappte sensationell gut und mit 11:51 (1:30, 5:55 und 4:15) lief ich in meiner Heimatstadt Frankfurt durch´s Ziel. Platt, glücklich und mit dem klaren Entschluss „so etwas tue ich mir nie wieder an“, meldete ich mich 3 Tage später für 2007 an.

Katja musste also wieder ran. Und damit auch sie etwas mehr Herausforderung zu meistern hatte, wurde ich im März aus meinem geliebten Melbourne nach Berlin versetzt. Nicht schlecht, wenn man die Trainingsschwerpunkt mitten im Training verschieben muß. Ich nutzte die letzten Wochen des australischen Sommers, um ordentlich Kilometer zu machen, denn im kalten Berliner März würde das Rad eher den Keller zieren. Das Trainingsprogramm war optimal auf die Rahmenbedigungen ausgerichtet, Katja hatte Wort gehalten. Ich schwänzte nie und blieb vor allem gesund. Die Trainingsbedingungen in Berlin waren passabel, wenngleich nicht so abwechslungsreich. Ich fand einen Schwimmclub, bei dem ich mich einer Tria-Gruppe anschliessen konnte und war sofort frustriert, denn die Jungs liefen regelrecht auf dem Wasser, während ich mich alle paar Bahnen überrunden lassen musste. Kurzum: meine drittliebste Disziplin entwickelte sich nicht so nach meinen Vorstellungen. Dafür ging das Laufen umso besser, ich lief deutlich schneller als im Vorjahr.

....und blieb vor allem gesund. Genau bis 3 Wochen vor dem Wettkampf, als mich eine üble Bronchitis packte und nicht mehr loslassen wollte. Die Gespräche mit Katja verdichteten sich auf täglich, fast ebenso oft wurden Trainings abgesagt oder umgeplant. Der Tag des jüngsten Gerichts kam unaufhaltsam näher und immer noch war ich die Bronchitis nicht ganz los; erst 3 Tage vorher war es wieder ganz OK. Ich würde starten und einfach schauen, wie es geht. Das Kopfschütteln meines Arztes hatte ich irgendwie nicht mitbekommen.

Unter normalen Bedingungen hatte ich mir ausgerechnet, dass ich in etwa die Schwimmzeit des Vorjahres, eine leichte Steigerung auf dem Rad und eine deutlich schnellere Zeit beim Lauf packen sollte. Sollte.

Ich genoß das ganze Brimborium und den angekündigten Schlagabtausch der Giganten Stadler und Al Sultan. Als es dann endlich soweit war und ich erstmalig im Neo in den Langener Waldsee stieg (letztes Jahr war Neo-Verbot), war mir genauso mulmig wie bei der Premiere. Als leidlicher Schwimmer hatte ich mir vorgenommen, diesesmal keine Panikattacke nach dem Start zu bekommen. Vorgenommen. Nach gut 2 Minuten prustete ich, hyperventilierte und wollte mal wieder aufgeben. War alles schon mal da. Irgendwie kam dann aber doch so etwas wie ein Rhythmus zustande und das Feld zog sich auseinander. Beim ersten Landgang war ich gut 5 Minuten schneller als erwartet: hätte ich nicht gedacht. Als ich nach 1:22 die Rampe hochstolperte und auch noch zügig aus dem Neo kam, hätte ich mir am liebsten selbst auf die Schulter geschlagen.

Der Wechsel war in Ordnung und ich nahm schnell Fahrt auf. Leider tat dies auch mein Magen und begann, sich laut und vernehmlich zu melden. Grummelte und gluckste und anstatt den Druck auf die Pedale auszuüben, presste ich mich mehr in den Sattel. Erst nach gut 70km hatte der Magen und sein Freund Darm ein Einsehen und kapitulierte, endlich konnte ich mich mehr aufs Fahren konzentrieren. Inzwischen hatte ich bereits „The Beast“ und die Superstimmung in „The Hell“ genossen, den fiesen Hühnerberg bezwungen und bei der Abfahrt den Tacho auf 70 Sachen getrieben. Am Heartbreak Hill in Bad Vilbel sah ich dann zum ersten Mal meine Lieben und das sorgte für zusätzlichen Schwung. In die 2. Runde ging ich mit einem 32er Schnitt und meisterte Enkheim und Hochheim ganz ordentlich. Aber irgendwie merkte ich jetzt doch, dass mir ein paar Prozentchen zur otimalen Verfassung fehlten, die Rest-Bronchitis reiste doch noch mit. Der Heartbreak Hill.v2 hätte nicht mehr sein müssen, 1,5km nur im Stehen und kleinsten Gang sagten alles über meine Verfassung. Von nun an ging´s bergab! Allerdings nur auf der Strecke, denn die letzten km nach Frankfurt waren eine echte Erholung. Und jetzt kam ja das Laufen, wo ich es noch einmal wissen wollte.

 

Legte gleich einem 5:05 Schnitt vor und hielt diesen recht locker bis weit in die 2. Runde. Leider gibt es aber in Frankfurt 4 Runden entlang des Mains. Krämpfe stellten sich ein und auch der Mann mit dem Hammer lauerte mir immer wieder hinter den Mainbrücken auf. Dennoch: aufgeben war keine Option, dann würde es halt nichts mit der insgeheim angestrebten 11:15. Irgendwie ging es dann, von diversen Gehpausen unterbrochen, doch ganz ordentlich weiter und ich wusste, dass ich in jedem Fall meine Vorjahreszeit unterbieten würde. Das Minimalziel war also erfüllt.

 

Und dann kam sie: die Abzweigung in den Zielbereich, die man nur dann nehmen darf, wenn man stolzer Träger von 4 bunten Armbändern ist. Diese letzten 400 Meter waren es, die ich hunderte Male geträumt hatte und für die alleine sich 8 Monate Training gelohnt hatten. Wieder und wieder würde ich diese Strecke laufen wollen und nicht aufhören wollen, diese unglaubliche Atmosphäre einzusaugen. Die letzten 200 Meter auf dem roten Teppich zwischen Tausenden verrückt gewordener Zuschauer sind nicht zu überbieten, durch nichts und niemanden. Ich begann Hände abzuklatschen, zu lachen und gleichzeitig Tränen zu verdrücken und kurz vor dem Ziel wartete schon meine Tochter, mit der ich gemeinsam über die Linie lief. Ich hatte mir diese letzten Meter ausgemalt, mir oft vorgestellt, wie ich das alles erleben „möchte“ und doch ging alles viel zu schnell vorbei.

 

Was bleibt? Zum einen die Erkenntnis, dass der Trainingsplan von Katja absolut perfekt gepasst hat. Jedem Interessierten kann ich nur empfehlen, sich voll und gang Katja anzuvertrauen: wer den Plan durchzieht, schafft das große Ziel ganz sicher.

 

Zum zweiten die Einsicht, dass man einen Ironman nicht „planen“ kann. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Anstatt zu „planen“ sollte man einfach nur geniessen. Geniessen, zu welcher Leistung man selbst im Stande ist, geniessen, was rundherum vorgeht und den Wettkampf als Belohnung für die harte Trainingsarbeit sehen.

Und dann die vielen „hätte“ und „wäre“. Wäre ich ganz gesund geblieb, hätte ich beim Rad mehr Druck gemacht und wäre ich die 3:45 gelaufen, dann wäre ich vielleicht.........STOP! Ich habe es geschafft und jetzt, im Rückblick, bin ich einfach nur dankbar, dass ich privilegiert bin, mich und meinen Körper zu einer solchen Leistung treiben zu können. Und ein Ironman bleibe ich für immer!

A propos geniessen: die Stimmung in und um Frankfurt ist nicht zu toppen. Wer es also zum ersten Mal wissen will, ist in Frankfurt richtig. Kein Ironman der Welt zieht mehr (frenetische) Zuschauer an und der Einlauf auf dem Römerberg ist gigantisch. Einziges Handicap: die Startplätze waren nach 4 Stunden vergeben, insofern wird´s in 2008 nicht so leicht sein.

4 Monate sind vergangen, heute schneit es in Berlin und ich schmiede Pläne, was ich denn in 2008 anstellen möchte. Ein Ironman wird´s (berufsbedingt) nicht werden, aber irgendetwas „Schräges“ stelle ich auf jeden Fall an. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass ich in ein paar Wochen mal wieder einen Trainingsplan aus Augsburg brauche.......

 

 

Name:          Thomas Bartsch          
Alter: 50 Jahre
Beruf: Betriebsleiter
Familie mit 1 Kind


Ironman Frankfurt 2007:

Gesamtzeit: 11 h 33 min
Schwimmen:        1 h 22 min
Rad:   5 h 55 min
Lauf:   4 h 05 min

 

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Roth 24. Juni 2007 - Stephan Wnendt

 

Die Anreise verhieß nichts Gutes: anders als 2006, als uns Roth schon am Vortag mit strahlend blauem Himmel empfing, hatte es in diesem Jahr den Anschein, als sollte es ein Rennen mit reichlich schwierigen Wetterbedingungen sein. Am Samstag war der Himmel über Roth meist bewölkt, es war kühl und es gab immer wieder Platzregen. Die Stimmung war trotz des schlechten Wetters gut - ich war mit zwei Trainingskollegen vom DLC-Aachen gekommen, wobei mein Namensvetter Stefan Blickling auch in Roth an den Start gehen sollte, während Tobias Grauel hauptsächlich zur Unterstützung und zum Eindrücke sammeln mitgekommen war - er war erst eine Woche später in Frankfurt dran. Das Einchecken der Räder verlief problemlos, gegen 15:00 war schon mächtig viel in der Wechselzone am Schwimmstart los, ich habe noch schnell die 23er Kassette statt einer 25er eingebaut, nachdem mich Tobias ermutigt hatte, dass unser gemeinsames Training in der Eifel doch wohl genügend Bergerfahrung gebracht hätte, um die paar Steigungen locker angehen zu können. Stimmte auch - wie sich am nächsten Tag herausstellte.

Nach dem Einchecken des Rades folgte dann die Wettkampfbesprechung im Festzelt im Zielbereich in Roth. Die klare Ablaufbeschreibung war wie im letzten Jahr gewürzt mit Erklärungen in englischer Sprache, die immer sehr nett rüberkommen und dann doch auch den internationalen Charakter der Veranstaltung hervorheben. Auffällig war der hohe Anteil französischer und spanischer Teilnehmer. Wir haben dann den Abend bei Pizzeria Pino in Schwanstetten ausklingen lassen, wirklich empfehlenswert. Und das beste war: es hatte aufgeklart und die Vorhersage prognostizierte 25 °C, keinen Niederschlag und nur mässigen Wind.

So war es dann auch am nächsten Morgen, als wir gegen 5:45 zum Bodymarking angetreten sind. Alles war hervorragend organisiert, es gab kaum Wartezeiten, weder beim Aufmalen der Startnummer noch vor den zahlreichen Toilettenhäuschen.

Nach dem toll inszenierten Start der Spitzengruppe um 6:20 war es um 7:25 auch für mich soweit, die blaue Badekappe meiner Startgruppe aufzuziehen und in den Main-Donau Kanal zu tauchen. Das Wasser war prima, ich freute mich trotz aller Aufregung auf's Schwimmen, und war froh, als es endlich losging und das Warten ein Ende hatte. Die letzten vier Wochen vor Roth waren ziemlich hart gewesen, der Trainingsplan war von Katja super aufgebaut, auch mit grandiosen Koppeltrainings, die intensiver waren, als der ganze Wettkampf, und ich war dann doch froh, als die Taperwoche begann und ich die Tage bis zum Start zählen konnte.

Das Gewühl beim Schwimmstart hielt sich in Grenzen, irgendwann hatte ich mal einen Fuss im Gesicht, aber die Brille blieb drauf und ich konnte mich auf meinen Rhythmus konzentrieren. Ich bin kein schneller Schwimmer, so dass ich diesmal durchaus davon profitierte, dass mir irgendwann schnelle Schwimmer aus der nachfolgenden Gruppe Wasserschatten gaben. Nach 2/3 der Strecke zwang mich ein Wadenkrampf (ärgerlich!) dazu, mich mal auf den Rücken zu drehen, wo ich dann von einem nachfolgenden Schwimmer angerempelt wurde, der sich mit einem 'Tschuldigung' entschuldigte. Das war nett und irgendwie witzig. Nach 1:24:49 war es dann vorbei mit der Schwimmerei, der Wechsel klappte gut, doch meine Augen brannten. Das war leider eine große Beeinträchtigung auf der Radstrecke: ich hatte wohl die Schwimmbrille nach dem Verwenden des Antibeschlagsprays nicht ausreichend gespült, so dass ich in den ersten Stunden nur etwa 10-15 Meter weit klar sehen konnte. Naja, ich kannte die Strecke ja schon (räusper), bin dann einfach so gut gefahren wie es ging und habe mit Wasser von den Verpflegungsstationen immer schön die Augen gespült. Apropos Verpflegung: 500 g Maltodextrin auf zwei grosse Trinkflaschen verteilt und mit heissem schwarzem Tee gelöst und einer Prise Salz garniert sind für mich derzeit die beste Ernährung auf der Radstrecke. Das Getränk ist nicht so süss und nicht zu viskos. Ich fülle die Aeroflasche am Lenker immer mit Wasser nach, so dass es mit der Zeit auch noch leichter zu trinken ist. Ich hatte im Vorjahr auf der Marathonstrecke irgendwann nichts Süsses mehr sehen können - dieser Effekt blieb in diesem Jahr aus, da ich Riegel und Gele bis zur Laufstrecke mied und Iso sowieso nicht im Wettkampf trinke.

 

Auf der Radstrecke waren die Anstiege von Greding und dem Solarer Berg wieder die Highlights, mit zahlreichen Zuschauern und Lautsprecheransagen der Veranstalter. Besonders der Solarer Berg ist wie ein Katapult, die Zuschauer bilden ein Spalier und feuern die Teilnehmer mit Namen an. Allerdings hatte ich auch in diesem Jahr wieder etwa nach 120 km einen Durchhänger, aber da ich das aus dem Vorjahr schon kannte, habe ich es nicht so ernst genommen. Ich habe mir allerdings geschworen, im nächsten Jahr nur Mitteldistanz zu machen (aber: siehe unten). Nach 5:44:30 auf dem Rad konnte ich dann auf die Laufstrecke.

 

Ich hatte mir fest vorgenommen, nicht ins Gehen zu kommen. Die ersten 10 km waren hart. Ich habe mich natürlich gefreut, meinen Teamkollegen Stefan etwa bei km 8 an mir (leichtfüssig...) vorbeziehen zu sehen, er war ja schliesslich auch nach mir gestartet.... Aber nach 10 km ging es dann sehr gut, ich hatte meinen Schritt gefunden, konnte mit dem Tempo spielen (na ja, sagen wir besser, ich konnte den Schnitt zwischen 5:45 und 6:30 min/km variieren...) und habe brav, gemäss Anweisung von Katja, immer Cola-Wasser und Gel-Wasser in mich eingeflösst, ab und zu einen Tuc-Keks geknabbert und ab km 30 ganz auf Cola-Wasser umgestellt.

 

Ich hatte im Vorjahr mit 12:49:20 gefinisht und wollte dieses Jahr eine Zeit von 12:30 erreichen. Als ich bei km 30 merkte, dass ich unter 12 Stunden kommen könnte und einen Einbruch nicht mehr befürchten musste, habe ich das Tempo erhöht. An der Lände, also etwa 4 km vor dem Ziel, traf ich Tobias und Stefan's Frau Karla, das tat gut und Tobias rief mir zu ‚Dann gib mal Gas!'. Das und die Lautsprecheransagen vom Ziel gaben mir den finalen Kick und so bin ich dann mit 11:58:25 ins Ziel gekommen - sehr froh und irgendwie überrascht. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Katja - die Trainingspläne waren immer klasse. Leider hatte ich aus beruflichen und privaten Gründen nicht immer so viel Zeit zum Training, wie idealerweise sinnvoll, d.h. es waren in der Regel etwa 8-9 Stunden und einige Male 12-14 Stunden pro Woche, trotzdem konnte ich mich in allen Disziplinen verbessern, was sicher auf das strukturierte Training zurückzuführen ist.

Noch am Wettkampfabend habe ich behauptet, im nächsten Jahr nur Mittelstrecke zu machen. Aber schon am nächsten Tag fing es wieder in mir an zu arbeiten. Tja, und dann habe ich am 10.07. um Mitternacht mit einem anderen Teamkollegen, David Schäfer, an zwei Laptops gesessen, um uns so früh wie möglich für Klagenfurt 2008 anzumelden. Also auf ein Neues - schön zu wissen, dass man, wenn alles gut geht, wieder ein Erlebnis wie Roth 2007 vor sich hat - und dann auf österreichisch...

Name:          Stephan Wnendt          
Alter: 44 Jahre
Beruf: Biochemiker
Familie mit 2 Kindern


Ironman Roth 2007:

Gesamtzeit: 11 h 58 min
Schwimmen:        1 h 25 min
Rad:   5 h 44 min
Lauf:

  4 h 37 min

 

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Thomas Wist - Wenige Minuten trennen mich vom Traum Hawaii

 

Mein Langdistanz-Debüt war 2002 in Roth. Es war für mich, der sich mit Büchern und Tipps von Kameraden vorbereitet hat sicherlich nicht schlecht, aber ich spürte, da war noch mehr Potential vorhanden. Im Verein, dem Sparda-Team Rechberghausen, lernte ich Katja kennen, sie sollte mich trainieren.
In den folgenden Jahren nahm ich an verschiedensten Ironman-Wettkämpfen teil, die Kurve meiner Endzeiten stieg steil an und so finishte ich die letzten zwei Male in Florida in 9.42h bzw. 9.44h. Ich habe mit diesen Endzeiten Hawaiiluft geschnuppert. Eine Quali verpasste ich leider immer sehr knapp.
Ich wollte es noch einmal wissen und meldete mich für 2007 in Frankfurt an.

Die Vorbereitungen liefen zunächst ganz ordentlich. Eine Kniereizung am Ende meines Trainingslagers in Andalusien zwang mich, 3 Wochen zu pausieren. Fast schon mein Ziel abgeschrieben, setzte ich aber das Training fort und fühlte mich dennoch mit Katjas ausgeklügelten Plänen schnell wieder in Form. Mit einem Wochenpensum von 15h bis max. 20h Training, einen z.T. stressigen Job mit unregelmäßigen Arbeitszeiten machte mir sie die Vorbereitungszeit in den knapp 7 Monaten nicht ganz leicht.

 

Der große Tag, der mich nun schon ein gutes halbes Jahr körperlich und gedanklich beschäftigt hat, stand nun bevor. Mittlerweile bin ich fast schon Routinier und gewisse Abläufe vor dem Wettkampf gehen wie von selbst. Das Rad am Vortag eingecheckt, alles vorbereitet und gemixt, am Morgen das Rad noch mal gerichtet und ab ins Wasser. Ich habe mich, für den für meinen Geschmack relativ kleinen Startbereich am Langener Waldsee, gleich in die 3. Startreihe eingereiht. Nach dem Startschuss erfolgte ein ca. 800m langes Durcheinander, bei dem nur geschlagen, gezogen und gedrückt wurde. Nach der ersten Boje konnte ich mich langsam freischwimmen und meinen Rhythmus finden. Nach 1.05.50h stieg ich aus dem Wasser, sah meine Schwimmzeit, die übrigens meine Bestzeit war, und stieg guter Dinge auf mein Rad.

 

Ich hatte mir vorgenommen, für meine Verhältnisse einen zügigen, aber dennoch lockeren Radsplitt zu fahren. Ich wollte mich so bei ca. 5h einpendeln um noch genügend Körner für einen guten Marathon von 3.20h zu haben. Die erste Runde lief ordentlich und so hatte ich bei 90 Km eine Zwischenzeit von 2.25h, was mich vom körperlichen Befinden und nach der hochgerechneten Radendzeit her, sehr positiv stimmte. Leider wurde der Wind auf der zweiten Runde immer stärker und so fuhr ich auf dem Rückweg von Friedberg nach Frankfurt auf den Freiflächen nicht wie auf der ersten Runde ca. 40 Km/h sondern nur noch 30Km/h. Ich nahm etwas Druck heraus, da ich meine sehr gute erste Runde im Hinterkopf hatte und kam letztlich in guten 5.02.47 h in die Wechselzone.

 

Ich fühlte mich prächtig und lief locker los. Die ersten 21 Km spulte ich ohne Probleme locker in 1.35h ab und war guter Dinge dass es so weitergehen sollte. Doch zwei Kilometer später war es vorbei mit der Euphorie, es kamen immer wieder, alle 2-3 Kilometer, Schwächephasen, die immer heftiger wurden. Muskulär fühlte ich mich gut, ich konnte lediglich kein Tempo machen, wurde es mir sofort schwindelig. Mein Vorhaben, an allen Verpflegungsstationen durchzulaufen und meine kühle Cola im Laufen zu trinken, setzte ich selbst in den Schwächephasen um, worauf ich stolz bin! So rettete ich mich schließlich noch mit einem Marathon von 3.27.48 h ins Ziel.
Als ich meine Endzeit von 9.41.05 h auf der Anzeigetafel sah, dachte ich, "super Thomas, wieder mal eine Punktlandung". In den letzten Jahren hatte diese Zeit immer dicke für eine Hawaii-Quali in Frankfurt in meiner Altersklasse gereicht!
Als ich meine Urkunde bekam, wurde ich eines besseren belehrt. Platz 46 in der AK 35, reicht wohl für einen Direktslot nicht ganz bei 24 Slots. Nachdem es sehr viele Nachrücker bei der Slotvergabe gab, waren es lediglich 3.15 Minuten die mich von einem Nachrückerplatz trennten, schade! War wohl, wie die letzten Male, mal wieder zur falschen Zeit am falschen Ort. Aber woher kommt nur plötzlich diese Leistungsdichte?

Name:          Thomas Wist          
Alter: 36 Jahre
verheiratet
Beruf: Polizeibeamter
Training: ca. 15 h/Woche


Ironman Frankfurt:

Schwimmen:        1.05.50 h
Rad:   5.02.47 h
Lauf:   3.27.43 h
Gesamtzeit:   9.41.05 h
Platzierung:   193. Platz / 46. M35

 

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Dietmar Hellenbroich - Tja, wie war das so mit dem Triathlon?

 

Drei Wochen nach dem großen Tag kann ich es selbst kaum glauben. Ich hab´s geschafft und den Tag X tatsächlich über die volle Distanz genossen.
Aber der Reihe nach, was hat mich denn zum Triathlon motiviert? Nach 12 Marathons in 7 Jahren (von 4:12 bis 3:08h) war es der Reiz herauszufinden, wie weit man kann Kopf und Körper bringen kann. Also in 2006 für den Frankfurter Triathlon 2007 angemeldet.

Meine eigene Vorbereitung begann im November 2006 mit je ein- bis zweimal die Woche Schwimmen, Laufen und Biken. Just for fun und ohne Plan. Natürlich habe ich dann auch die einschlägige Literatur gelesen. Aber "Drills" und sonstige Quälereien schienen mir für meine Ambitionen schon zu überdreht.

Ende November bekam ich dann den Tipp von einem Kollegen, der in 2006 in Roth erfolgreich gefinisht hatte. "Ich hatte ´ne Internet-Trainerin, kann ich Dir nur empfehlen. Eine Katja Mayer aus Augsburg". Den Tipp habe ich dann aufgegriffen und mich mit Katja in Verbindung gesetzt. Und, um es vorwegzunehmen, das war genau die beste Vorbereitungsmaßnahme.

Katja hat nämlich meine persönlichen Vorbereitungspläne schön über den Haufen geschmissen. Vom Umfang war es zwar weniger als von mir geplant, aber immer diese kleinen Quälereien, insbesondere die 400-1000m Intervalle auf der Tartan-bahn. Aber wie sagt Katja so schön: Qualität vor Quantität. Und zum ersten mal in meinem Trainingsleben habe ich konsequent Regenerationswochen eingeführt.

 

Natürlich kommen in einer solchen Vorbereitungszeit auch mal Zweifel, ob man tatsächlich fit wird für den Tag X. Insbesondere an den Tagen, wo es mal nicht ganz so gut läuft oder Katja für den Tag X eine Herzfrequenzvorgabe macht, die man in der Vorbereitungsphase max.1h durchgestanden hat. Da ich aber von zu Hause gewohnt bin, meiner Frau zu gehorchen, habe ich dieses Prinzip auf Katja übertragen und ihren Anweisungen widerspruchslos Folge geleistet (ich glaube, ich habe drei mal vergewissert, ob kein Tip-Fehler in der Vorgabe war :). Und als Motivator ist Katja nicht zu übertreffen: Go hard or go home. Danke Katja.

 

Wie war es denn nun am Tag X? Meine Neugierde war größer als meine Zweifel. Deswegen ging es auch recht entspannt zum Schwimmstart. Beeindruckt von der Atmosphäre und dem riesigen Durcheinander kam für mich als Debütant beim Schwimmen die erste Überraschung. Nein, das war kein Schwimmen sondern Dauercatchen. Aber frei mach dem Motto "Schlagen oder geschlagen werden" habe ich mich durchgekrault: 1:05 für 3,8km, ich war mit mir sehr zufrieden.

 

Auf dem Rad die nächste Überraschung. Wieso läuft mein Tacho nicht? Ach ja, vor lauter Blödheit und Ablenkung des Rad falsch montiert. Aber wenigstens Puls- und Trittfrequenzanzeige gingen. Aber wie schnell war ich? Als nach 53 min die 30km Marke kam, traute ich meinen Augen nicht. Aber es ging leider nicht so weiter. Nach 45km Reifenpanne. Sch…. Als Nicht-Radfahrer Reifen wechseln, puh (guter Tipp für alle die das Lesen, vorher 10 mal üben, wen man es nicht kann, passiert es garantiert). Über 10min habe ich gefummelt, dann ging es weiter. Nach ziemlich genau 6h war das Radfahren vorbei. Trotz Panne war ich auch hier sehr zufrieden.

 

Der Wechsel aufs Laufen war leichter als ich dachte. Gerade die Zuschauer und die Atmosphäre lenken die Gedanken vom Körper ab. Der Lauf war ohne besondere Zwischenfälle und Einbrüche und so kam ich nach 3:53 ins Ziel. Die Gesamtzeit von 11:11 war so ziemlich die Mitte aller Finisher in Frankfurt.

Und Kopf und Körper haben nicht gelitten, sondern ich habe das Rennen bis zum Schluss genossen. Es war tatsächlich keine Quälerei (klar werden auf den letzten 15km die Beine ziemlich dick, aber nicht unerträglich). Das war die größte Überraschung für mich und das Ergebnis einer guten Trainingsvorbereitung.

Begeistert hat mich die gesamte Organisation in Frankfurt, einfach perfekt. Auch an dieser Stelle ein Lob an den Veranstalter.

Also Katja, Danke für den tollen Job. Ich hab viel in der gemeinsamen Trainingsarbeit gelernt. Es war spannend und es hat Spaß gemacht. Um mit meiner Familie jetzt mehr Zeit zu verbringen, mache ich erst mal eine Pause. Aber ich werde mich garantiert wieder bei Dir melden, wenn es wieder juckt.

Name:          Dietmar Hellenbroich          
Alter: 39 Jahre
Verheiratet, zwei Kinder (2 und 5 Jahre)
Beruf: Angestellter
Training: 6 Monate ca. 12h/Wo. (1 Monat Trainingsurlaub zu Hause 20-25h/Wo.)


Ironman Frankfurt:

Schwimmen:        1 h 05 min
Rad:   6 h 00 min
Lauf:   3 h 53 min
Gesamtzeit: 11 h 11 min

 

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OLIVER LUDER - Ironman Zürich

 

Schon lange wollte ich mir den Traum erfüllen: mit Spass einen Ironman bewältigen, in meiner schönen Heimatstadt mit dabei sein und mit einem Lächeln auf den Lippen die Ziellinie überqueren! Endlich war es soweit und der Entschluss gefasst. Aber wie soll ich mich vorbereiten? Genügt das alt bekannte Genusstraining, wie soll ich die verschiedenen Sportarten kombinieren und wie soll ich den eigentlich die 3.8 km Schwimmen überstehen? Viele Fragen, eine Antwort: Katja.

Phase 0, Vorbereitung

Acht Monate gab ich mir für die Vorbereitung unter der Anleitung von Katja. Rückblickend waren die ersten Wochen mit 10 Stunden Training pro Woche locker. Doch muss man sein eigenes Umfeld arrangieren und die Trainingseinheiten in der Woche unterbringen. Ja, es gilt Prioritäten zu setzten. Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen. In Spitzenwochen und Trainingslagern habe ich mehr als 20 Stunden pro Woche trainiert. Der Trainingsplan war für mich wie ein roter Faden, an dem man sich halten kann und einem an die Ziellinie führt. Der innere Schweinehund gilt es des öftern zu überwinden, doch mit etwas Organisation lässt sich auch bei Regenwetter ein tolles Training durchziehen. Als Ausgleich habe ich noch einmal pro Woche eine Yogalektion besucht. Dies half mir, meinen geschunden Körper zu dehnen, den Rumpfbereich zu stabilisieren und zu relaxen. Nach rund 6634 Trainingskilometern (174 Schwimmen / 5267 Velo / 1193 Laufen) war es dann endlich soweit:

Phase 1, Vorwettkampf

In der Woche vor dem Start tat mir plötzlich alles weh. Die Trainings wollten nicht so richtig befriedigen. Fühlte mich schlapp und abgenutzt. Ständig meldeten sich Körperteile im Gehirn mit irgendwelchen Wehwehchen, die eigentlich keine waren. Und überhaupt, der See ist doch viel zu kalt, der Start wird sicher eine Schlägerei, wie soll ich auf dem Velo eine Rundenzeit unter 2h (1 Runde 60 Km) erreichen und nach 180km noch locker einen Marathon absolvieren? Zweifel, das alles gut geht, noch das letzte Tuning am Bike und dann noch die Warnungen von Kollegen, wie, nicht zu viel riskieren, gesund ankommen, do's und don'ts etc... All diese Faktoren haben zur Nervosität als Rookie beigetragen. Beim Check-in in die Wechselzone habe ich dann noch meine Startnummer vergessen und als ich dann endlich dachte, es geschafft zu haben, war mein Platz in der Wechselzone schon irrtümlich besetzt.... Ich habe mir dann gesagt: "Es kann nur noch besser kommen". Zuletzt noch die letzten Tipps wie "Hirn Raus und Gel rein" oder Katjas Spezial: "Kein Gejammer, kein Pardon, volle Lotte"... Nach dem letzten Carboloading konnte ich nach verschieden Relax-Übungen und Vorfreude wegen der Gewissheit auf schönes Wetter sehr gut einschlafen.

Phase 2, Der Wettkampf

Relativ ruhig und abgeklärt bin ich am Morgen in der Wechselzone angekommen, habe kurz meine sieben Sachen platziert und bin dann mit meinem Neo so schnell als möglich Richtung Schwimmstart gelaufen! War eine wunderbare Stimmung am See. Spiegelglatt das Wasser und die Sonne glitzerte an der Oberfläche! In der Luft konnte man die gesammelte Energie der Athleten spüren! In Ruhe den Neo anziehen und dann kam schon das Startsignal und es ging los. Der Start verlief gut und das Gehacke war nicht so schlimm wie ich mir das vorgestellt habe. Ab und zu ein Schwimmer unter oder über mir, aber ich konnte gut meinen Zug durchbringen und habe auch alle Bojen gefunden.

Der Wechsel verlief ohne Probleme und schon sass ich auf dem Velo und drückte auf den ersten Kilometer locker ein 42er Schnitt... Puls in der Vorgabe - welche ich nie gedacht hätte, diese während 5h durchhalten zu können. Ich bin einfach mein Tempo gefahren und am Berg habe ich mich eher zurück gehalten. Am Heratbreak-Hill war die Begeisterung extrem! Angefeuert von den eine Gasse bildenden Zuschauern fliegt man nur noch in die Höhe. Dabei standen mir die Nackenhaare auf und vor lauter Freude hatte ich Tränen in den Augen. Die Verpflegung mit Maltodextrin war OK, musste aber zwischendurch immer mal wieder einen Gel nehmen. Auf der Letzten Runde kurz vor der Wechselzone wollte ich mich noch als Belohnung mit etwas nichtflüssigem wie einem "Snickers" verpflegen musste aber schon kurz nach dem ersten Bissen feststellen, dass mein Magen diese Nahrung verweigerte und wie eine Waschmaschine zu drehen begann... In der Wechselzone habe ich wieder sehr ruhig die Schuhe gewechselt, auf die Alarmzeichen meines Magens geachtet und bin auf die Toilette gesprintet!

 

War sehr überrascht wie locker ich den Wechsel in den Beinen verarbeiten konnte. Die ersten 2 Runden (1 Runde 10,5 km) konnte ich locker laufen. Als ich dann noch die schnelle Zeit sah, verstand ich die Welt nicht mehr. Zudem konnte ich als Rookie viele Läufer locker überholen. Zu diesem Zeitpunkt realisierte ich, dass das harte Training in der Vorbereitung sich hier eben zeigte! Auf den der dritten Runde startete ich dann noch einen Versuch mit Cola. Das hätte ich aber lieber sein lassen sollen. Die Cola ist mir stark aufgestossen und ich musste mich zuerst ein bisschen von dem Schock erholen. Zudem machte sich der Magen wieder bemerkbar und ich musste erneut austreten. Meine Füsse meldeten sich dann gegen den Schluss noch mit Blasen und möglichen Zehennägelverluste, aber das ignoriert man einfach... Kurz vor der Wende zu letzten Runde Ruft ein Freund mir zu: "Jetzt noch ein Endspurt" und erst da habe ich dann begriffen, dass eine 10h Zeit locker zu erreichen ist und ich jetzt nur noch durchhalten musste... Beim Einlauf mit all diesen Leuten kamen dann all die Emotionen hoch: Ich hatte es geschafft!!! Ja und dann noch in dieser Zeit, ich konnte es einfach nicht fassen. Freundin in den Armen und eine tolle Leistung erbracht, was will man da noch mehr..... Natürlich ein Bier! ;-)

 

Phase 2, Relax und Verarbeiten

Die Gratulationen geniessen sich erholen und von dem Erlebten berichten... Das Training hat mir viel Spass gemacht und ich konnte an meinem Körper spüren wie ich mich veränderte: - Abnahme des Körpergewichtes um 10kg - Reduktion des Ruhepulses auf 44 Schläge /min. - Bessere allgemeine Ernährung - Gutes Körpergefühl und Stressverhalten - Neues Erlernen - Gute Leute kennen lernen

Natürlich gibt es auch Punkte die einem auf dem Weg das Leben schwer machen. Berufliche Belastung, striktes Training nach Plan etc. aber am Ende belohnen einem die Emotionen und lassen die Strapazen vergessen!

 

 

Name:          Oliver Luder          
Alter: 38 Jahre
Beruf: Dipl. Ingenieur


Ironman Switzerland 2007 (Zürich):

Gesamtzeit: 10 h 03 min
Schwimmen:        1 h 06 min
Rad:   5 h 14 min
Lauf:

  3 h 35 min

 

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Das härteste MTB-Rennen Europas: Bike Transalp Challenge

 

 

Michael Herzberg und Christian Höchst

 

Im Dezember 2005 viel die Entscheidung: 2006 wird die Bike Tranalsp Challenge (BTC) gefahren. Oh man(n), auf was haben wir uns hier eingelassen? Die BTC ist DAS härteste MTB-Rennen Europas und führt in acht Etappen vom Süden Deutschlands in der Regel nach Italien an den Gardasee.

 

Dabei handelt es sich um ein Teamrennen, sprich man geht zu zweit an den Start. Hintergrund dieser Vorgabe vom Veranstalter ist dass man sich im alpinen Hochgebirge bewegt und man hier nie alleine unterwegs sein sollte.

Ein Partner war schnell gefunden, aber wie soll man sich auf so ein Rennen vorbereiten? Klar, man kann anhand von Trainingsplänen die man so in den einschlägigen Zeitschriften findet vorbereiten und vorher auch an ein paar MTB-Marathons teilnehmen, aber so richtig strukturiert trainiert wird da nicht. Es musste eine Profi an`s Werk der unsere Pläne schreibt. Zum Glück war bei Katja noch ein Platz für uns zwei frei. Und so fingen wir Anfang Februar nach Ermittlung unseres Trainingsstandes anhand den Plänen von Katja an zu trainieren. Wichtig war dabei auch, dass wir nicht nur auf dem Rad saßen und einfach die Pläne von Katja abspulten, sondern uns auch auf einander einstellten. Das Team musste so homogen wie möglich sein. Es bringt nichts, wenn einer gut am Berg ist und der andere im Flachen das Tempo machen kann. Bei der BTC kommt es auf das WIR an. Man ist ein Team, 8 Tage, 24 Stunden lang. Aber dies konnte Katja nicht beeinflussen, das mussten wir selber schaffen.

 

Katja konnte dies nur damit unterstützen, in dem sie uns Trainingspläne schrieb, nach denen wir am Wochenende zusammen trainieren konnten, denn arbeiten war ja auch noch angesagt! Am Anfang hieß es erstmal eine Grundlage schaffen. Also am Wochenende lange Einheiten fahren, sofern dies bei unserem Winter bzw. Frühjahr der Fall war. Unter der Woche waren Laufeinheiten und Rollentraining angesagt. Und es rührte sich was.
Michl hatte seinen ersten Test Anfang Mai beim Bike Festival in Riva, ich hatte meinen ersten Einsatz bei einem Straßenrennen im Allgäu. Beim Michl lief es gut, bei mir weniger, war das Straßenrennen doch sehr kurz (unter 30 km) und unsere Einheit waren ja auf lange Distanzen ausgelegt (über 50 km).
Zwischenzeitlich wurde auch immer klarer was auf uns zukommen würde während der BTC. Wir hatten Etappen zwischen 45 km und 125 km und dazu mussten zwischen 2.400 und 3.500 Höhenmeter bewältigt werden. Aua, das war richtig hart, was wir da auf der Web-Seite des Veranstalter gelesen haben.

 

Aber wir ließen uns aber von unserem Vorhaben nicht abbringen, wir quälten uns bei Sonne, Schnee und vor allem bei Wind und Regen und hielten so gut wie möglich unsere Trainingspläne ein. Klar, wenn`s mal wieder aus allen Eimern goss haben wir das Unternehmen „BTC“ verflucht, aber Katja hat uns immer wieder aufgebaut.
Unsere Teamfähigkeit haben wir aber nicht nur im Training „erarbeitet“, sondern auch bei einigen Marathons. So nahmen wir die Marathons in Willingen / Hochsauerland (93 km und ca. 3.000 hm) und Pfronten (55 km und 1.500 hm) unter die Stollenreifen. Und dazu standen bei mir noch ein, zwei Straßenrennen und zwei weitere MTB-Marathons auf dem Programm. In Willingen hatten wir eine super Form und sind nur so um den Kurs „geflogen“. Wir kamen zwar nicht unter die ersten einhundert, aber wir waren mit unserer Leistung zufrieden. Dies war auch ein Zeichen für Katja, dass wir auf dem richtigen Weg waren und von Willingen zur BTC waren es nur noch sechs Wochen, d.h. an der Form konnte nicht mehr allzu viel gemacht werden.

 

Pfronten war dann eine harte Nummer, bei Michl lief es, bei mir nicht und so wurde zum ersten Mal der Teamgeist richtig gefordert und wir sammelten wichtige Erfahrungen für die BTC. So war es z.B. wichtig, dass mich Michl immer wieder aufbaute und auch das Tempo machte, damit ich mich, in seinem Windschatten wieder erholen konnte.

 

Die Zeit zur BTC verstrich dann im Fluge und so standen wir dann am Start. Aus den Boxen dröhnte „Highway to Hell“. Wir und ca. weitere 550 Teams standen hier in Füssen und ließen uns auf das Unternehmen „BTC“ ein. Vor uns standen acht Etappen, 680 km und 22.500 hm. Es ging von Füssen (GER), Imst (AUT), Ischgl (AUT), Scoul (CH), Livigno (ITA), Naturns (ITA), Male (ITA), Modanna d.C. nach Limone am Gardasee. Zum Glück aller Teilnehmer war zum Zeitpunkt der BTC Hochsommer in den Alpen und so mussten wir „nur“ mit der Streckenführung und der Hitze kämpfen, denn von den Trainingseinheiten und Marathons vor der BTC waren wir ein eingespieltes Team. Wir kannten die Stärken und Schwächen des anderen. Klar, es gab Momente in denen wir während der BTC dachten „jetzt ist Schluss, aus ich steig vom Rad, ich schieb nicht mehr weiter etc.“, aber wir wollten nach Limone! Wir wollten zu den 1000 Teilnehmern gehören, die sagen konnten „Yes, wir haben die BTC 2006“ geschafft!

 

Die BTC war hart und einige blieben auch auf der Strecke und kamen nicht in Limone an, sei es durch Sturz oder Materialprobleme. Wir hatten Etappen mit 35 Grad, wo man sich am liebsten in den Schatten gelegt hätte und die Landschaft genossen hätte (die Landschaft war grandios soweit wir das mitbekommen haben), wir mussten die Bikes schieben, sind 1.600 hm am Stück bergauf gefahren, sind auf schmalen Wegen, auf denen man gerade gehen konnte mit dem Bike unterwegs gewesen, sind die Hügel mit 70 km/h runter gerauscht, waren verstaubt, aber wir erlebten eine „geile“ Zeit. Und haben das Unternehmen „BTC“ ohne größere Defekte bzw. Stürze überlebt! WIR kamen in Limone an! Zwar nicht mit einer Top-Zeit (wir brauchten 53 Stunden und 38 Minuten = Platz 235 die Sieger brauchten nur 28 Stunden und 32 Minuten) aber wir hatten es geschafft. Wir sind eines der 548 Teams die in Limone angekommen sind!!!
Wir hatten unser Ziel erreicht!!

 

Das Gefühl bei der BTC 2006 dabei gewesen zu sein, ist unbeschreiblich. Jeden Morgen am Start Gänsehaut und ebenso auch im Ziel! Alleine dieses Gefühl erleben zu dürfen war es wert sechs Monate sich auf die BTC vorzubereiten, sich durch die BTC zu quälen!! Wir möchten dieses Gefühl nicht mehr missen.
Dank unserem Willen, dem Training, Katja und unseren Familien die uns den Freiraum gegeben uns auf die BTC vorbereiten zu können.

Und unser nächstes Ziel ist auch schon formuliert: BTC 2008 und dann unter Platz 150 (=Zeit in 2006: 40 Stunden und 16 Minuten)

Name:          Michael Herzberg           Christian Höchst
Alter: 39 Jahre 35 Jahre
Beruf: Elektriker Systemprogrammierer


Bike Transalp Challenge 2006:
53 Stunden und 38 Minuten
Platz 235 in der Männerwertung

Trainingsaufwand pro Woche zwischen 10 bis 25 Stunden

 

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Oliver Brendel - Der Durchbruch der Triagurke

 

2000 der erste Marathon.
2001 der erste Triathlon (Kurzdistanz) und Marathonzeit um eine Stunde verbessert(auf 3:52)
2002 die erste Mitteldistanz

In den folgenden Jahren sammelte ich dann u.a. weitere Mitteldistanzen und Marathonläufe, aber die Zeiten stagnierten. Ich kam nicht so recht weiter und wollte aber doch unbedingt mal in Roth finishen.
Nur wie sollte das gehen? Das Zeitbudget begrenzt durch Beruf und geliebte Familie. Das Talent eher gering ausgeprägt. Der finanzielle Rahmen nach Hausbau zu klein für langwierige Trainingslager und Top-Material.
Tja, da stieß ich im Internet auf Katja und damit genau auf das, was ich mir immer vorgestellt hatte. Einen ständigen Ansprechpartner mit viel Erfahrung, der mir für kleines Geld und auf meine Bedürf-nisse zugeschnittene Trainingspläne schreibt. Für Typen wie mich ist es ideal einen Trainingsplan abzuarbeiten. Keine Zweifel mehr, ob ich zuviel oder zu wenig getan habe. Kein Überzocken, kein Unterfordern und endlich deutliche Leistungssteigerungen im Training.
Und endlich mal jemand, den man fragen kann! Was tun bei Schnupfennase, wie verpflegen auf dem Rad usw., usf.
Emotionale Lebenshöhepunkte wie Geburt, Hochzeit, Beförderung etc. lassen sich ja nicht beliebig oft herstellen und zumeist kann man diese Highlights auch nicht zu 100% selbst beeinflussen. Bei einem Finish auf der Langdistanz ist das anders.

 

So stand ich also am 03.07.2005 am Main-Donau-Kanal und war schon beim Start den Tränen nahe. Acht Monate hatte ich mich darauf vorbereitet. Im Schnitt zehn Stunden die Woche. Und irgendwie stand die gesamte Vorbereitung unter einem guten Stern, ich musste zwar vier leichte Erkältungen überwinden und eine kleine Zerrung, aber fast immer schien die Sonne wenn ich aufs Rad sollte und es regnete, wenn ich im Olympiabad meine Bahnen zog. Die Familie zog viel besser mit als erwartet, ich meisterte Wochenumfänge, die ich nie für möglich gehalten hätte (einmal sogar über 23h) und unsere Lokalzeitung brachte sogar einen kleinen Artikel über mich und mein Zeitziel von "unter 13h". Diese Großmäuligkeit setzte mich natürlich noch mehr unter Druck....

 

Nach der tollen Vorbereitung schwand dann meine Vorfreude in der letzten Woche zusehends und wich einer schon fast panischen Angst. Ständig kreisten meine Gedanken darum, was jetzt noch alles schief gehen könnte. Schlußendlich war ich deswegen wahrscheinlich schon beim Start sehr gerührt, weil ich wusste, ich bin zumindest dabei und ich war bereit zu kämpfen, wie ich noch nie gekämpft habe.

 

Der Startschuss. Ich war fest entschlossen beim Schwimmen mich möglichst aus allem raus zu halten, kein Risiko einzugehen und nicht viel Energie zu verschwenden. Trotzdem schwamm ich fast ständig mit "Feindberührung" wurde recht schnell von der Startgruppe nach mir überschwommen, aber über-holte auch, welch Wunder, Schwimmer, die fünf Minuten vor mir gestartet waren, und das alles auf dem ersten Kilometer. Alles in allem empfand ich das Schwimmen aber eigentlich als Klacks, obwohl ich nie wirklich einen guten Rhythmus fand und mich viel orientierte, kam ich nach 1:25h aus dem Wasser. Fünf Minuten später saß ich auf meinem Rad und begann fast sofort mit Katjas Pulsvorgaben zu hadern. Ich hatte ständig das Gefühl viel schneller fahren zu können und musste wirklich schwer an mich halten um meine Pulsgrenze nicht zu überschreiten. Fluchend fuhr ich so also die ersten 90km, bis mir langsam dämmerte, dass ich ohne diese Vernunft schon auf der Radstrecke alles zerstört hät-te. Denn ohne diese Pulsvorgaben und meinem festen Ernährungsplan auf dem Rad wäre ich bei meiner Premiere komplett baden gegangen. Auf der zweiten Hälfte der Radstrecke trieb mich jetzt nämlich die untere Pulsgrenze voran und ich kam relativ frisch und mit sehr konstanter Geschwindig-keit nach 6:31h in der 2. Wechselzone an.

Der abschließende Marathon war dann dank Katjas Puls- und Verpflegungsvorgaben der absolute Höhepunkt meiner bescheidenen sportlichen Laufbahn. Während ich nämlich beim Schwimmen ca. 200 und auf dem Rad nur ca. 130 Mitstreiter hinter mir lassen konnte, waren es beim Laufen fast 500. Mir gelang bei meiner Premiere mit 4:47h ein Marathon unter fünf Stunden und damit meine Traumzeit von 12:51h!!

Aber das war definitiv nicht das letzte mal und dank Katja bin ich mir sicher:
Da geht noch was!!

Name Oliver Brendel
Alter 34 Jahre
Verheiratet, 2 Kinder
Beruf: Fernsehjournalist

Challenge Roth:
Gesamtzeit: 12h 51min
Schwimmen:        1h 25min
Rad: 6h 31min
Lauf: 4h 47min

 

 

 

Oliver Brendel - Der zweite Streich

 

Der zweite Streich, natürlich wieder mit Katja, aber diesmal eine "echte" Ironman-Veranstaltung. Der Ironman Austria in Klagenfurt. Mit einem Februar-Marathon war das Training im Vergleich zum Vorjahr zwar anders aufgebaut, aber vom Unfang her vergleichbar.

Vom 01.01. bis zum Wettkampf wurden 300h trainiert und speziell auf dem Rad mehr km gesammelt.

Das Schwimmen lief wie erwartet und obwohl der enge Lendkanalam Ende der Schwimmstrecke mich viele Nerven kostete, kam ich nach ca. 1:24 aus dem Wasser.

Auf dem Rad wollte ich nun meine Zeit von 2005 in Grund und Boden fahren um dann einen guten Marathon laufen zu können, aber eben nicht zu MÜSSEN!!

Aber weit gefehlt, obwohl ich mich wunderbar fühlte, zog sich die Strecke endlos, die Anstiege kosteten mich viel mehr Zeit als erwartet und schlußendlich kam ich nach 6:29 ins Radziel, verbunden mit langsamen Wechseln hatte ich nun noch genau eine Minute Vorsprung auf meine Zeit von Roth.

Doch schon die ersten Laufschritte wischten alle Zweifel weg. Ich lief einen Marathon, wie ich ihn nie für möglich gehalten hätte, kam nach 4:30 ins Ziel und konnte mich somit um mehr als 18min verbessern. Was für mich wahrlich einen Quantensprung bedeutet, da ich eigentlich schon letztes Jahr eine optimale Vorbereitung und einen ebensolchen Wettkampf hatte.

Aber jetzt hab ich Blut geleckt! Eines Tages fallen die zwölf Stunden!!

Vielleicht beim Ironman Austria 2007? Angemeldet bin ich schon!

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Katrin Kupfer - Durchhalten ist das Geheimnis aller Siege

 

Er wird mir unvergessen bleiben, der 03. Juli 2005 in Roth.
Eingelassen auf das große Abenteuer IRONMAN hatte ich mich im März 05. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt weder Kraulen noch hatte ich irgendeinen Radkilometer in den Beinen. Grundlagenausdauer war durch regelmäßiges Laufen vorhanden, aber das war auch schon alles. Im Internet bin ich auf die Sportagentur von Katja gestoßen und sie meinte nach unserem ersten Gespräch: Du hast Großes vor, aber es ist auf jeden Fall zu schaffen. Ankommen war mein gesetztes Ziel. 2 Tage später war der erste Trainingsplan da und es konnte losgehen.

 

Am meisten Kopfzerbrechen machte mir das Schwimmen. Nach jeder Bahn musste ich anhalten und Luft holen. Eine längere Strecke am Stück zu schwimmen schien mir fast unmöglich -und zu guter letzt auch noch in einem See - zu diesem Zeitpunkt unvorstellbar. Katja behielt immer die Ruhe, machte mir Mut, hatte vollstes Vertrauen in mich und mein gesetztes Ziel. Im Mai machte ich den ersten Schwimm-Versuch im freien Gewässer und es war fürchterlich. Das dunkle Seewasser kostete unglaublich viel Überwindung und ich musste immer wieder Pause machen und mir Mut zusprechen.
Beim Radfahren lief es gut, der Plan war abwechslungsreich und ich konnte von Woche zu Woche problemlos die Kilometer steigern.

Das Laufpensum erschien mit viel zu gering - keine 3 Std. Läufe ?? Wie sollte ich da einen Marathon überstehen ?? Aber auch hier war Katja gelassen und ihr Motto war "Qualität statt Quantität".
Je näher der 03. Juli rückte, desto größer wurden meine Selbstzweifel - ich musste verrückt sein in nur 16 Wochen zum IRONMAN. War das Training ausreichend für diesen großen Tag...??

Ja, es hat gereicht!!! Es lief alles super, die Schwimmzeit war phänomenal, die 180km Radfahren vergingen wie im Flug und beim Laufen hatte ich immer Katjas Worte im Ohr "...wenn es mal schlecht geht, niemals aufhören, es wird auch wieder besser.." Und sie hatte Recht. Ich habe bis zum Schluss durchgehalten. Der Zieleinlauf war Gänsehaut-Feeling pur und vor lauter Stolz und Ergriffenheit standen mir die Tränen in den Augen.
Katja glaubte immer an mich und hat nie aufgegeben, mir gut zuzureden. Immer war sie erreichbar - sogar während ihres Urlaubes konnte ich sicher sein, sie jederzeit kontaktieren zu können. Der Trainingsplan war abwechslungsreich und hat immer sehr viel Spaß gemacht - bis zum Schluss und auch bei widrigen Wetterverhältnissen.
Schon im Ziel war für mich klar: Nächstes Jahr bin ich wieder dabei. Und noch klarer war, dass ich es auf jeden Fall wieder mit Katja mache.

 

 

Katrin Kupfer und Udo Wagner - Neue Bestzeit bei der Zweitauflage!

 

Nach meinem Zieleinlauf 2005 in Roth konnte ich es kaum erwarten, bis es wieder mit dem nächsten Training für Roth 2006 losging. Im Oktober war es auch schon wieder soweit. Es war diesmal mein zweiter Start in Roth, für Udo bereits das dritte Mal. Udo war so begeistert und fasziniert von meinem guten Ergebnis in 2005 und dem strukturierten Trainingsplan von Katja, dass er sein persönliches Training diesmal auf jeden Fall auch nach einem professionellen Plan und methodisch durchziehen wollte. Für Katja war es eine Herausforderung, da wir beide unsere Trainingseinheiten unbedingt zusammen absolvieren wollten – Udo war ein wesentlich stärkerer Radfahrer und Läufer als ich, das galt es zu berücksichtigen.

Die Pläne waren wieder abwechslungsreich und mit vielen neuen Inhalten und Trainingselementen gespickt. Es war für mich erstaunlich, dass Katja immer wieder etwas Neues in den Plan mit einbaute und dadurch unser Training abwechslungsreich und kreativ gestaltete. Es war ähnlich wie 2005 und doch so anders.
Das mir verhasste Schwimmen machte uns viel Spaß und die Meter vergingen wie im Flug. Techniktraining war hier großgeschrieben. Wir konnten beide unsere Schwimmzeit um 5 Minuten verbessern.

 

Der lange und kalte Winter zwang uns bis April, auf der Rolle zu kurbeln. Hier hatten wir ein bisschen Bedenken, ob der km-Umfang wohl ausreichen würde, da uns das Wetter an längeren Ausfahrten hinderte…….. aber es hat ohne Probleme

gereicht.

Beim Lauftraining nahmen wir gelassen hin, dass diesmal wieder keine 3 Std. Läufe dabei waren – aber ich wusste von 2005, dass das nicht nötig war. Katjas Devise: Qualität statt Quantität bewies sich auch hier wieder als richtig. Zum Schluss waren wir sogar große Fans des Bahntrainings und unser Laufergebnis war der beste Beweis dafür. Wir konnten beide unsere Laufleistung um fast 1 Std. verbessern.

 

Am 02.07.06 war dann der große Tag der Wahrheit. Er ist für uns beide unvergessen und noch immer leuchten unsere Augen, wenn wir zurück denken. Udo hat sich von 12:28h auf 11:39 verbessert. Ich konnte meine Zeit von 13:11h auf 12:05h schrauben. Und wir wissen beide, dass das nur durch Katja möglich war. Sie hat es wieder geschafft, dass wir über 9 Monate Spaß am Training hatten, sie hat uns die Sicherheit gegeben, dass alles „im grünen Bereich“ war, war immer für uns erreichbar, baute Sonderwünsche (z. B. Urlaub) im Trainingsplan mit ein und hat immer an uns geglaubt und uns motiviert. Wir wussten beide, dass wir super trainiert waren und das ist ein verdammt gutes Gefühl, wenn man am Start steht. Und ein noch besseres unbeschreibliches Gefühl ist es durchs Ziel zu laufen, mit Gänsehaut und Tränen in den Augen und der Gewissheit, dass es 2007 wieder einen Start geben wird – natürlich mit der Betreuung von Katja!

 

 

Name Katrin Kupfer
Alter 41 Jahre
Beruf: Büroangestellte

Challenge Roth      

2006:

2005:
Gesamtzeit: 12:05:16       13:11:45
Schwimmen: 1:18:54 1:23:10
Rad: 6:09:52 6:13:59
Lauf: 4:28:09 5:22:08

 

Name Udo Wagner
Alter 46 Jahre
Beruf: Einkaufsleiter im Baugewerbe

Challenge Roth      

2006:
Gesamtzeit: 11:39:56
Schwimmen:        1:17:22
Rad: 5:37:42
Lauf: 4:35:36

 

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Robert Metz: "Lächle und die Welt lächelt zurück"

 

Jetzt von ganz vorne anzufangen würde den Rahmen dieses Berichts sprengen, aber allein schon die Tatsache, dass ich, der bis ich 32 Jahre alt war jede längere Ausdauereinheit vermie-den hat so gut ich konnte, mich irgendwann mal mit einem IRONMAN befassen würde, ist eine Geschichte für sich. Sport hat zwar schon immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt, al-lerdings habe ich mich trotz (oder gerade deswegen) in 23 Jahren beim Fußballspielen um jede Ausdauereinheit gedrückt. Nachdem ich mit 28 Jahren beruflich bedingt damit aufhören musste und nach 4 Jahren "sportlicher Inaktivität" ca. 15 kg zugelegt hatte war mir klar, jetzt muss wieder ein Ziel gesetzt werden.
Also habe ich Anfang 2002 damit begonnen locker zu laufen. Schnell kam der sportliche Ehrgeiz wieder in mir hoch und ich seigerte mich im selben Jahr zu meinem ersten Marathon. Die größte Herausforderung für die meisten Hobbysportler besteht darin das Dreieck Familie-Sport-Beruf optimal unter einen Hut zu bekommen. Aus diesem Grund wollte ich mein Training und die mir dafür zur Verfügung stehende Zeit optimal nutzen und bin durch einen Freund zu Katja als Coach gekommen. Katja hat mir mit ihrer sehr einfühlsamen und individuellen Betreuung klar gemacht, dass es eigentlich keine Grenzen gibt - nicht nur physisch, sondern auch mental. Tja, und so kam dann das Abenteuer Ironman Austria 2005:

Schwimmen
Hier stehen nun ca. 2200 Menschen in diesen schwarzen Gummianzügen, und DU mitten drin..der Blick Richtung Wörther See ist gigantisch, die Anspannung ist zu spüren. Aus der Er-fahrung aus den bisherigen Wettkämpfen, habe ich mich als eher schlechter Schwimmer ziemlich rechts aufstellt. "The final Countdown.." ich muss kurz Grinsen, weil dieses Lied bei fast jedem Wettkampf gespielt wird, dann der Startschuss. Nach ca. 300m hat sich das Feld ein wenig ent-zerrt, ich habe Platz meine Züge durchzuziehen. Dann die erste Boje, für mich der erste gedank-liche Anhaltspunkt: Ich setze mir bei jeder Trainingseinheit oder Wettkampf immer "innerliche Meilensteine"Punkte an denen ich mich orientieren kann und die mir das Gefühl geben, ein Ziel nach dem anderen erreicht zu haben. Hängt wohl mit meiner Arbeit bei einer amerikanischen Firma zusammen, aber das System hilft mir unwahrscheinlich für meine Motivation.
Schwimmen, die Disziplin, die mir immer am meisten Kopfzerbrechen bereitet hat, und inzwi-schen schon fast so was wie Spaß für mich geworden ist : Ich genieße bei jedem Atemzug den Anblick der Zuschauer am Rand des Kanals, dann der Ausstieg, zwei hübsche junge Damen hel-fen mir aus dem Wasser, Blick auf die Uhr: 1:18.

Radfahren
Die ersten Kilometer versuche ich meinen Rhythmus zu finden und ein Gefühl für meinen Puls zu bekommen. Puls 148-154 hat mir Katja Mayer, meine Trainerin, vorgegeben. 140, 145, 150fühlt sich gut an, ich schaue auf den Tacho: 42 km/h. Bei km 5 muss ich auf einmal an den Zieleinlauf denken, mir kommen die Tränen, ich bekomme eine Gänsehaut.spätestens ab jetzt genieße ich trotz der Anstrengung jede Sekunde.
Neben der optimalen Vorbereitung hat mich Katja auch mental sehr gut auf den Wettkampf vor-bereitet mit all den Höhen und Tiefen, die während eines Ironmans auf die Athleten warten.
Sie hat mir gesagt, bergab nicht die Beine hängen zu lassen, sondern meinen Puls oben zu hal-ten und Tempo machen. Ich verbringe die meiste Zeit der ersten Abfahrt auf der linken Seite, ü-berhole sehr viele Fahrer, bin froh über jedes kg an meinem Körper.
Dann der erste Wendpunkt, Stimmung wie der Tour de France, vorbei an den Cheerleaders, das erste Drittel der Radstrecke liegt hinter mir. Kurzer Blick auf den Tacho: 32.8 km/h Durchschnitts-geschwindigkeitdie Strecke IST schnell, so einen Schnitt habe ich noch nie auf dieser Distanz gefahrenspätestens ab jetzt stellt sich ein Dauerlächeln auf meinem Gesicht ein bis zum Ende des Rennens : Zu Beginn der dritten Runde merke ich wie ich müde werde, die Beine werden schwerer, der Puls fällt abich muss auf der Geraden aus dem Sattel gehen, um den Puls wie-der nach oben zu bekommen. Kurz vor der Einfahrt in den Europapark zur Wechselzone ein Blick auf die Uhr.unter 6 Stunden, eine Hammer Zeit für mich. Trotzdem treibt mich jetzt die leichte Sorge, wie ich mich jetzt wohl beim Laufen fühlen werde? Ich weiß, jetzt beginnt der IRONMAN erst richtig, 2 Etappen liegen hinter dir, noch ca 4:30 Stunden Schmerzen, dann bist du ein
IRONMAN.

 

Laufen
Ich war gespannt, wie es sein wird, die 42 km zu laufen mit 180 km Radeln in den Beinendie ersten Meter waren schwer, der Puls bei 145. Die ersten 10 km gehen ok, schwere Beine, aber Gehen ist kein Thema. An den Verpflegungsstellen nehme ich abwechselnd Wasser und Gel bzw. Cola wie Katja es mir vorgegeben hatinzwischen kann ich das Gel nicht mehr sehen, aber ich weiß, dass mein Körper es braucht. Ich laufe auf die Halbmarathondistanz zuder, ich weiß inzwischen nicht mehr der wievielte, Meilenstein ist erreicht. Ein letztes Mal den Rundkurs und dann ist es geschafft. ein letztes Mal in die Innenstadt von Klagenfurt, ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich unter 12 Stunden bleiben kannWahnsinn, ich hatte doch nur im Plan durchzu-kommen, die Zeit war mir doch vorher völlig egal. Dann km 40: Das Gefühl ist unbeschreiblich, ich weiß, dass ich in ca. 12 Minuten ein IRONMAN sein werde, die Leute an der Strecke feuern uns immer noch an, ich klatsche unzählige Hände ab und biege auf die letzten 400 m ab am See entlang.links und rechts begeisternde Zuseher, ich habe Tränen in den Augen, Gänsehaut, mir läuft es eiskalt den Rücken runter.
Ich laufe ganz langsam, versuche den Moment zu genießenvorbei an den lachenden Cheer-leaders, winke ins Publikum und gehe langsam auf das Ziel zu 11:43:35.ich bin ein IRONMAN!!!!

 

Fazit:
Ich kann nur ein Motto wiederholen: "Lächle, und die Welt lächelt zurück"
Viele Menschen haben vor, während und nach dem Wettkampf positiv auf ein einfaches Lächeln reagiertviel entscheidet sich im Kopf und mit welcher Einstellung man an Herausforderung her-an geht. Grenzen überwinden? Kein Thema, machbare Ziele setzen und sich darauf konzentrie-reneinfach positiv denken !!
Welche Herausforderungen bringt die Zukunft?
Egal, sollen sie kommen, denn ich bin ein IRON-MAN !!!!
Danke Katja, für die sensationelle Vorbereitung.

 

 

Name Robert Metz
Alter 37 Jahre
Verheiratet, eine Tochter (12 Monate)
Beruf: Angestellter

Ironman Austria:
Gesamtzeit: 11h 43 min
Schwimmen:        1h 18 min
Rad: 5h 42 min
Lauf: 4h 32 min
Aufwand: 6 - 20h pro Woche

 

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km Athleten beim Ironman Hawaii

 

 

Heinz Bauer, Christine Schierhorn, Günter Haas, Wolfram Beck

 

 

Heinz Bauer - Erlebnisbericht Ironman World Championchip Hawaii

 

Ironman Hawaii – Traumziel der meisten Triathleten – ich konnte mir diesen Traum schon einmal im Jahr 2000 erfüllen, damals in der Altersklasse 55 bis 59. Nun, inzwischen „aufgestiegen“ in die TM 60 bis 64 und nach einer überstandenen schweren Erkrankung im Jahre 2004, wollte ich dieses Spektakel noch einmal erleben.

 

Schon seit Jahren ist Katja Mayer meine Trainerin. Sie hat mir nicht nur die Trainingspläne geschrieben und gute Ratschläge gegeben, sie hat mir auch in schweren Zeiten Mut gemacht und mich danach mit wohl dosiertem Training wieder aufgebaut. Inzwischen sind wir ein vertrautes Team geworden.
Im Juli 2005 konnte ich beim IM Switzerland bereits wieder einen 3.Platz in der AK erreichen. Ebenso im November 2005 beim IM Florida. Beide Male reichte es nicht für Hawaii. Meine Schwimmzeiten von mehr als 1:30 h sind auch in meiner AK mindestens 20 min zu schlecht. Alles Schwimmtraining zeigt bei mir bisher auch mit den klügsten Plänen von Katja nur geringe Wirkung, ich kämpfe inzwischen nur noch gegen das Langsamerwerden an.

 

Meine Stärken liegen beim Rad fahren. Um die Quali zu schaffen muß ich mir deshalb einen Ironman aussuchen mit einer möglichst schweren Radstrecke. Das ist zweifellos der IM Lanzarote, da war ich mir mit Katja schnell einig damit das Ziel für 2006 gesteckt. Ein längerer Trainingsaufenthalt auf Mallorca im Frühjahr dieses Jahres legte die Grundlagen und am 20. Mai 2006 hatte ich es mit einem Sieg in der AK tatsächlich geschafft – Hurra, wir fahren nach Hawaii – trotz besch…… Schwimmzeit!
Nach kurzer Regenerationszeit trainierte ich wieder ausgiebig nach Katjas Plänen mit fast profimäßigen Umfängen von bis zu 25 Stunden pro Woche. An Vorbereitungswettkämpfen bestritt ich eine Sprint- und eine olympische Distanz Triathlon sowie eine Mitteldistanz im Duathlon und zwei Laufwettkämpfe über 10 km aus dem vollen Training heraus erfolgreich. Somit konnte ich bestens vorbereitet die lange Reise am 12. Oktober zusammen mit meiner Frau antreten.

Auf Big Island angekommen startete bereits am nächsten Morgen das schöne Pflichtprogramm: Schwimmtraining am Pier von Kailua-Kona. Warmes, kristallklares Wasser, bunte Fische, viele Triathleten, natürlich auch die „Großen“ unseres Sports, machen hier ihre letzten Vorbereitungen. Da gibt es keine Berührungsängste. An der Dusche vor mir steht z.B. Normen Stadler, dabei stelle ich fest, der ist doch gar nicht so groß, vielleicht nur 2 cm größer als ich.
Aber mir passierte ein Missgeschick: ich trat bei der Dusche barfuß in eine Glasscherbe und zog mir am rechten Fußballen eine kurze aber ziemlich tiefe Schnittwunde zu. Lauftraining war für die nächsten Tage nicht möglich und auch beim Rad fahren schmerzte es weil man eben mit dem Fußballen auf`s Pedal drückt. Fünf Tage blieben ja noch zum verheilen.

Die gute Laune ließ ich mir dadurch jedoch nicht verderben, statt einem 50-min-Lauf mit vier Steigerungen machten wir dafür am Mittwoch eine wunderschöne Inselrundfahrt und huldigten im Volcano-Nationalpark auch der Feuergöttin Pele auf das sie uns in Zukunft wohlgesonnen ist.Vielleicht hätten wir das schon eher tun sollen.
Die innere Spannung erhöhte sich von Tag zu Tag. Den Vorbereitungstrubel spürte man überall, frühmorgens am Pier, auf dem Alii Drive, in den Geschäften und Hotels und natürlich verfehlte das seine Wirkung auf einen selbst auch nicht.
Endlich war es dann soweit, ich stehe am Wettkampftag kurz nach Sonnenaufgang mit 1689 weiteren Teilnehmern und 150 Profis startbereit im stark welligen Wasser und wir hören von einem Hawaiianer gesungen die amerikanische Hymne. Danach starten die Profis, 15 min später wir. Da ich mich schon weiter hinten eingeordnet habe, hält sich für mich das Gedränge in Grenzen. Bis zur Wende ging`s ganz gut, danach kam zu den Wellen auch noch die Gegenströmung der abgehenden Flut, die uns wieder nach draußen ziehen wollte.

Nach 1:52 konnte ich endlich dem ungeliebten Element entsteigen und mich auf`s Rad schwingen. Das Rad fahren ging trotz meines schmerzenden Fußes ganz gut, zeitweiser Regen hielt den Gegenwind und die Hitze in Grenzen, ich konnte viele Konkurrenten überholen und wechselte nach 5:56 h zum Laufen. Der Lauf begann für mich sehr schwer. Ich bekam den Puls nicht hoch und konnte deshalb meine geplante Zeit pro Meile nicht erreichen, sicherlich auch eine Folge der hohen Luftfeuchte und der Schwüle. Meine Fußverletzung spürte ich nicht mehr. Nach ewa 30 Laufkilometern begann es erneut zu regnen. Auf einmal konnte ich auch wieder schneller laufen, so wie ich das die ganze Zeit wollte. Zuletzt regnete es in Strömen, kurz vor dem Ziel, schon auf dem Alii Drive, stand das Regenwasser ca. 20 cm hoch auf der Straße, ich musste im „Entengang“ die Beine zur Seite werfen um voran zu kommen. Endlich hatte ich es geschafft und konnte unter dem Jubel der Menge den Helferinnen hinter der Ziellinie in die Arme fallen. 4:55 Stunden hatte ich für den Marathon gebraucht.

Die Gesamtzeit betrug 12:55:01 und erbrachte den 17. Platz in der Altersklasse. Damit durfte ich trotz allem sehr zufrieden sein, war ich doch damit um 11 min schneller als bei meinen Start im Jahr 2000 und hatte somit erfolgreich gegen das Alter angekämpft.
Nach der Massage konnte ich auch meine Frau wieder in die Arme nehmen und wir freuten uns nun gemeinsam alles gut überstanden zu haben und nun noch auf ein paar schöne Urlaubstage.

Name:          Heinz Bauer          
Alter: 63 Jahre
Beruf: Dipl. Ingenieur
Familie mit 2 Kindern

Ironman Hawaii 2006:

Gesamtzeit: 12 h 55 min
Schwimmen:        1 h 52 min
Rad:   5 h 56 min
Lauf:   4 h 54 min

 

 

 

Günter Haas - ich habe einen Traum

 

Seit ich 17 Jahre alt war hat Sport in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt. Fast zwei Jahrzehnte Kampfsport, nebenbei Klettern, Hochtouren und die letzten Jahre immer mehr Radfahren. Schon zu Beginn der Triathlonära haben mich aber auch diese „Eisenmänner“ fasziniert die doch so unglaubliche Leistungen vollbringen.

Vor zwei Jahren habe ich mir dann das Ziel gesetzt eine Langdistanz zu machen um zu sehen wo ich mich leistungsmäßig einzustufen habe. Hawaii ?? Das lag zu diesem Zeitpunkt noch weit weit weg und ich wagte gar nicht daran zu denken. Erst einmal Schwimmen lernen! Laufen und nochmals Laufen! Radfahren ging schon ganz ordentlich. 2005 dann eine Kurz- und eine Mitteldistanz mit eher mäßigem Erfolg. Tja, wenn das Schwimmen nicht wäre!!! Im Herbst dann noch einen Marathon mit ernüchterndem Ergebnis und vielen Fehlern. Hatte mir das Ziel zu hoch gesteckt, die erste Hälfte viel zu schnell gelaufen und dann jämmerlich eingebrochen. Nur unter Qualen hat es dann noch zu 3:21 Std. gereicht.

 

Nicht unterkriegen lassen und jetzt erst recht! Um in drei Sportarten auf den Tag genau fit zu sein bedarf es eines wohl überdachten Trainingsplans. Mit Katja hatte ich einen Coach gefunden, dem ich durch die Ihre große Erfahrung von Anfang an vertraut hatte. Mit Ihr zusammen hatte ich die kleineren Wettkämpe bis zum großen Tag dem 2.Juli 2006, dem Ironman in Zürich festgelegt. Vom ersten Januar 06 an bestimmte der Trainingsplan von Katja die Tages und Wochenplanung. 8 – 20 Std. und mehr. Der erste Erfolg: Marathon in Kandel mit 2:59 Std. Das hat mich dann schon zuversichtlicher gestimmt und ich wusste, dass ich auf dem richtigen Weg war. Dann noch einige Kurzdistanzen und schließlich Zürich. Schwimmen war ein furchtbares Gewühle, dennoch kam ich mit einer für mich akzeptablen Zeit von 1:16 Std. auch dem Wasser, beim Radfahren bin ich mit 5:08 Std. dann auch noch im Zeitplan geblieben. Als ich jedoch vom Rad gestiegen bin und mir die Hitze von inzwischen über 30 Grad im Schatten entgegen schlug konnte ich mir nicht vorstellen wie ich den Marathon noch überstehen sollte. Irgendwie hatte ich auch einen Kloß im Magen, wahrscheinlich zu wenig getrunken. Zähne zusammenbeißen und weiter laufen, immer weiterlaufen. Die vielen anfeuernden Zuschauer hatten geholfen doch noch irgendwie mit einer Gesamtzeit von 10:24 Std. ins Ziel zu kommen. Na, um die Quali zu bekommen hättest Du einfach schneller Laufen müssen, hatte ich mir gedacht. Umso mehr überrascht war ich dann, als ich am nächsten Tag, auch mit ein wenig Glück, doch noch einen der begehrten Slots für den Traum Hawaii ergattern konnte.


Der Traum geht in Erfüllung, Ironman Hawaii 21.10.06

Nach endloser Fliegerei und überstandener Erkältung fühlte ich mich eigentlich ganz fit als ich um 7:00 Uhr in die Fluten des Pazifiks gestiegen bin. Wirklich tolle Stimmung, die vielen Zuschauer, Nationalhymne …….. Plötzlich der Startschuss und los ging es. Ich paddelte und paddelte aber das Boot zur Wende wollte nicht näher kommen. Wellen, Salzwasser geschluckt und mir wurde schlecht. Mehrmals musste ich mich auf dem Rückweg zum Pier übergeben und das Schwimmen war nur noch eine einzige Qual. Mühsam stieg ich aus dem Wasser und zog mir dann die Radklamotten an. Das kann ja heiter werden, aber aufgeben tust du nicht, hatte ich mir gedacht. Finishen musst du auf jeden Fall. Nachdem ich dann den ersten Teil der Radstrecke langsam gefahren bin konnte ich auch wieder ein paar Bananenstücke und Trinken zu mir nehmen. Von da an ging es dann zunehmend besser und ich konnte die Veranstaltung auch wieder genießen. Mit dem Laufen war ich dann schon wieder zufrieden und als dann kurz nach Dämmerung die Lichter und den Lärm der Finishline näher kamen waren all die Strapazen schon wieder vergessen. Der Zieleinlauf, die tobende Menge, ein überwältigendes Erlebnis das ich nicht missen möchte. Der Traum vom Ironman in Hawaii hat sich erfüllt! Gesamtzeit 11:47 Std.

Danke Katja, dass Du mich so tatkräftig unterstützt hast mir diesen Traum zu erfüllen. 

Name:          Günter Haas          
Alter: 47 Jahre
Beruf: selbständig
Familie mit 2 Kindern

Ironman Zürich 2006: Ironman Hawaii 2006:
Gesamtzeit: 10 h 24 min Gesamtzeit: 11 h 47 min
Schwimmen:        1 h 16 min Schwimmen:        1 h 50 min
Rad:   5 h 08 min Rad:   5 h 43 min
Lauf:   3 h 55 min Lauf:   4 h 03 min

 

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Bettina Baumgartner - Nein, fliegen ist nicht schöner!

 

0 (Startschuss): ab in die Waschmaschine... es brodelt im Wasser und in mir!

+11h45 ...ich sehe nur noch den orangefarbenen Zielbogen, noch eine Kurve, noch einmal lange schöne Schritte und - Schweben! Ich fliege ins Ziel! Nein, Fliegen kann nicht schöner sein!

-15h: Rad-Check-In: Eisen geprüfte AthletInnen mit stählernen Körpern stossen leichtfüssig und cool ihre Rennmaschinen zur Wechselzone - vom Feinsten. Und ich? Die Vorfreude, welche während dem Packen zu Hause aufkam, wird von zunehmendem Unbehagen überdeckt. Ich fühle mich klein und unerfahren, bin nervös und traue mir das Ganze nicht mehr zu. Warum nur habe ich mich auf dieses Unterfangen eingelassen? Meine Beine fühlen sich an wie ein einziger Schwabbelpudding - nur noch etwas schwabbeliger... Endlich, das Rad ist feinsäuberlich unter seinem Plastikmantel verpackt und ich verlasse - völlig durchnässt vom Regen - die Wechselzone. Nix wie weg!

-1h45: im Morgengrauen taucht eine verwandelte, wunderbar friedliche Wechselzone vor meinen Augen auf. Noch ist fast niemand da: ich bin ergriffen von dieser wunderbaren Stimmung! Vorfreude und Respekt keimen in mir auf: ob ES gelingt?

-30min: warum nur müssen alle aufs Klo? ...

-20min: ich sitze bei meinem Wechselplatz auf dem Boden und rolle den umgestülpten Neo meine Beine hoch. Plötzlich geht gar nichts mehr und ich winde mich wie eine gefangene Made am Boden: der Rücken-Reissverschluss ist geschlossen! Mein "Wechselzonennachbar" bietet mir, offensichtlich(st) das Lachen verklemmend, seine Hilfe an. Irgendwann stecke ich dann im Neo und fühle mich so langsam auch wie eine Triathletin. Mein "Nachbar" wünscht mir strahlend ein besseres Gelingen des IM als beim Neo anziehen. Ich solle den Tag geniessen! Genuss?! So langsam freue ich mich.

-10sec: Musik dröhnt, AthletInnen, HelferInnen und ZuschauerInnen klatschen in die Hände - mir kommen die Tränen; schon beim Start!

Katja: Sie hat es geschafft, dass ich am Start stehe, nervös, und doch: Ich spüre, dass ich noch nie so fit war wie heute, sowohl körperlich als auch im Kopf. Ich bin beeindruckt, wie Katja das hinkriegt! Über 6 Monate hatte ich Trainings-Pläne von ihr. Sie hat mich durch Höhen und Tiefen geführt, ihre Pläne immer wieder individuell auf mich ausgerichtet, meine körperliche und emotionale Verfassung richtig erfasst und in ihren Plänen berücksichtigt. Immer wieder habe ich festgestellt, wie sorgfältig und individuell die Pläne aufgebaut sind. Schnell zeigten sich die Fortschritte und mein Körper veränderte sich. Auch der Kopf - obwohl sich dieser immer wieder quer stellte. Wenn ich dachte, jetzt geht gar nichts mehr, wenn ich die Nase voll hatte und Zeit für etwas anderes brauchte oder am Unterfangen Ironman zweifelte stand da: Ruhetag! Ich konnte mich mit einem Buch aufs Sofa knallen oder Freunde zum Abendessen einladen und nicht über Triathlon sprechen. Szenenwechsel. Und die Welt war wieder in Ordnung! Für mich waren Katjas abwechslungsreiche Pläne Spitze. Dank ihrer professionellen Unterstützung fühlte sich das Laufen plötzlich leicht und rund an - ein wunderbares Gefühl!

 

Natürlich gab es Tage voller Unlust und Zweifel. Tage an denen der innere Schweinehund unüberwindbar schien. Katjas Plan hat mir geholfen, mich auch an "schlechten" Tagen in die Trainingskluft zu stürzen. Über Katjas Gesicht huscht jetzt vielleicht ein Lächeln. Dank meinen mehr oder weniger regelmässigen Rückmeldungen weiss sie auch von allen Lücken, Abkürzungen und Ausreden. Aber auch von den Tagen, an denen trotz Unlust zum Training nach den ersten Minuten im Sattel, der Nase im Wind, dem Traben an der frischen Luft, plötzlich ein Glücksgefühl aufsteigt - ja Radfahren macht glücklich!

 

+7h05: Heartbreakhill zum Letzten: unvermittelt befällt mich ein Krampf im Oberschenkel. Was nun? "Steigen Sie ab und strecken Sie mir ihr Bein entgegen!" Meinem Retter sei Dank! Nach einer kurzen Massage fühle ich mich fast wie neugeboren und pedale erleichtert die Rampe hoch. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, welche am IM Zürich waren, geholfen und gejubelt haben. Auch an alle, welche mich während der Trainingsphase unterstützt haben, Verständnis hatten für meine Zweifel und meine Euphorie. Danke auch denjenigen, welche sich auch freuten, wenn ich zu einem Abendessen erst zum Dessert und dafür umso hungriger auftauchte;-)

 

+ 9h30: ein Ironman entscheidet sich beim Laufen - oder im Kopf... Es ist hart, die Beine sind schwer, die Luft drückend heiss. Jede Minute berechne ich die noch fehlende Distanz und wann das nächste squeezy fällig ist. Immer noch fehlt ein Halbmarathon! Einige der stählernen AthletInnen schwanken, andere spazieren. Ich laufe immer noch?! Zwar mit schweren Beinen, kurzen, fast schleichenden Schritten. Dennoch weiss ich genau, wer wo steht und freue mich bei jeder Runde auf die bekannten Gesichter und die aufmunternden Worte. Da: meine Eltern. Ich reiche Ihnen meinen fast leeren Wasserbecher damit Sie ihn für sich wieder auffüllen können.

 

+4 Monate oder -8 Monate?: eine Frage? Ich habe mir mit der Beantwortung dieser Frage Zeit gelassen, denn der hohe Trainingsumfang bedeutet auch Verzicht. Doch die Erinnerung an den Zieleinlauf, an die Trainingslager auf Lanzarote, an die Mails mit Katja, an die Stunden im Sattel, an mein Körpergefühl lassen mich strahlen! Und es ist keine Frage: Nächstes Jahr möchte ich wieder am Start von einem IM stehen und - geniessen!

Name Bettina Baumgartner
Alter 34 Jahre
Beruf: Umweltberaterin

IM Zürich 2005:
Gesamtzeit: 11h 46min
Schwimmen:        1h 14min
Rad: 6h 03min
Lauf:

4h 21min

 

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Alex Trommer "Ich habe es geschafft, ich habe es wirklich geschafft !!!!"

 

Sport hat in meinem Leben schon immer eine Rolle gespielt. "Jahrzehnte" lang habe ich Fußball gespielt, bis der Beruf es nicht mehr zuließ. Skifahren, früher auch mal Tennis oder später auch Squash, aber es kam der Wunsch nach mehr. Der Wunsch seine Grenzen kennen zu lernen. Mit 33 Jahren habe ich dann den Entschluss gefasst einen Marathon zu laufen: Es sollte Berlin sein. Danach war ich "infiziert", doch NUR laufen war bald auch nicht mehr genug für mich, ich wollte mehr Abwechslung, da gab es nur eins: Triathlon.

Mein erster Wettkampf war eine Olympische Distanz, dann noch im selben Jahr eine Mitteldistanz. Vorbereitet hatte ich mich alleine, das Training aus Büchern "gelernt". Aber bald merkte ich, dass ich mich nicht mehr weiterentwickelte. Nicht nur dass ich nicht mehr schneller wurde, es fehlte neben dem guten Gefühl beim Training auch der Spaß. Kurzum, es musste professionelle Hilfe her. Auf der Suche dabei stieß ich auf Katja. Sie war nur 50 km von meinem Wohnort entfernt und dass sie Ahnung von Ihrem Sport hat, beweisen ja all Ihre Erfolge. Selbstverständlich war anfangs noch Skepsis vorhanden. Coaching übers Internet?? Funktioniert das überhaupt? Nachdem ich sie kennen gelernt hatte, war auch der kleinste Zweifel beseitigt. Mein Entschluss stand fest: Sie sollte mein Coach werden und aus mir einen Ironman machen !!

 

Nach mehrmonatiger Vorbereitungszeit stand ich schließlich beim Ironman Lanzarote an der Startlinie. Nachfolgend möchte ich kurz den Zieleinlauf schildern, weil dies ein Moment für mich war, den ich wohl nie vergessen werde:

Lanzarote Mai 2003 - in der Ausschreibung steht: "Der härteste Ironman der Welt".

.......ca. 100 m vor dem Ziel, an den Tribünen vorbei, ausgestreckte Hände abklatschen, ca. 50 m vor dem Ziel nennt der Sprecher meinen Namen, ich nehme die Arme hoch und fange an zu jubeln, Zuschauer klatschen laut Beifall, mir kommt es so vor, als ob es nur für mich wäre, ca. 10 m vor dem Ziel: ich GEHE !!!......genieße jeden Schritt, die ersten langsamen Schritte seit über 11 Stunden, vor mir das Zielband, ich mach ganz kleine, langsame, genussvolle Schritte.

Ich habe es geschafft, ich habe es wirklich geschafft !!!!

Die Arme bleiben oben, über die Ziellinie lächeln (schließlich will man doch ein schönes Finisher-Foto haben), das Gefühl das ich dann für wenige Augenblicke hatte kann ich nicht beschreiben, es war aber so schön, dass ich es wieder mal spüren möchte........und auch werde!!! Ich bin ein IRONMAN!

Dank Katja war ich wirklich optimal für diesen Tag vorbereitet. Alle ihre Tipps und Vorgaben haben genau gepasst. Ernährung, Puls, Training, Belastungen, Regeneration, einfach alles. Sicherlich kamen während der sechsmonatigen Vorbereitung auch Zweifel auf. Reicht das Training? Sollen mich diese Schwimmübungen wirklich schnell machen? Schon wieder eine Entlastungswoche, so kann ich das doch nie schaffen! Im Nachhinein betrachtet hatte Katja mit allem Recht behalten. Man kann sich wirklich 100 % auf sie verlassen. Durch meine Selbständigkeit ergeben sich oft kurzfristige Änderungen in meinem Training, aber genauso wie meine Änderungen kurzfristig sind, genauso schnell ist Katja mit der Änderung meine Trainingspläne.

Ich werde mich auch weiterhin von ihr coachen lassen, denn mit Katja möchte ich auch meinen großen Traum "Hawaii" nicht nur träumen, sondern auch verwirklichen.

 

Name: Trommer Alex

Alter: 35 Jahre  
Verheiratet, zwei Kinder (6 u. 4 Jahre)  
Beruf: selbstständig  

Ironman Lanzarote:  
Gesamtzeit: 11h 27min  
Schwimmen: 1h 04min  
Rad: 6h 24min  
Lauf: 3h 48min  
Aufwand: 8 - 20h pro Woche 

 

 

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Die 3 Musketiere oder kann Katja hexen?

 

Drei seelenverwandte aber grundverschiedene Charaktere, drei verschiedene Ausgangspunkte aber alle haben ein Ziel: Hawaii. Die Dame im Team ist eine pfeilschnelle Schwimmerin, einer der Herrn kann eigentlich alles gleich gut oder schlecht und einer kann eigentlich "nur" gescheit Radfahren. Am Anfang der Geschichte kannte keiner den anderen. Klaus (der strahlende Herr auf der rechten Seite des Bildes) ist von Katja als Vorausradler beim Sport-Scheck-Lauf eingesetzt, Gabi als Besen-Radlerin. Da sind volle 2 Stunden dazwischen ! Dass sich die beiden getroffen haben ist schon die erste Hexerei. Gabi startet beim Ironman Florida 2002, weil sie dort einen Homestay hat. Thorsten (folglich der linke Herr im Bild) will sich dort qualifizieren. Gabi trifft Thorsten...usw. Klaus will sich in Japan qualifizieren, die Japaner lassen wegen SARS keine Ausländer starten und so fliegt er nach Brasilien. Und wen trifft er da, richtig, Thorsten. Und weil sich die Gabi in Florida und der Klaus in Brasilien den Slot geholt haben, will Thorsten natürlich auch mit nach Hawaii: Thorsten fliegt nach Korea und, nein er trifft dort niemand, er qualifiziert sich dort.

 

Wie Katja das gemacht hat, dass die drei sich für Hawaii qualifizieren ist rein subjektiv gesehen so: Sie kennt ihre "Kandidaten" genau: Gabis Plan umfasst gemittelt 13 Std.(mehr ist aus beruflichen Gründen nicht drin, sehr zu Gabis Bedauern), Klaus` Plan hat um die 20 Stunden, packt aber gerne selber noch was drauf (und bringt damit "Cheffin" Katja zur Verzweiflung...)..., und Thorstens Plan ca. 16 Std. je nach Anzahl der zu kurierenden Schnupfennasen in seiner Apotheke... Sie weiß einfühlsam mit ihnen umzugehen: "lauf, oder meinst Du es tut den anderen nicht weh!" Sie hat für jede Situation den passenden Spruch: "this ist a run, not a walk" Sie kann ungemein anfeuern: "go hard or go home" Sie hat sehr individuelle Trainingsmethoden: "2 Std. Rasenmähen im KA-Bereich" oder "G1/2 Umzugs-Kartons schleppen".

 

Und jetzt das ganze noch mal objektiv: Sie kennt durch die Leistungsdiagnosen, Wettkampfergebnisse und gemeinsame Trainings ihre Schützlinge. Sie reagiert sofort mit angepassten Trainingsplänen auf jedes Problem oder Verletzung. Sie richtet Ihre Trainingspläne zielgenau auf das veranschlagte Ziel aus. Sie weiß zu motivieren und auch zu kritisieren, sollte mal jemand z.B. im Radtrainingslager über die Strenge schlagen. Sie ist jederzeit "online", auch während ihrer eigenen Wettkämpfe und Trainingslager.

 

HAWAII

Und so bringt die "Cheffin" ihre 3 Kandidaten doch tatsächlich nach Hawaii. Es ist unglaublich, sie macht aus den eher mittelmäßigen Triathleten doch 3 Teilnehmer an den IRONMAN WORLD CHAMPIONSHIPS in KONA HAWAII !!

 

10 Tage vor dem Start des IRONMAN HAWAII fliegen unsere 3 Helden nach Kailua-Kona. Die Stadt heißt eben tatsächlich Kailua und nicht Kona, welches die Region ist. Dass die Radstrecke auf dem "Queen K-Highway" verläuft und das es insidermäßig echt cool ist, bereits mit dem Hawaii-Hemd aus dem Flieger zu steigen, auch diese Informationen gehören zur Fullsize-Betreuung einer Katja Mayer. Den ersten Lauf auf dem ALII-Drive registrieren unsere drei Rookies unter den unvergesslichen Momenten in ihrem Triathlon-Leben. Jeden Morgen schwimmen an der berühmt-berüchtigten PIER von Kailua-Kona. Dort treffen sich die "Auserwählten" der gesamten Triathlon-Welt, entsprechend ist das Sprach-Gewirr.

 

Im pudelwarmen Wasser zwischen vielen bunten Fischen, Schildkröten und Delphinen, hat man Zeit und Muse alles mit Genuss anzuschauen, eine Schwimmbrille genügt! Radfahren auf dem Queen K-Highway in Richtung HAWI. Und überall trifft man die "Großen" der Szene. Sind das doch glatt ganz normale Menschen mit denen man auch ganz normal reden kann. Die Stimmung unter den Athleten generell locker und fröhlich. Kein Wunder: man hat sich -vielleicht einmal im Leben- qualifiziert und möchte nur finishen. Keine Platzierung, keine Zeitvorgabe, nur aufrecht durchs Ziel kommen!

 

Start zu diesem einen Wettkampf im Triathlon-Leben: Samstag früh, 7.00h, bereits 29 Grad, flaches Wasser (Ja, die 3 arbeiten mit allen Mitteln und haben dafür im Volcano-National-Park der Feuergöttin Pele extra eine Flasche GIN geopfert). Schwimmen mit den bunten Fischen und den besten Triathleten der Welt.

 

Raus auf die Radstrecke, radeln können alle drei. Am Anfang ist es nicht sehr windig (siehe Pele), aber auf dem Rückweg von HAWI nimmt der Wind, der natürlich entgegen bläst und den man wie einen heißen Föhn empfindet, stark zu und kostet auf dem hügeligen Kurs noch ein paar extra Körner. Dies ist bekannt, je später man dran ist, umso mehr Wind gibt es zur Belohnung auf dem Rückweg. Gabi und Thorsten haben keine Probleme beim Radeln, aber Klaus stürzt gleich zu Beginn der Radstrecke und prellt sich ziemlich übel Schulter und Steißbein. Aufgeben? Auf Hawaii???? Niemals!!! Man kann auch mit Schmerzen, einem defekten Vorderrad (zwei Speichen weniger!!!) und ohne Vorderrad-Bremse Rad fahren! Klaus ist für uns DER Ironman!! Raus auf die Laufstrecke, erst den Alii-Drive in Kailua-Kona hoch und runter ( da kochte neben dem Asphalt, dem Wasser und den Athleten auch die Stimmung) und dann ab auf den glühenden Queen-K-Highway zum Energy-Lab. Wer dies noch nicht gemacht hat, glaubt nicht, dass man bei dieser abartigen Hitze laufen kann. Eine einsame Sache die Lauferei auf dem Highway, wären da nicht die vielen Volunteers an den Verpflegungsstellen, die einen begeistert anfeuern. "Looking good!" schreien sie und du weißt, dass du in diesem Moment nicht gut aussiehst, aber egal, es hilft weiter...! Der Zieleinlauf auf dem Alii-Drive ist der Traum eines Triathleten. Unglaublicher Jubel für jeden Finisher, bis zum Zielschluß nachts um 24.00 h. Ein unbeschreibliches Glücksgefühl im Ziel und unvergesslich für unsere 3 Ironmänner bzw. -frau.

Die Tage nach dem Rennen sind der eigentliche Grund für die jahrelange Plackerei. Mit breiter Brust auf die Siegerehrung gehen (Zitat Katja: "herzlich willkommen in der Familie!"), auf die anderen Hawaii Inseln "hoppen" (superschön ist die Insel Kauai!) , Helikopter fliegen, um 5:00 morgens auf einem erloschenen Vulkan den Sonnenaufgang bestaunen, schnorcheln gehen, eben das Leben aus dem Vollen genießen.....!

Und dann kommt irgendwie der Gedanke, dass man das alles eigentlich viel besser könnte und wo man sich den Slot für nächstes Jahr erkämpfen könnte, um wieder an die Pier von Kailua-Kona zu kommen. Der Virus hat sie - alle drei !

Mahalo an alle die geholfen haben, dieses einzigartige Triathlon-Festival erleben zu dürfen!
Hang loose und see you in Kona!

Gabi Morhart - Klaus Wenk - Thorsten Fritz

Ironman Hawaii 2003

Gabi Morhart
Alter: 39 Jahre
Beruf: Architektin
Qualifikation: Ironman Florida - Gesamtzeit: 10h 42min.
Ironman Hawaii:
Schwimmen 1h 00min - Rad fahren 5h 55min - Laufen 4h 32min
Gesamtzeit 11h 37min

Klaus Wenk
Alter: 43 Jahre
Verheiratet, ein Kind (15 Jahre)
Beruf: IT-Unternehmensberater
Qualifikation: Brasilien - Gesamtzeit: 10h 38min
Ironman Hawaii:
Schwimmen 1h 18min - Rad fahren 6h 42min - Laufen 6h 00min
Gesamtzeit: 14h14min

Thorsten Fritz
Alter: 40Jahre
Apotheker / selbstständig
Qualifikation: Ironman Korea - Gesamtzeit: 10h 49min
Ironman Hawaii:
Schwimmen 1h 07min - Rad fahren 5h 30min - Laufen 4h 29min
Gesamtzeit 11h 14min

 

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Stefan Haas - Katja und das Unternehmen IRONMAN ...

 

Nach 15 Jahren Gewichtheben und Kraftdreikampf wollte ich mich vor 3 Jahren neuen, sportlichen Herausforderungen stellen und habe den festen Entschluss gefasst an einem Triathlon über die Kurzdistanz teilzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt endeten meine Ausdauerleistungen nach 2Km Joggen. Mit dem Ziel ein Triathlet zu werden habe ich mich dann mit ausreichend Literatur eingedeckt und begonnen die ersten "Trainingspläne" zu entwerfen.
Mit dieser Art der Vorbereitung ist es mir dann in der Tat gelungen meinen ersten Triathlon nach 1,7Km Schwimmen, 38Km Radfahren und 10Km Laufen zu finishen. Auf die Angabe von Zeiten habe ich an dieser Stelle bewusst verzichtet. Vom Triathlon Virus infiziert wollte ich mehr und habe als Zuschauer des letztjährigen IRONMAN Germany 2002 in Frankfurt/Main noch am gleichen Tag den Entschluss gefasst ein IRONMAN zu werden. Was dieser leichtfertige Gedanke in den nächsten Monaten zur Folge hatte, sollte sich erst noch herausstellen.

 

Zunächst einmal stand fest ich brauche mehr Literatur und musste meine theoretischen Kenntnisse weiter ausbauen. Die Erkenntnis, dass es mit Theorie alleine nicht getan ist, lies nicht lange auf sich warten. Nach diversen Versuchen war eine fachkundige Anleitung für eine erfolgreiche Vorbereitung unumgänglich. Ein Bekannter hat mir von einer "Internet-Trainerin" berichtet, die via Telefon und E-mail eine erstklassige Betreuung liefern sollte ?!
Offen gestanden hatte ich einige Zweifel wie das funktionieren sollte, aber bereits im ersten Telefonat war schnell geklärt wer diese Trainerin ist und dass sie sehr wohl weiß wovon sie spricht. Zunächst mussten die Rahmenfaktoren und Ziele abgesteckt werden. Einen IRONMAN zu finishen, das war zwar meine sportliche Motivation, jedoch war zu berücksichtigen, dass auch der Beruf als Vertriebsleiter und vor allem die Familie um Ehefrau Christine und den beiden Kindern Alisa (6) und Elena (2) nicht zu kurz kommen durfte.

Mit diesen Fakten ausgestattet machte sich meine neue Trainerin an die Arbeit. Grundlage für die Belastungen in den einzelnen Trainingseinheiten bildete eine Leistungsdiagnostik, die ich Ende letzten Jahres bei Katja in Augsburg durchgeführt hatte.


Es dauerte nicht lange bis sich herausstellte, dass nicht nur ich als Athlet im Rahmen der IRONMAN Vorbereitung gefordert bin, sondern mein Leben rund um den Sport auch einige Herausforderungen an meine Trainerin stellte. Immer wieder musste ich ihr in Telefonaten mitzuteilen, dass wir Trainingseinheiten umstellen müssen, da Dienstreisen, Veranstaltungen oder Seminare das Training beeinträchtigten. Das ganze gipfelte dann in einem 3-monatigen Auslandsaufenthalt.
Trotz aller widrigen Umstände durch die mich Katja über die Monate der Vorbereitung manövriert hat, bin im am Morgen des 13. Juli am Langener Waldsee bei Frankfurt/Main mit der Überzeugung ins Wasser gestiegen, dass ich bestens vorbereitet bin und dass heute der Tag sein wird an dem ich ein IRONMAN werden sollte.
Nach dem Schwimmen, das ich noch als angenehm empfand, kamen mir auf dem Rad immer wieder die Gedanken an Katjas "letzte Ölung", das letzte Telefonat vor dem Rennen bei dem sie aus dem Nähkästchen geplaudert hatte und basierend auf 13 Jahren Triathlonerfahrung hilfreiche Tipps zu Verhaltensweisen und Ernährung im Wettkampf gegeben hat. Nach dem Rad sollte die eigentliche Herausforderung noch kommen, der abschließende Marathonlauf. Bereits nach dem ersten Drittel auf der Strecke wusste ich was mit der Aussage gemeint war, dass diese Rennen im Kopf entschieden werden.
Angetrieben von den Zuschauermassen am Frankfurter Mainufer habe ich überglücklich und stolz nach 11:26 Stunden das Ziel auf dem Römerberg erreicht. Als ich geschmückt mit Finisher-Medaille und -Shirt im Athletic Garden stand war mir klar wovon Katja so häufig erzählt hatte: "... der erste IRONMAN ist ein wahrer Genuss...".

Katja, vielen Dank für die tolle Betreuung.

 

 

Name: Stefan Haas

Alter: 35 Jahre
Verheiratet, zwei Kinder (6 u. 2 Jahre)
Beruf: Vertriebsleiter


Ironman Frankfurt

Gesamtzeit: 11h 26min
Schwimmen: 1h 12min
Rad: 5h 38min
Lauf: 4h 29min
Aufwand: 5-19 Stunden über 34 Wochen

 

 

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Kurosch Hojabri - Katja macht Träume wahr!

 


Ende 30, Familie und Beruf die mich in den letzten Jahren beschäftigt hatten, laufen glücklich und zufriedenstellend, da kam das Bedürfnis wieder mal auf, die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit zu testen.

City-Marathons hatte ich schon bestritten, Berge erklommen. Was sollte es also sein? Im Fernsehen sah ich dann zufällig einen Bericht über den Ironman auf Hawaii. Ja, das sollte es werden, 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und 42 km laufen. Das wäre ein Zeichen das lange währen würde. Ich habe mich bei einem Kurz-Triathlon angemeldet, 2 Monate lang ein wenig von Allem trainiert und kam als Vorletzter mit gemischten Gefühlen ins Ziel. Froh angekommen zu sein aber wie sollte es den zum Ironman reichen. Erst mal 2 Monate Pause zum Nachdenken! Habe Trainingsbücher gelesen aber leider kaum etwas verstanden. Dann erneutes planloses Selbsttraining und die erste Verletzung an der Schulter. Es waren nur noch 4,5 Monate bis zum auserwählten Ironman in Roth, da gab mir ein Freund den Tipp, im Internet gäbe es eine Triathlontrainerin, die einem nicht nur Pläne zuschickt, sondern auch telefonisch erreichbar ist .

 

Über die Homepage des Ironman Europe fand ich Katja Mayer. Eine E-mail, dann ein Telefonat und ich hatte eine sehr freundliche, gutgelaunte Stimme gefunden die mir Mut machte. Nach einem Leistungstest erstellte sie mir in wenigen Tagen einen ersten Trainingsplan mit Intensitätsangabe über Herzfrequenzmessung. Mir war eine große Last genommen. Ich musste mir nicht mehr selber Gedanken darüber machen, wie und was ich zu trainieren habe und ob es auch richtig ist.

Nach einigen Wochen kamen aber Zweifel auf. Der Trainingsaufwand erschien mir viel zu gering ! Die Schwimmübungen waren merkwürdig! Wer ist denn überhaupt diese Katja im Internet, weiß sie wovon sie spricht? Mehrere Anrufe mit sportinteressierten Freunden und einige Tage Internetnachforschungen später war ich wieder beruhigt. Katja ist keine kleine, dicke Hausfrau die im Internet paar Mark verdienen will. Sie hat Sport und Mathematik studiert, ist Triathlonprofi, hat schon den Ironman Florida gewonnen. Weiter trainieren! Und das mit dem wenigen Training änderte sich langsam auch.

Obwohl Katja selbst für den Ironman Brazil trainierte und sich oft im Trainingslager im Ausland befand, war sie immer per E-mail oder Handy erreichbar. Alle paar Wochen kam ein neuer Trainingsplan der sowohl meine Kondition als auch meine beruflichen und sozialen Verpflichtungen berücksichtigte. Jeder Plan konnte auch mal kurzfristig modifiziert werden und mindestens einmal pro Woche gab es eine Rückmeldung zum absolvierten Training. Trotz zunehmender Intensität gab es immer Regenerationsphasen und zum ersten mal bin ich verletzungsfrei durch eine Wettkampfvorbereitung gekommen. Natürlich gab es immer wieder Zweifel ob ich es schaffen würde und wie ein guter Psychologe hatte Katja prompt die motivierenden Worte einen wieder aufzubauen.

Endlich der große Tag; Verhaltenstipps, Ernährungstipps und der Startschuss. Bislang nie länger als 6 Stunden am Stück trainiert und jetzt dies. Das Schwimmen ist schnell vorbei, ich habe ein breites Lächeln auf den Lippen. Das Radfahren ist schon nicht mehr so leicht aber auch dies vergeht ohne Erschöpfung, ich grinse. Bei km 20 des Marathons ist mir das Grinsen vergangen, jetzt kommt mir Katjas Stimme: der Ironman entscheidet sich im Kopf. Ich laufe weiter. Im Ziel strahle ich. 12 Stunden 51 Minuten und eine Erinnerung fürs Leben. Ich war nicht sehr gut, aber ich war sehr gut vorbereitet. Danke Katja!

 

 

Finisher - und nun?

 

Ich war nicht gut sondern sehr gut vorbereitet. Nach nur 4,5 Monaten Training hatte Katja aus einem Freizeitjogger einen Ironman-Finisher gemacht. Das war 2001. Überglücklich nach 12:51 habe ich im Ziel geschworen, dieses Abenteuer kein zweites Mal zu benötigen. Jeder Ironman wird an dieser Stelle nur müde Lächeln! Ein Ironman-Finish ist ein chronisches Virus. Die Inkubationszeit betrug ca. sechs bis acht Wochen. Als erstes trat eine retrograde Amnesie (Gedächtnisverlust) ein und ich konnte mich nicht mehr an die Mühen des Trainings erinnern. Als nächstes war die Überlegung ob es denn nicht zu schade sei, diese erlangte Fitness einfach wieder abzubauen. Das schlimmste war aber, dass die Euphorie nachließ und ich dieses tolle Gefühl wieder haben wollte. Was blieb also anderes übrig als eine Mail an Katja zu schicken und weitere Trainingspläne zu verlangen. Sie analysierte das vergangene Trainingsjahr und den Wettkampf (war nicht all zu schwer; ich hatte 7 Std fürs Radfahren gebraucht) und es begann die neue Saisonplanung. Obwohl Katja einen Ironman aus mir gemacht hatte war ich erneut wieder etwas mißtrauisch. Würde sie mir einfach eine Kopie des Trainingsplane aus dem letzten Jahr schicken? Weit gefehlt, dass was im Jahr davor noch extensives Training war, war jetzt eine mittlere Woche. Der Plan war aber so gut, dass es kein Übertraining und keine Verletzungen gab. Der Ironman Frankfurt 2002 lief nicht schlecht; 11:48 und erneut die Ankündigung es wäre der Letzte! Dieses mal dauerte der Widerruf noch kürzer. Aber es war ja auch jetzt noch viel trauriger diesen enormen Fitness-Sprung nicht weiter zu nutzen.

Dieses Jahr war dann ein Quantensprung. Ironman ist eben ein Ausdauersport und Ausdauer braucht Zeit. Der Trainingsumfang konnte deutlich gesteigert werden, die Intensität konnte gesteigert werden und doch war es immer die richtige Dosierung. Der avisierte Ironman war im November und so waren mehrere Aufbau-Wettkämpfe bis dahin geplant. Auf allen Strecken gab es Bestzeiten (nicht so schwer wenn die Bestzeiten bis dahin relativ langsam waren).
Dann das sportlich Highlight in Florida 2003, in einem Rennen mit Katja Mayer. Katja hatte zwei Jahre zuvor den Ironman Florida gewonnen. Es war sehr beruhigend Katja in der Nähe zu haben und sie hatte natürlich jede Menge kleiner Tipps, die man sonst nur durch jahrelange Erfahrung sammelt.
Der Tag war perfekt und das Rennen war super. Beim Radfahren habe ich zwar wie immer viele Plätze verloren aber dieses mal konnte ich nach dem Radfahren laufen, als ob ich gerade mit einem Marathon begonnen hätte! 10h 56min!!! War es der Letzte?

 

 

Name Kurosch Hojabri
Alter 39 Jahre
Beruf: Gynäkologe

   
Challenge Roth 
2001:
Ironman Florida
2003:
Gesamtzeit:   
12h 51min     
10h 56min 
Schwimmen: 1h 11min 1h 07min
Rad: 6h 56min 5h 48min 
Lauf: 4h 28min 3h 52min 

 

Aufwand 2001: 5-18 Stunden

Aufwand 2003: 8-16 Stunden

 

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Birgit Abraham

 

Als ich im Juli 2000 meine Freundin Debbie überglücklich in Roth finishen sah, stand für mich fest: im nächsten Jahr will ich nicht nur als Zuschauerin, sondern als Teilnehmerin dabei sein. Voller Elan begann ich mit dem Training, doch im August machten mir Rückenbeschwerden einen Strich durch die Rechnung.

 

Erst Ende Dezember - inzwischen hatte ich etliche Kilo zugenommen - konnte ich wieder die ersten Laufschritte unternehmen. Ich hatte das Projekt Ironman schon fast abgehakt, da entdeckte ich Katjas Coaching im Internet. Ein längeres Telefonat, bei dem sie sich eingehend nach meinen Voraussetzungen und Zielen erkundigte, ergab, dass ich es trotz allem noch schaffen könnte. Das Training begann so vorsichtig, dass ich schon ungeduldig wurde. In den ersten vier Wochen lief ich nicht länger als 30 Minuten am Stück! Doch der Rücken hielt. Statt dessen machten mir zahlreiche Infektionen zu schaffen. Einige Wochen musste ich komplett aussetzen. Spätestens nach einer zweiwöchigen Krankheit im April hätte ich aufgegeben, doch Katja ließ mit ihren aufmunternden und gelegentlich strengen Worten nicht locker. Für mich besonders wichtig war die Möglichkeit, der Trainerin jederzeit Fragen stellen zu können. Auch wenn sie auf Reisen war (beispielsweise in Brasilien) bemühte sie sich erfolgreich um einen Internetzugang und blieb so immer in Kontakt mit ihren Schützlingen. Auch gab mir Katja nie das Gefühl, dass ich als langsame Triathletin weniger wert sei als ein Topathlet. Am 8. Juli 2001 wurde dann wahr, was ich bis dahin selber nicht wirklich glauben konnte: Ich bin eine Ironwoman. Der Wettkampf war vermutlich das Anstrengendste, was ich in meinem Leben je gemacht habe, aber den Zieleinlauf im voll besetzten Stadion und den ohrenbetäubenden Jubel der Zuschauer werde ich so bald nicht vergessen!

 

 

Alter: 40 Jahre
Beruf: Journalistin
Gesamtzeit: 15h 33min
Schwimmen: 1h 30min
Rad: 7h 36min
Lauf: 6h 15min
Aufwand: 5-15 Stunden über 25 Wochen

 

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Markus Herfurth Projekt Ironman Europe 2001

 

Vor einem Jahr war ich schon einmal in Roth beim legendären Ironman Europe, damals aber noch als Zuschauer. Von der unglaublichen Stimmung in Roth angesteckt habe ich mich entschlossen irgendwann auch einmal in Roth zu finishen - das dieses bereits ein Jahr später klappen sollte konnte ich mir damals aber überhaupt noch nicht vorstellen.

Zu diesem Zeitpunkt war ich nämlich gerade mal ein Jahr im Triathlonsport aktiv, hatte noch keinen Marathon gelaufen und das Radtraining umfasste meistens auch nur um die 50 km. Gestartet habe die Vorbereitung zum Ironman dann im Herbst 2000, nachdem ich meinen ersten Marathon hinter mich gebracht hatte. Weil ich noch zu wenig Hintergrundwissen hatte wie ein Training für einen Ironman aufgebaut werden soll, habe ich Kontakt mit der Katja Mayer aufgenommen und dann meine ersten Trainingspläne von ihr erhalten.

 

Anfangs noch skeptisch ob es überhaupt möglich ist sozusagen "online" zu trainieren, habe ich schon bald gemerkt das ich auf dem richtigen Weg bin, da jeder einzelne Trainingsplan auf mich persönlich zugeschnitten wurde, kamen irgendwelche außergewöhnlichen Ereignisse hinzu habe ich die Katja kurz informiert und der Trainingsplan wurde entsprechend angepasst. Mit jedem zurückgesandten Trainingsplan, habe ich Tipps erhalten und auch eine Manöverkritik auf welche Dinge ich noch mehr achten muss.

Natürlich durfte auch ein Trainingslager nicht fehlen, da mir aber als Schüler nicht die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung standen um in den sonnigen Süden zu fahren, habe ich einfach ein Heimtrainingslager abgehalten und hierfür dann auch Sondertrainingspläne erhalten.

Das Training zum Ironman ist mit Sicherheit sehr zeitintensiv, aber mit der richtigen Planung durchaus zu bewältigen. Es gibt mit Sicherheit keinen Verein, der die gleiche Trainingsarbeit leisten kann, vor allem nicht so genau angepasst und abgestimmt.

Ich bin gespannt was in der nächsten Saison noch auf mich zukommt, freue ich aber schon jetzt auf ein Comeback in Roth 2002.

 

 

Alter: 26 Jahre
Beruf: Schüler
Gesamtzeit: 13h 34min.
Schwimmen: 1h 14min.
Rad: 6h 46min.
Lauf: 5h 25min.
Aufwand: 5-18 Stunden über 26 Wochen

 

 

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